Am Dienstag, dem 27. Januar, wurde wieder traditionell der „Tag des Gedenkens“ im Gemeindesaal der Pfarrkirche „Maria Rosenkranzkönigin“ durch eine Gedenkveranstaltung mit anschließender Kranzniederlegung auf dem Ernst-Barlach-Platz würdig begangen.
Am 27. Januar 1945, vor nunmehr 81 Jahren, wurde das Konzentrationslager Auschwitz durch Soldaten der 322. Infanteriedivision der 60. Armee der I. Ukrainischen Front unter dem Oberbefehl von Generaloberst Kurotschkin befreit.
Teilnehmer der Gedenkveranstaltung waren u. a. der Bürgermeister der Hansestadt Demmin, Thomas Witkowski, der Präsident der Stadtvertretung, Eckhard Tabbert, Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter, Pastorin Uta Voll von der evangelischen Kirchengemeinde, der Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Thomas Müller, die Bürgermeister a. D. Ernst Wellmer und Dr. Michael Koch als Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. sowie Landtagsabgeordnete und Einwohner bzw. Einwohnerinnen der Hansestadt Demmin.
Die Teilnehmer gedachten der Opfer von Rassenwahn und einer menschenverachtenden Ideologie, die willkürlich Menschen jedes Existenzrecht abspricht.
In seiner Ansprache betonte Bürgermeister Thomas Witkowski, dass Auschwitz nicht nur ein Ort, sondern ein Symbol für das unvorstellbare Leid, das Millionen von Menschen während der NS-Zeit erleiden mussten, ist. Der Name „Auschwitz“ steht für die Grausamkeiten des Holocaust, für die systematische Vernichtung von Juden, Roma, politischen Gegnern und unzähligen weiteren Unschuldigen. Es erinnert uns an die dunklen Abgründe der menschlichen Natur, aber es steht auch für den ungebrochenen Willen zur Freiheit und zur Menschlichkeit, so Thomas Witkowski.
In seiner Ansprache benannte er die Opfer: 6 Millionen jüdische Menschen, 1,8 Millionen nichtjüdische polnische Zivilisten, 5,7 Millionen sowjetische Zivilisten, 312.000 serbische Zivilisten, 250.000 Menschen mit Behinderungen, 250.000 Sinti und Roma. Tausende Homosexuelle und die ungezählte Anzahl an politischen Gegnern und Widerstandskämpfern, die dem Holocaust und dem Vernichtungswahn der Nationalsozialisten zum Opfer fielen.
Das Gedenken galt aber auch aller Opfer von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in den Jahren nach 1945.
Im Anschluss an die Veranstaltung im Gemeindesaal legten die Vertreter der Stadt, des Landkreises, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der politischen Parteien Blumengebinde am Gedenkstein für die Opfer von Krieg und Gewalt auf dem Ernst-Barlach-Platz nieder.