Die Sonne, seit Tagen ein kosmischer Brand,
quält tyrannisch das dürstende Land.
Welk Blatt und Halm, verbrannt Gras und Laub.
„Oh, dass es bald regne!", doch der Himmel bleibt taub.
Aber alles nimmt wie gewohnt seinen Lauf:
Wasserdunst steigt zum Himmel auf.
Macht zuerst das Himmelsblau blind,
verdichtet sich, bis es Wolken sind.
Die dämpfen zunächst der Sonne Brand,
türmen sich auf zur düsteren Wand —
und schließlich geben sie regenschwer,
erst zaghaft, dann heftig den Segen her.
Es regnet, es rinnt, es perlt, es rauscht
und Mensch und Vieh mit Staunen lauscht.
Es sprudelt, es plätschert, es gluckst, es quillt,
bis es Senken und Gräben mit Wasser füllt.
Und als das Dunkel sich dem Morgen beugt,
feuchter Nebel aus den Wiesen steigt.
Die Luft ist frisch nach dem nächtlichen Regen
und jeder verspürt ihn dankbar als Segen.
Wolfgang Pfannenschmidt, Bützow