Titel Logo
Kiek Rin
Ausgabe 2/2026
Zur Sache
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Rede der Bürgermeisterin zum Neujahrsempfang der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft am 18.01.2026

Liebe Gäste,

ich wünsche Ihnen ein gesundes neues Jahr 2026 voller Tatkraft und Freude.

Auch unser diesjähriger Neujahrsempfang steht im Zeichen des Ehrenamtes und dessen Würdigung.

Wir sind Ihnen, die im Sinne der Gemeinschaft Verantwortung für andere Menschen übernehmen, zu großem Dank verpflichtet. Sie alle halten die Zivilgesellschaft zusammen und sorgen dafür, dass sie warmherzig bleibt.

Ich möchte beispielgebend die Kameradinnen und Kameraden unserer Freiwilligen Feuerwehren nennen, die mit Leib und Seele alle Unternehmen, Gebäude, landwirtschaftliche Flächen und Forst schützen. Vor allem aber schützen Sie die Einwohner dieser Gemeinde. Im Jahr 2025 rückten die Kameradinnen und Kameraden in der Feldberger Seenlandschaft 50 Mal aus.

Was das Ehrenamt in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft noch zu leisten vermag, werden wir im Rahmen der Ehrungen hören, und ich freue mich auf die Würdigung der Preisträger.

Unser Neujahrsempfang dient immer auch der Einordnung des Gewesenen und dem Blick in die Zukunft.

Die Wahrheit ist, dass niemand von uns weiß, was der nächste Tag bringt, was uns im übertragenen Sinne hinter der nächsten Ecke im Jahr 2026 erwartet. Das Leben ist geprägt von unerwarteten Veränderungen. Veränderungen bringen uns voran. Es kommt auf jeden von uns an, sich einzubringen, zu leisten an seiner Stelle oder ihrer Position. Ohne Leistung gibt es keine in sich funktionierende Gesellschaft.

Dass es in unserer Gemeinde Feldberger Seenlandschaft wirtschaftlich, touristisch und sozial vorangeht, haben wir den Unternehmerinnen und Unternehmern sowie den Steuerzahlern zu verdanken, die sich in einem herausfordernden Marktumfeld behaupten.

Die Unternehmen haben in 2025 eine ganz starke Entwicklung hingelegt. Die Gemeinde sieht das an der Entwicklung und der Zahlungen der Gewerbesteuer in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Die Eigentümer von land- und forstwirtschaftlichen Flächen steuern über die Grundsteuer A 140.000 Euro bei, die Eigentümer von bebauten Grundstücken entrichteten 550.000 Euro Grundsteuer B.

Insgesamt konnten 1,9 Millionen Euro an Realsteuern erzielt werden, d.h. über die Grundsteuern A, B und die Gewerbesteuer. Diese Einnahmen sind die Grundlage des kommunalen Agierens. Mit diesen Einnahmen werden u.a. die Aufwendungen für die Mitarbeiter beim Bauhof, der Reinigung, sowie der Kur- und Gemeindeverwaltung geleistet, 30 gemeindeeigene Gebäude unterhalten und bewirtschaftet, die beitragsfreie Kita für vier Einrichtungen gezahlt, die Kreisumlage entrichtet, der Personalkörper der Feuerwehr materiell und sächlich unterstützt, Technik beschafft. Es werden 10 Spielplätze unterhalten, 11 Friedhöfe bewirtschaftet und 80 kommunale Straßenkilometer betreut.

In 2025 wurden folgende größere Investitionen geleistet:

-

Der Digitalpakt Schule wurde fertig gestellt.

-

In der Hans-Fallada-Schule wurde die gesamte IT modernisiert.

-

Für die Schule wurden Inventar und Mobiliar angeschafft.

-

Für die Feuerwehren wurden PA-Geräte beschafft (für Atemschutzgeräteträger).

-

Der Spielplatz in Laeven wurde neu aufgebaut.

-

Planungen wurden vorangetrieben für Kita Dolgen, Rathaus und Feuerwehr.

-

Für 100.000 Euro hat die Gemeinde in der Strelitzer Straße ein Grundstück erworben, das für die strategische Entwicklung wichtig ist.

An dieser Stelle danke ich meinen beiden Stellvertretern Dr. Reiner Stöhring und Patrick Reußow sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung für ihren Einsatz, die geleistete Arbeit und ihre Power. Ich danke ebenfalls allen unseren Geschäftspartnern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir leben in einer Zeit des radikalen Wandels, der Neuorientierung, der Morgendämmerung einer neuen Zeit. Die Welt um uns herum verändert sich in einer Geschwindigkeit, bei der man manchmal nicht mehr weiß, wie man da noch mithalten kann.

International, geopolitisch, gesellschaftlich, medial. Gerade auch die Digitalisierung und die künstliche Intelligenz fordern uns, zumindest unseren gesunden Menschenverstand, und die kritische Auseinandersetzung mit Urheberrechten, geistigem Eigentum und inhaltlichen Quellen stellt uns vor große Herausforderungen. Viele unserer bisherigen Vorstellungen, Werte und Orientierungsmarken im Leben gelten plötzlich nicht mehr.

