Es ist Heiligabend, früh am Tag,
ich schmücke grad den Baum,
da hör ich, wie es leise knackt,
nicht laut, man hört es kaum.
Was es wohl sein mag, frag ich mich,
doch muss ich in den Keller,
dort unten ist nur Schummerlicht,
ich such die bunten Teller.
Gefunden, kann sie also füllen
mit Nüssen, Apfelsinen,
mit Lebkuchen und Marzipan,
Gebäck und Rumrosinen.
Ja, das wird lecker, ich freu mich drauf
und kann es kaum erwarten.
Probier‘ ich eine? Es fällt nicht auf,
es darf nur nicht ausarten.
Geschenke gestern schon verpackt
für alle meine Lieben,
da hör ich wieder, wie es knackt,
was wird da nur getrieben?
Bis zur Bescherung ist noch Zeit,
ich geh im Wald spazieren,
die bunten Teller stehen derweil
beim Baum, nichts kann passieren.
Nun ist’s soweit,
der Baum erstrahlt im schönsten Lichterglanz,
Geschenke sind alle verteilt,
ich stutze, was ist das?
Die bunten Teller sind fast leer,
nur noch die Apfelsinen
und Nussschalen liegen umher,
wo ist der Rest geblieben?
Da seh‘ ich eine lange Spur
bis zu des Raumes Ende,
zwei Mäuschen flitzen über‘n Flur,
ganz fix und sehr behände.
Sie haben’s also weggebracht,
ich muss ein wenig lachen,
die Mäuse feiern um halb acht
auch fröhliche Weihnachten!
Sabine Kindermann, Penzin