Liebe Einwohnerinnen und Einwohner,
was meinen Sie, ist unsere Welt aus den Fugen geraten?
Wir leben in einer Zeit des radikalen Wandels und der Neuorientierung. Die Welt um uns herum verändert sich in einer Geschwindigkeit, bei der man manchmal nicht mehr weiß, wie man da noch mithalten kann.
International, geopolitisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich, medial und privat. Dann die Digitalisierung und die KI, die unseren gesunden Menschenverstand und unseren kritischen Blick auf scheinbar Vertrautes und Glaubwürdiges fordern. Was ist noch echt, was ist noch wahr?
Alles ist in Veränderung und viele unserer bisherigen Vorstellungen, Werte und Orientierungsmarken gelten plötzlich nicht mehr.
Wie gehen wir mit diesen Veränderungen auf allen Ebenen unsers Lebens um?
Haben wir Vertrauen in die Zukunft? Können wir das alles meistern, sind wir bereit dafür? Sind wir widerstandsfähig? Was können wir beeinflussen und was wollen wir erreichen? Haben wir noch die Kontrolle über Tun und Handeln?
Hier zeigt sich seit dem terroristischen Anschlag auf das Berliner Stromnetz und den so erzwungenen Blackout im Berliner Westen: Nicht nur die innere Sicherheit ist gefährdet insbesondere ist auch der Zivil- und Katastrophenschutz über Jahre vernachlässigt worden. Im Wissen und Bewusstsein, dass dieser Schutz Milliarden kostet, diese aber bedauerlicherweise an anderer Stelle verpulvert wurden.
Erschwerend kommt hinzu, dass kritische Infrastruktur häufig nicht mehr dem Staat gehört. Das wird eine sehr interessante Diskussion, wenn Steuermittel zukünftig dazu verwandt werden, Anlagevermögen von Strom- und Energieunternehmen zu schützen, die damit ja eine Gewinnerzielungsabsicht verfolgen.
Das Dilemma, dass wir jetzt erleben, ist von der europäischen Ebene aus Gründen des Wettbewerbsrechtes sehenden Auges initiiert worden. Die Trennung von Netz und Betrieb, bei Strom, Gas und auf der Schiene. Wenn Verantwortung und Haftung getrennt werden, ist das Ergebnis allerorten absehbar.
Es muss Veränderungen geben. Wir benötigen wache aufgeweckte Bürgerinnen und Bürger, Unternehmer und Mitmenschen, die Rahmenbedingungen fordern, damit Verantwortung und Haftung, Fordern und Fördern, Geben und Nehmen wieder in Einklang kommen.
Besinnen wir uns wieder auf unsere gemeinsamen Stärken und Eigenschaften.
So wird auch das härteste Jahr zur Chance.
Herzliche Grüße,
Ihre Constance von Buchwaldt
Bürgermeisterin