Sind wir bereit für diese Veränderungen?

Haben wir und unsere Kinder und Jugendlichen Vertrauen in unsere Stärken, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern!

Wie hoch ist der Preis, damit wir weiterhin in einer freien Gesellschaft leben können?

Der Preis ist der Wehrdienst, eine teure Landesverteidigung und die Akzeptanz, dass sich die Außenpolitik komplett verändern muss. Wir Europäer bekommen gerade auf die harte Tour erklärt, dass die alte Ordnung, Ergebnis des 2. Weltkrieges, zerfällt.

Ein Nato-Mitglied, die USA, erklärt einem anderen Nato-Staat, Dänemark, dass es die Insel Grönland besitzen will. Diese Radikalität ist neu, bisher war es kaum vorstellbar, dass ein Nato-Mitglied gegen einen anderen Nato-Staat militärisch vorgehen will. Von der Schutzmacht zur Besatzungsmacht, damit fordern uns die USA auf allen Ebenen.

Das ist der geopolitische Spannungsbogen vom Jahr 2025 in das Jahr 2026 hinein, dieser wird uns alle in Atem halten, weil er wirtschaftliche und fiskalische Auswirkungen haben wird.

Das heißt für uns alle: Wir müssen uns auf die eigenen Fähigkeiten, Stärken, Ressourcen konzentrieren, um Abhängigkeiten abzufedern. Das muss uns leiten auch bei unseren Entscheidungen vor Ort. Wir müssen wieder anfangen, lokal zu denken, u.a. bei der Ernährungs- und Versorgungssicherheit.

Zu unserer Gemeinde:

In das Jahr 2026 gehen wir mit 416 Unternehmen.

Laut unserem amtlichen Melderegister leben in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft 4.421 Menschen davon 608 Kinder unter 18 Jahren. Die Zahlen nach dem letzten Zensus liegen noch deutlich darunter.

Meinem Aufruf aus dem letzten Jahr, mehr Kinder zu zeugen, kamen Sie nur verhalten nach. Wir konnten leider nur 9 Geburten verzeichnen. Dagegen hatten wir 76 Sterbefälle. 28 Eheschließungen wurden im Standesamt beurkundet.

In die Hans-Fallada-Schule konnten wir 36 Kinder einschulen, dort werden derzeit insgesamt 285 Kinder beschult.

Geburtentechnisch war das Jahr 2025 somit ein dramatisches Jahr, denn alle öffentlichen Einrichtungen der Daseinsvorsorge hängen daran. Kinder, die nicht geboren werden, besuchen keine Kita, gehen nicht in die Schule, lassen sich nicht in einem Beruf ausbilden.

Seit der politischen Wende 1989/1990 wurden nicht mehr so wenige Kinder geboren. Trotz beitragsfreier Kita, trotz Kindergeld und guter Mutterschutzregeln ist es wohl auch ein Ausdruck von großer Unsicherheit bei jungen Menschen im gebär- und zeugungsfähigen Alter, dass so wenige Kinder geboren werden.

Die Feldberger Seenlandschaft ist ein wunderbarerer Ort für Familien. Wir haben Ärzte, Zahnärzte, eine Apotheke, Therapeuten und Pflegekräfte. Wir haben Kitas, Schule, Turnhalle und Spielplätze sowie eine Sparkasse. Diese Infrastruktur wird sich zukünftig auszahlen.

Die Gemeinde konzentriert sich bei ihren Investitionen weiterhin schwerpunktmäßig auf Schule, Kita, Daseinsvorsorge, Feuerwehr und auf den Zivil- und Katastrophenschutz.

Derzeit planen wir den Kita-Bau im Ortsteil Dolgen um. Aufgrund des Geburtenrückgangs wurde in Absprache mit dem Träger die Jugendhilfeplanung von 42 Plätzen auf 30 Plätze angepasst.

Wir widmen uns weiterhin der Schulhofumgestaltung und erweitern kontinuierlich den Sonnenschutz am Schulgebäude.

Wir werden ab März 2026 den Endausbau der Straße „Baugebiet Süd“ bewerkstelligen. Das Vorhaben Heimatstube wird weiter forciert. Hinzu kommen Löschwasserzisternen und kleinere Technik für die Feuerwehr. Außerdem treiben wir die Sanierung des Rathauses voran.

Es wird im Jahr 2026 genug Herausforderungen für uns alle geben, bekannte Probleme als auch unerwartete, denen wir uns stellen.

Wir müssen aber auch erkennen, dass es nicht allen Menschen gleich gut gelingt, mit dem Tempo der Veränderungen Schritt zu halten. Bitte achten Sie aufeinander, lassen Sie niemanden zurück, jeder wird gebraucht, weil jeder Talente oder Fähigkeiten besitzt.

Lassen Sie uns alle das Ziel vor Augen haben, dass wir uns gemeinsam füreinander einsetzen.

Führen wir uns vor Augen, dass nur wir gemeinsam unsere Gemeinde gestalten können. Es tut kein anderer für uns. Mit Willen und Respekt vor den Aufgaben!

Auf ein erfolgreiches Jahr 2026. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Constance von Buchwaldt

Bürgermeisterin