Steh ich morgens auf der Waage
splitternackt und ohne Tuch,
stellt sich mir nicht diese Frage,
ob ich Nahrung hab genug.
Hier ein Röllchen, dort ‘ne Welle,
wenig Falten, dafür Speck,
hier und da noch eine Delle,
klammern sich und woll‘n nicht weg.
Treu sind sie, woll‘n sich nicht lösen,
haften an mir Tag für Tag,
diese kleinen, richtig bösen
Pölsterchen, die ich nicht mag.
Also los, nun wird es heiter,
‚Schmalhans‘ lade ich mir ein,
‚Friss die Hälfte‘ und so weiter
soll’n nun meine Gäste sein.
Dabei fröhlich noch zu bleiben,
ist gar wohl die wahre Kunst,
etwas Leckeres einverleiben,
steht sehr hoch in meiner Gunst.
Gemüse, Fisch und Hühnchen, zart,
Körnerbrot und wenig Butter,
und es ist doch nicht so hart,
find ich schon das richt‘ge Futter.
Schmackofatzig soll es sein,
frisch gekocht und auch gesunde,
die Portionen klein und fein,
und dann purzeln auch die Pfunde.
Und nach einer Woche dann
steh ich wieder auf der Waage,
zittrig zeigt sie es mir an:
weniger ist’s, gar keine Frage.