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Demminer Nachrichten
Ausgabe 6/2026
Vereine, Verbände, Sportgruppen
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Demminer Ringerverein 1954 e. V. - Deutsche Meisterschaft U20

Die Reise nach Zella-Mehlis begann für den Demminer Ringerverein 1954 e.V. mit einem Gefühl aus Vorfreude und Anspannung. Früh am Morgen des 27. März machte sich das kleine Team auf den Weg. Kilometer um Kilometer wuchs die Spannung. Jeder wusste: Diese Deutschen Meisterschaften der U20 sind kein gewöhnliches Turnier. Es ist die Bühne der besten Nachwuchsringer des Landes. Hier zählt jeder Griff. Jeder Punkt. Jeder Moment und für Moritz könnte es die letzte Deutsche Meisterschaft sein.

In der Halle lag vom ersten Augenblick an eine besondere Atmosphäre. Im Mittelpunkt aus Demminer Sicht stand Moritz Wiese in der Gewichtsklasse bis 97 Kilogramm. Ein Athlet, der sich in den letzten Jahren stetig entwickelt hat.

Der erste Kampf ließ lange auf sich warten. Viertelfinale. Gegner: Enes Sakrak. Ein Name, der Respekt verlangt. Doch Moritz wirkte ruhig und fokussiert. Der Kampfrichter gab das Zeichen. Und dann ging alles schnell. Ein Griff. Ein schneller Zug. Moritz nutzte einen Moment der Unachtsamkeit. Er setzte nach. Druck nach vorn, schon nach 32 Sekunden lag Sakrak auf beiden Schultern. Schultersieg. 4:0. Ein kurzer Moment der Stille - dann brach der Jubel los. Trainer, Mitgereiste, Zuschauer. Ein Auftakt, wie man ihn sich kaum besser wünschen kann. Moritz hatte bereits damit ein Zeichen gesetzt.

Doch im Ringen folgen auf Höhen oft harte Prüfungen.

Das Halbfinale brachte mit Mirko Jung einen Gegner, der sofort Druck machte. Jung begann aggressiv. Er suchte den Kontakt und bestimmte das Tempo. Moritz jedoch hielt dagegen und versuchte in den Kampf zu finden. Doch Jung ließ ihm kaum Raum. Die ersten Punkte fielen schnell. Moritz wich aus, suchte nach Lösungen. Doch jeder Ansatz wurde gekontert. Nach 2 Minuten und 39 Sekunden stand es 0:11. Technische Unterlegenheit. Ein harter Moment. Die Enttäuschung war sichtbar. Doch genau hier zeigt sich Charakter. Aufstehen und Weitergehen. Denn das Turnier war noch nicht vorbei.

Am Mattenrand stand ein Mann, der solche Situationen kennt wie kaum ein anderer: Manfred Groß vom Greifswalder Ringerverein e.V.. Seit einem halben Jahrhundert lebt er den Ringkampfsport. Als Ringer, Trainer und Mentor. Mindestens fünfmal pro Woche steht er in der Halle. Er fand die richtigen Worte. Weiterkämpfen war das Motto.

Der zweite Kampftag begann mit neuer Spannung. Jetzt ging es um Bronze. Gegner im kleinen Finale: Walter Marsall. Ein starker Athlet. Doch Moritz wirkte gesammelt. Die Niederlage vom Vortag schien verarbeitet.

Der Kampf begann vorsichtig. Beide tasteten sich ab. Doch schnell übernahm Moritz die Kontrolle. Er arbeitete sauber und lag vorn. Dann ein kurzer Blick zum Trainer. Ein Nicken. Weiter! Im zweiten Abschnitt der ersten Runde erhöhte Moritz den Druck. Er setzte gezielte Aktionen. Marsall fand kein Mittel. Die Punkte wuchsen auf 7:0.

Noch eine Rolle - dann der Schlusspfiff. Technische Überlegenheit nach 2 Minuten und 59 Sekunden. Bronze ist sicher. Ein Moment der Erleichterung. Diese Medaille ist mehr als nur ein Ergebnis. Sie steht für harte Trainingseinheiten, frühe Trainingseinheiten, Rückschläge und für Durchhaltevermögen. Sie zeigt, dass sich Einsatz lohnt.

Auch die Rolle von Trainer Manfred Groß kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Seine Erfahrung gibt Sicherheit. Seine Leidenschaft steckt an. Er ist einer, der nicht nur Technik vermittelt, sondern auch Haltung. Gerade für junge Sportler ist das entscheidend.

Die Deutschen Meisterschaften haben einmal mehr gezeigt, wie hoch das Niveau im Nachwuchsbereich ist. Jeder Kampf verlangt Konzentration. Jeder Fehler wird bestraft. Gleichzeitig bietet dieses Turnier eine große Chance, sich zu zeigen. Sich zu entwickeln und über sich hinauszuwachsen.

Für den Demminer Ringerverein endet das Wochenende mit Platz 26 von 70 Vereinen. Eine solide Leistung mit nur einem Sportler in einem großen Teilnehmerfeld. Vor allem aber ein deutliches Zeichen: Der Verein ist konkurrenzfähig.

Moritz Wiese hat dabei eine besondere Rolle eingenommen. Sein Turnier zeigte zwei Seiten. Die Dominanz im ersten Kampf. Die Niederlage im Halbfinale. Und die starke Reaktion im kleinen Finale. Gerade diese Mischung macht einen Athleten aus. Siege zeigen das Können. Niederlagen formen den Charakter.

Der Blick richtet sich nun nach vorn. Die Saison geht weiter, neue Turniere stehen an und neue Herausforderungen warten. Für Moritz bedeutet das: weiter trainieren.

 

 

Für den Verein heißt es: Nachwuchs fördern, Strukturen stärken, die Basis verbreitern. Denn Erfolge wie dieser entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis gemeinsamer Arbeit. Und genau darin liegt die Stärke des Demminer Ringervereins. Zusammenhalt. Engagement. Leidenschaft für den Sport.

Die Matte wird wieder rufen und die Demminer Ringer werden bereit sein.

**Länderwertung:**

1. Platz:

Württemberg (48 Punkte, 19 Teilnehmer)

2. Platz:

Nordrhein-Westfalen (28 Punkte, 7 Teilnehmer)

3. Platz:

Mecklenburg-Vorpommern (26 Punkte, 6 Teilnehmer)

Quelle: [https://turniere.ringerDB.de/DeutscheMeisterschaftU20gr2026](https://turniere.ringerDB.de/DeutscheMeisterschaftU20gr2026)