Das 22. Bützow-Forum zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit findet in diesem Jahr am 29. und 30. Oktober statt.
Im Mittelpunkt steht die Geschichte religiöser Minderheiten in der DDR. Die Verfassung der DDR von 1949 garantierte die freie Ausübung der Religion: „Jeder Bürger genießt volle Glaubens- und Gewissensfreiheit. Die ungestörte Religionsausübung steht unter dem Schutz der Republik.“ Und doch gerieten Menschen aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen ins Visier des SED-Staates. Im Ergebnis bedeutete dies oft Gängelung in der Schule, eine eingeschränkte berufliche Perspektive oder gar Haft.
Im Anschluss an die öffentliche Gedenkveranstaltung am Krummen Haus, Schlossplatz 2, eröffnet Dr. Anna Kaminsky, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Tagung im Ratssaal des Rathauses, Am Markt 1. Auf dem Programm stehen u. a. Beiträge der Historiker Christoph Wunnicke und Falk Bersch. Zeitzeugen berichten im Gespräch von ihren Erfahrungen in der Diktatur. Am Abend wird in einer Konzertlesung das Werk aus Gedichten und Kompositionen der einst in Bützow inhaftierten Meta Kluge uraufgeführt. Am zweiten Tag trägt der Theologe und Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen Dr. Roland Löffler zur Frage der Religionsfreiheit in der DDR vor. Und Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Sternberg präsentieren die Ergebnisse ihrer Projektarbeit im Gespräch mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.
Tagesgäste sind herzlich willkommen und können sich ab sofort beim Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung M-V per E-Mail unter schwerin@fes.de oder online anmelden. Die Teilnahme an der Tagung sowie der Besuch der Konzertlesung sind kostenfrei. Weitere Informationen und das vollständige Programm folgen in der Oktober-Ausgabe des Landkuriers und ab Mitte September unter: www.fes-mv.de.
Veranstaltet wird das 22. Bützow-Forum gemeinsam von der Friedrich-Ebert-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern, der Landeszentrale für politische Bildung M-V, von Politische Memoriale e. V., dem Landesbeauftragten für M-V für die Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Stadt Bützow.