Die Schnitter benötigten für ihre Arbeit in der Landwirtschaft eine Beschäftigungsgenehmigung.
Zu den Aufgaben der Polizei gehörte es, Gefahren für die Allgemeinheit und den Einzelnen abzuwenden und Straftaten unter Einhaltung der Gesetze zu verfolgen. In den Jahren 1921 bis 1930 nahmen die Landjäger der Polizei 45 Strafverfolgungen und Festnahmen von steckbrieflich gesuchten Personen vor. Das Amt verzeichnete in diesem Zeitrum über 26 000 Anzeigen. Darunter waren 562 Vergehen wegen Körperverletzung und mehr als 900 amtlich erfasste Anzeigen wegen Bettelei und Landstreicherei. In dieser Zeit war es üblich, dass ein Polizist mindestens mit einer Dienstpistole bewaffnet auf Streife ging. Es waren unsichere Zeiten.
Anfang des Jahres 1926 fielen erhebliche Niederschlagsmengen, die einen hohen Wasserstand der Linde in Stargard verursachten. Die Stadtverordnetenversammlung vom 07. Januar regte daher an, eine Polizeiordnung zu erarbeiten, die in Fällen hoher Wassermengen in der Linde die Ableitung des Wassers auf städtischem Gebiet regeln sollte.
Die landwirtschaftlichen Güter und Betriebe waren in der Weimarer Republik auf den Einsatz von landwirtschaftlichen Saisonarbeitern angewiesen, die weniger Lohn als die einheimischen Landarbeiter erhielten und über die Wintermonate nicht versorgt werden mussten. Die Frauen und Männer hat man in der Rüben-, Heu-, Getreide-, und Kartoffelernte eingesetzt und meist in Schnitterkasernen untergebracht. Doch diese Unterbringungsmöglichkeiten reichten nicht aus.
In der Stadtverordnetenversammlung vom 22. Februar 1926 verlas man einen Brief in dem darüber Beschwerde geführt wurde, dass in verschiedenen Häusern in Stargard Schnitterwohnung gefunden worden wären, obwohl einheimische Familien schon jahrelang auf Wohnungen warteten. Die Polizei hätte in dieser Angelegenheit schon Maßnahmen ergriffen. Es könnte letztlich aber keinem Hauseigentümer verboten werden, Schnitter als Untermieter im Haus aufzunehmen.
Die Fremdenpolizei kontrollierte die Beschäftigungsgenehmigungen der Saisonarbeiter. Im Jahr 1928 waren im Amtsbezirk Stargard 1776 Saisonarbeiter registriert.
Fortsetzung folgt...