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Gemeindekurier Ostseeheilbad Graal-Müritz
Ausgabe 7/2026
Kultur und Freizeit
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Mit Liebe zum Detail: Modell des herzöglichen Teehauses wird restauriert

Zwischen den Dünen von Graal und Müritz befand sich einst ein ganz besonderer Rückzugsort des mecklenburgischen Hochadels: das herzögliche Teehaus. Das historische Holzhaus war ein Geschenk von Großherzog Friedrich Franz III. an seine Frau Anastasia und entwickelte sich schnell zu einem beliebten Ziel für die nachmittäglichen Ausflüge der fürstlichen Familie. Der Großherzog hatte das geräumige Teehaus auf einer Ausstellung in Rostock erworben und anschließend auf dem Kamm einer Düne zwischen Graal und Müritz errichten lassen. Umgeben von Küstenwald, Dünenlandschaft und Ostseeluft bot der Pavillon einen idyllischen Ort der Erholung und Begegnung.

Heute ist das einstige Teehaus nicht mehr erhalten und sein ursprünglicher Standort nicht mehr auffindbar. Dennoch lebt die Erinnerung an diesen besonderen Ort weiter. Umso mehr freue ich mich, dass wir seit letztem Jahr im Rahmen einer Schenkung des Förderverein Jagdschloss Gelbensande e.V. das Modell des Teehauses bei uns im Heimatmuseum Graal-Müritz bewundern können. Somit befindet sich nicht nur das für uns historische Teehaus im Museum, sondern auch das Modell vom Jagdschloss Gelbensande mit dem Maßstab 1:50. Dieser Nachbau wurde 2004 durch eine ABM Maßnahme zum Thema historischer Modellbau durch den Verein „Perspektive für die Region Bad Doberan e.V.“ erbaut.

Perspektivisch soll die Geschichte des Großherzogtums Mecklenburg und insbesondere der Einfluss von Großherzog Friedrich Franz III. (19.03.1851 - 10.04.1897) im Museum weiter ausgebaut werden. Viele ehrenamtlich engagierte Menschen arbeiten derzeit im Hintergrund daran, diesem wichtigen Kapitel unserer Ortsgeschichte gerecht zu werden und die historische Bedeutung unseres Ostseeheilbades erlebbar zu machen.

Das Modell des herzöglichen Teehauses habe ich als besonderen Schatz in gute Hände gegeben. Mit großer Leidenschaft widmet sich die Interessengemeinschaft der Graal-Müritzer Modelleisenbahner dieser besonderen Aufgabe. In aufwendiger Kleinarbeit entstehen originalgetreue Nachbauten der Umgebung, kleinere Reparaturen am Modell werden durchgeführt und sogar die damalige florale Landschaft wird aus Naturfunden aus der Rostocker Heide detailreich nachgebildet.

Die Modelleisenbahner arbeiten bereits seit 2010 in den Räumlichkeiten der ASB Mutter-Kind-Klinik „Heidesanatorium“. Durch die Unterstützung vom damaligen Bürgermeister Frank Giese sowie des ASB fanden die bereits seit 2008 aktiven Bastler dort eine feste Heimat für ihr kreatives Hobby. In gemeinschaftlicher Eigenleistung entstand in dem rund 25 Quadratmeter großen Raum sogar eine zweite Ebene. Auch die Treppe dorthin wurde vollständig in Eigenarbeit realisiert und konnte durch Spendengelder sowie Mitgliedsbeiträge finanziert werden. Die Modelleisenbahner Siggi, Udo, Karl, Rolf, Micha und „Atze“ haben inzwischen rund 8.000 Arbeitsstunden in ihr außergewöhnliches Hobby investiert. „Mit einem ruhigen Händchen und Geduld & Spucke“, wie Karl bei meinem Besuch in der Kreativwerkstatt schmunzelnd erklärte.

Zu den Hauptaufgaben der engagierten Modellbauer gehören Reparaturen, Instandhaltung und Wartung der Anlagen. Der größte Feind sei dabei der Staub. Deshalb wurde eigens eine „Staubsaugerbahn“ angeschafft, wie Rolf voller Stolz präsentierte.

Wer selbst Eisenbahn-Enthusiast ist oder Freude an filigraner Handarbeit hat, ist herzlich eingeladen, die Modelleisenbahner zu besuchen. Interessierte können montags und donnerstags jeweils von 15:00 bis 17:00 Uhr vorbeischauen.

Trotz der umfangreichen Arbeiten an ihrer eigenen Anlage haben sich die Modelleisenbahner Zeit für das Projekt „Teehaus“ genommen und konnten bereits im Mai erste Erfolge präsentieren. Mit über 25 Arbeitsstunden und viele fleißige Hände konnte das Modell fertig gestellt werden und dem Heimatmuseum Graal-Müritz am 11.06.2026 übergeben werden.

Mit einem herzlichen „dankeschön“ an Siggi, Udo, Karl, Rolf, Micha und „Atze“ verabschiede ich mich hiermit und freue mich das Schmuckstück jetzt wieder im Museum zu haben.

Steffi Jentsch
Museumsleitung

Quelle: Förderverein Jagdschloss Gelbensande e.V., Heimatmuseum Graal-Müritz