Der Verlust eines Kindes – sei es durch Tod oder gewaltsames Verschwinden – ist eine der schlimmsten Erfahrungen für Eltern und Familien.
Immer wieder nutzen Regierungen, ihre Behörden, aber auch terroristische Gruppen diese Urangst, um auf Familien und Gemeinschaften aus unterschiedlichen Gründen Druck auszuüben. Meist reicht die Drohung, die Kinder wegzunehmen oder ihnen etwas Furchtbares anzutun, um die Eltern gefügig zu machen. Deshalb wurde das Recht auf Kenntnis der eigenen Herkunft in die UN-Menschenrechtskonvention aufgenommen. Inzwischen ist der Schutz der Familie vor gewaltsamer Trennung in vielen Ländern rechtlich verankert. Erst kürzlich haben Staaten wie Kanada oder Australien politisch motivierte Kindesentziehung als Menschenrechtsverletzung anerkannt und Entschädigungsprogramme initiiert.
Bis heute ist die gesellschaftliche Sensibilität für und das Wissen über diese Verbrechen gering. Das Leid und die Traumata werden verdrängt. Die Schuld am Verschwinden der Kinder wird oft den Opfern zu geschoben.
Die Ausstellung zeigt, wie Menschen, Familien und Gemeinschaften durch politisch motivierten Kindesentzug zerstört wurden. Es werden Biographien von Betroffenen aus Argentinien, Deutschland, Kanada, der Sowjetunion und Spanien in ihrem jeweiligen historischen Kontext vorgestellt. Sie vermitteln die verheerenden Folgen für die Opfer.
Die Ausstellung läuft bis zum 30.12.2026. Der Zugang zur Ausstellung ist kostenfrei und an die Öffnungszeiten der Bibliothek gebunden:
| Di. und Do.: | 13:30 - 18:00 Uhr |
| Mi. und Fr. | 09:00 - 14:00 Uhr |
| jeden 1. Sa. im Monat: | 10:00 - 14:00 Uhr |
H. Matthews
Hans-Fallada-Bibliothek Feldberg