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Neue Friedländer Zeitung
Ausgabe 4/2025
Kultur
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De Verwesslung mit denn` Afrikaner

Illustration: Uwe Gloede, Maler und Zeichner, Insel Poel * Quellennachweis: August Rust, Erinnerungen an den Lazarettaufenthalt Hamburg-Altona, 1914

Een Buer ut de Hamborger Gägend treckt mit `n Pierd to Markt in Hamborg un kriggt dat Diert nu bäter betahlt, as he sick dat vermoden künn! Un denkt nu: „Na, nu hest Du schön Geld krägen, mihr as Du dacht hest. Nu kiek Di mal eens orrig Hamborg an!“ Na, he geht nu von een Kneip in de anner un is nu ok all `n bäten anheitert. Un endlich abends kümmt he noch in so `ne lütte Kneip, dor is as Gast blots noch een Afrikaner in. Un as Bedienung is so`n lüttes schneidiges Mäken. Na, he fröggt jo nu denn` Neger, ob he sick bie em hensetten dörf. „Ja, bitte!“ seggt de Schwarte. Dunn kümmt jo denn nu dat Mäken ok all un fröggt: „Was darf`s sein?“ „Jo, ick mücht `n Glas Bier!“ „Dree bitte!“ seggt dat Mäken. „Naja, denn dree“ seggt de Buer. „Ok dree Schnaps vörweg bitte!“ „Ok dat sall gellen“, seggt de Buer. Naja. un se drinken nu schön un vertellen nu schön. Un dat Mäken sitt`t em naher middewiel up`n Schoot un möckt em ümmer „ei“ mit de Hänn. Un geht ok intwüschen ruut un möckt sick de Hänn orrig schwart an`n Kakpott, un geht wedder rin. Un se sünd jo nu all schön in Stimmung. Un se möckt em nu so schön „ei“, un möckt em dat Gesicht orrig schwart, so as de Neger is. De Buer ward jo nicks gewohr. Na, nu endlich seggt he: „Dunnerwäder, ick möt jo ok Nachtquartier hebben! Koenen Se mi de Nacht behollen?“

„Ja“, seggt dat Mäken, „dat`s man schlicht. De Afrikaner hett de letzt` Stuuv` beleggt. Dat is allerdings `n tweeschläfriges Bett. Wenn Se sick einigen, denn koenen Se jo in een Bett schlapen.“

„Jo, mienetwägen“ seggt de Buer un denkt: „Affarben ward de Neger jo nich.“

Un dee seggt: „Ja, ja, mienetwägen koenen wi tosamen schlapen.“

„Ja“, seggt de Buer, „oewer ick mücht mit denn` iersten Togg nah Huus führen, morgen fröh.“

„Ja, ick weck Se“, seggt dat Mäken. Na, nu schlöppt se oewer ok `n bäten rieklich lang`, un as em weckt, dunn seggt se, wenn he sick beielt, künn he denn` Togg noch schaffen.

Na, he springt jo nu ok rasch rin in Strümp un Stäwel un Büx`, un denn jo nu de Straat langstürmt! Ünnerwägens, dor kümmt he an eenen Friseurladen vörbie, un dat is allens Speegel. Un nu süht he sick dor in`n Speegel, un dunn blifft he stahn, un dunn seggt he: „Harregott, nu hebben`s denn` Schwarten weckt, un mi hebben`s liggen laten!“

Uwe Schmidt, Niegenbramborg