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Gemeindekurier Ostseeheilbad Graal-Müritz
Ausgabe 2/2026
Rathausinformationen
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Kommentar der Bürgermeisterin

Liebe Graal-Müritzerinnen und Graal-Müritzer,

beim Neujahrsempfang unserer Gemeinde haben wir gemeinsam auf das vor uns liegende Jahr 2026 geblickt. Herzlichen Dank an alle, die unserer Einladung gefolgt sind und ein besonders dickes Dankeschön an die fleißigen Helfer für die Organisation, den Gästeservice, das Buffet und die vielen Handgriffe im Hintergrund. Unser Neujahrsempfang war eine rundum gelungene Veranstaltung.

Gleich zu Beginn des Neujahrsempfangs würdigte der Bürgervorsteher Jörg Griese mein langjähriges ehrenamtliches Engagement für unsere Gemeinde. Diese Anerkennung hat mich sehr gefreut und geehrt.

Ein solcher Jahresbeginn ist immer eine gute Gelegenheit, innezuhalten – und zugleich nach vorn zu schauen: auf das, was vor uns liegt, und auf das, was wir gemeinsam gestalten wollen.

2026 wird ein Jahr mit wichtigen Vorhaben und sichtbaren Veränderungen in Graal-Müritz. Ein zentrales Projekt ist der Hortneubau, dessen Baubeginn wir im Frühjahr erwarten. Auch in unsere bestehende Infrastruktur investieren wir weiter: Am Schulgebäude sollen die Glasfassade und der Sonnenschutz instandgesetzt werden, dafür sind 300.000 Euro im Haushalt eingeplant. Nach fast zwei Jahren Planung soll zudem im Sommer die grundhafte Sanierung der Gartenstraße beginnen – eine anspruchsvolle Maßnahme, insbesondere mit Blick auf die Regenwasserableitung.

Auch im Ortsbild wird sich in diesem Jahr einiges verändern. Der bestehende ALDI-Markt wird abgerissen und durch eine neue, moderne Filiale ersetzt, die nach derzeitigem Stand bereits zum Sommer fertiggestellt sein soll. Auf dem ehemaligen Bahn-Gelände ist eine ergänzende Bebauung vorgesehen; zur Bahnhofstraße hin sind drei Mehrfamilienhäuser geplant. Ein konkreter Baubeginn steht hier noch nicht fest, dennoch zeigen diese Projekte: Unser Ort ist in Bewegung.

Ein wichtiges Thema bleibt die Wohnraumentwicklung. Ich rechne damit, dass wir in diesem Jahr eine Entscheidung der Gemeindevertretung zum Grundstück Birkenallee treffen können. Zugleich hoffe ich sehr, dass auch bei weiteren Vorhaben – in der Birkenallee neben Fahrrad Thon, bei der „verfallenden“ Doppelhaushälfte sowie an der Ecke Lange Straße / Kurstraße – Bewegung entsteht. Wohnbau braucht Zeit und Geduld, bleibt aber ein zentraler Baustein für die Zukunft unseres Ortes.

Die Ansiedlung von Gewerbe ist weiterhin herausfordernd. Umso mehr freue ich mich über positive Entwicklungen: In der Kurstraße besteht seit einem Jahr ein Sanitätsgeschäft, und im November hat dort ein junger Hörakustik-Meister sein Geschäft eröffnet. Sehr gut angenommen wird auch die Erweiterung des Geschäfts „Die Graaler Truhe“ um ein kleines Straßencafé – ein schönes Beispiel dafür, wie Angebote unseren Ort beleben und Aufenthaltsqualität schaffen.

Einen wichtigen Akzent setzte auch die Ansprache unserer Kurdirektorin Dörthe Hausmann, die den Blick auf die touristische Entwicklung unseres Ortes richtete. Sie skizzierte die Eckpunkte eines zukünftigen Tourismuskonzeptes und machte deutlich, wie sehr Graal-Müritz von seiner naturnahen Lage, der hervorragenden Luftqualität und seinem Profil als Erholungs- und Rückzugsort lebt. Graal-Müritz steht für Ruhe, Entspannung und Entschleunigung – Qualitäten, die für Gäste ebenso wie für Einheimische an Bedeutung gewinnen und die unser Ostseeheilbad auch künftig prägen sollen. Einen kleinen Höhepunkt bildete die Präsentation eines neu kreierten „Murrmann-Kräuter-Likör“, der diesen Anspruch auf genussvolle Weise aufgriff.

Ein besonders bewegender Moment des Neujahrsempfangs war die Übergabe der Ehrenbürgerurkunde an die Familie von Klaus Graf, dem auf Beschluss der Gemeindevertretung bereits im Jahr 2021 posthum die Ehrenbürgerwürde verliehen wurde. Fünf Jahre nach seinem Tod konnte diese Ehrung nun im Beisein seiner großen Familie feierlich nachgeholt werden. Klaus Graf hat Graal-Müritz über viele Jahre hinweg entscheidend mitgeprägt – als Mitglied der Gemeindevertretung, als Bürgervorsteher, als Vorsitzender des Sozialausschusses und als engagierter Mitbegründer der Stiftung Graal-Müritz e. V. Sein Wirken war getragen von Verantwortung, sozialem Engagement und einem tiefen Verständnis für demokratische Prozesse.

Besonders berührend war der Moment, als die Familie gemeinsam ein Graal-Müritz-Lied sang, das Klaus Graf selbst komponiert hatte – ein sehr persönlicher Ausdruck von Verbundenheit, der diesen Abend auf eindrucksvolle Weise prägte.

Dieser Moment hat gezeigt, wie sehr persönlicher Einsatz und Gemeinschaft unseren Ort prägen – damals wie heute.

„Ein neues Jahr gewinnt an Kraft durch das, was Menschen bereit sind, füreinander zu tun.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gutes, gesundes und zuversichtliches Jahr 2026.

Ihre Dr. Benita Chelvier
Bürgermeisterin