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Neue Friedländer Zeitung
Ausgabe 6/2020
Vereine und Verbände
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Neue Ausstellung in der Kleinen Galerie Brohm vom 13. Juni - 9. Oktober 2020

Einladung

Brita Schönbeck

Sehen. Erleben. Gestalten

Seit Mitte Juni gibt es die Möglichkeit, eine neue Ausstellung in der Kleinen Galerie Brohm zu besuchen. Die festliche Vernissage mit Publikum hat der Kultur -und Heimatverein Brohm e.V. wegen der Coronakrise leider verschieben müssen. Hoffentlich kann die Eröffnung am 22. August, 11:00 Uhr, nachgeholt werden

Beim Ausstellungstitel „SEHEN, ERLEBEN, GESTALTEN“ denkt man zunächst automatisch an Reales - das Betrachten und Studieren eines Motivs in der Natur oder im Atelier.

In ihren Werken präsentiert Brita Schönbeck sehr vielseitige und unterschiedliche Gestaltungsspektren in Malerei, Zeichnungen und Collagen. Dabei bleibt das SEHEN Grundlage ihrer Gestaltung und wird zeichnerisch, „Die Ruine Eldena“ mit Bleistift, „Tampen am Strand“ mit Farbstiften, festgehalten. Auch architektonische und technische Motive, die malerisch umgesetzt werden, wie die „Zuckerfabrik in Anklam“, oder das „Stillleben mit Zahnrad“ basieren auf intensivem Studium einer vorgefundenen Realität.

Beeindruckende Erlebnisse im Hochgebirge animierten Brita Schönbeck zur Gestaltung des „Mont Blanc“. Durch starke Vereinfachung und formale Übertreibung erreicht sie eine Steigerung des bildnerischen Ausdrucks. Auch bei anderen abstrahierenden Malereien lässt sie- trotz Verfremdung - immer noch das reale Motiv erkennen.

In den letzten Jahren beschäftigt sich die Künstlerin zunehmend mit Collagen. Dabei werden geeignete Materialien in eine Malerei montiert, um die Stofflichkeit des Gegenstandes zu unterstreichen. Die Collage bleibt also flächig.

Zunehmend und mit viel Spaß sucht Brita Schönbeck aber Materialien, die ihr kreative Impulse zur Gestaltung geben. Das können Naturmaterialien, Wegwerfartikel, Schrottgegenstände sein. Wichtig für sie ist die Anregung, die Provokation des Gefundenen. In diesem Moment ist also das Material ihr eigentlicher Gestaltungsinhalt. Und sie entwickelt Fähigkeiten, das Gesammelte - frei vom Zwang etwas abbilden zu müssen - mit erstaunlich handwerklichen Fertigkeiten als Reliefs zu montieren. Die Fläche wird zum Raum,. die Collage zur Assemblage. Der Gestaltungsprozess bleibt meist ungegenständlich und manchmal spielerisch. Aber auch ein anderer Aspekt ist möglich. Bestimmte oder ausgefallene Materialien in ungewöhnlichen Verbindungen können neben ästhetischen Werten auch neue Inhalte assoziieren.

Brita Schönbeck ist in Anklam geboren und arbeitete nach ihrem Studium an der Universität in Greifswald 41 Jahre in ihrem Traumberuf als Pädagoge an immer der gleichen Schule, wieder in Anklam. Von 1987 - 2016 initiierte sie gemeinsam mit ihren Schülern 10 Kunstprojekte - vor allem Wandgestaltungen im öffentlichen Raum für Schule und Stadt.

Die Ausstellung ist von Mittwoch bis Sonntag von 11:30 Uhr - 14:00 Uhr und ab 18:00 Uhr zu den Öffnungszeiten der Gaststätte“ Brohmer Berge“ zu besichtigen.

Dr. Gisela Oertel