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Greifswalder Stadtblatt
Ausgabe 1/2026
Amtlicher Teil
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112 im Fokus: Internationaler Notruftag und wichtige Hinweise zu Bränden - Vorsorge, Verhalten und Hilfe

Bevölkerungsschutz in Greifswald – Teil 7

Am 11. Februar wird europaweit der Internationale Notruftag begangen. Er erinnert daran, dass die einheitliche Notrufnummer 112 in allen EU-Mitgliedsstaaten sowie in vielen weiteren Ländern gilt und Menschen in Notlagen schnelle Hilfe von Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdiensten erhalten. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Notruf-App Nora (https://www.nora-notruf.de) hingewiesen. Mit ihr können Bürgerinnen und Bürger in Deutschland einen Notruf absetzen, wenn sie nicht telefonieren können oder möchten. Die App übermittelt den Standort automatisch an die zuständige Leitstelle und erleichtert so eine schnelle und präzise Hilfeleistung.

Damit die Einsatzkräfte schnell und gezielt helfen können, ist es wichtig, beim Absetzen eines Notrufs über die 112 einige grundlegende Angaben zu machen.

Bewährt hat sich die sogenannte „5-W-Regel:
  • Wo ist etwas passiert? (genaue Adresse, markante Punkte nennen)
  • Was ist passiert? (Brand, Unfall, medizinischer Notfall usw.)
  • Wie viele Betroffene gibt es? (Anzahl verletzter oder gefährdeter Personen)
  • Welche Art von Verletzungen oder Gefahren liegen vor? (z. B. Rauchentwicklung, eingeklemmte Personen)
  • Warten auf Rückfragen der Leitstelle – nicht sofort auflegen, sondern die Verbindung halten.

Diese Angaben helfen der Leitstelle, die richtigen Einsatzkräfte schnell und zielgerichtet zu alarmieren. Wer die Notruf-App Nora nutzt, übermittelt zusätzlich automatisch seinen Standort, was die Hilfe noch schneller und präziser macht. Da Brände besonders schwerwiegende Folgen haben können, legen wir den Schwerpunkt dieser Ausgabe bewusst auf den Brandschutz.

Vorsorgen für den Brandfall: Zur Prävention gehört vor allem, dass Rauchmelder installiert und regelmäßig geprüft werden. Sie sind ein unverzichtbares Frühwarnsystem, das im Ernstfall wertvolle Sekunden verschafft und Leben retten kann. Ebenso wichtig ist der sichere Umgang mit elektrischen Geräten: Mehrfachsteckdosen dürfen nicht überlastet werden, beschädigte Kabel sind sofort auszutauschen und Geräte sollten bei längerer Abwesenheit vom Stromnetz getrennt werden. Auch beim Umgang mit offenem Feuer ist besondere Vorsicht geboten. Kerzen dürfen niemals unbeaufsichtigt brennen, sollten standsicher platziert und von brennbaren Materialien ferngehalten werden. Wer einen Kamin oder Ofen betreibt, muss auf fachgerechte Wartung und sichere Lagerung von Brennmaterial achten. Darüber hinaus ist es entscheidend, dass Fluchtwege jederzeit frei zugänglich sind. Treppenhäuser, Türen und Notausgänge dürfen nicht zugestellt werden, damit im Ernstfall eine schnelle und sichere Evakuierung möglich ist. Wer diese einfachen Regeln beachtet, kann das Risiko eines Brandes deutlich verringern.

Was tun, wenn es brennt?: Kommt es dennoch zu einem Brand, zählt jede Sekunde. Das Wichtigste ist, sofort den Notruf 112 zu wählen, damit Feuerwehr und Rettungsdienste schnell alarmiert werden. Danach muss das Gebäude so schnell wie möglich verlassen werden. Dabei sollten Türen geschlossen (nicht verriegelt) werden, um die Ausbreitung von Feuer und Rauch zu verlangsamen. Andere Personen im Gebäude sollten gewarnt und beim Verlassen unterstützt werden, jedoch immer unter Beachtung der eigenen Sicherheit. Niemand sollte versuchen, persönliche Gegenstände mitzunehmen – Menschenleben haben oberste Priorität. Aufzüge dürfen in einem Brandfall nicht benutzt werden, da sie zur tödlichen Falle werden können; stattdessen sind die Treppen zu nutzen. Wenn es gefahrlos möglich ist, können Löschmittel wie Feuerlöscher oder Löschdecken eingesetzt werden, um kleinere Brandherde einzudämmen. Dabei ist wichtig, die richtige Handhabung zu kennen und sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Wer unsicher ist oder merkt, dass das Feuer bereits zu groß ist, sollte sofort den Rückzug antreten und auf die Einsatzkräfte warten. Ebenso entscheidend ist es, sich nach dem Verlassen des Gebäudes an einem sicheren Sammelpunkt aufzuhalten und dort auf weitere Anweisungen der Feuerwehr zu warten. So behalten die Einsatzkräfte den Überblick und können sicherstellen, dass niemand im Gebäude zurückgeblieben ist.

Hinweise bei Großbränden: Bei Großbränden kann es zu einer erheblichen Rauchentwicklung kommen, die auch weit vom eigentlichen Brandort entfernt zu Beeinträchtigungen führt. Im Gefahrenbereich sollten Fenster und Türen unbedingt geschlossen gehalten sowie vorhandene Lüftungs- und Klimaanlagen abgeschaltet werden, um das Eindringen von Rauch zu verhindern. Zur schnellen Information über größere Einsatzlagen empfehlen wir die Nutzung der Warn-App NINA. Die App informiert über regionale Gefahrenlagen und gibt konkrete Handlungsempfehlungen. Achten Sie auf Hinweise aus der App und verfolgen Sie zusätzlich die aktuellen Meldungen in den Medien, um jederzeit über die Lageentwicklung informiert zu bleiben.

Handeln nach dem Brandfall: Auch wenn die Flammen gelöscht sind, ist die Gefahr noch nicht vorbei. In vielen Fällen bleiben Schadstoffe, Rauchgase oder eine akute Einsturzgefahr bestehen. Deshalb dürfen betroffene Bereiche nicht betreten werden, solange die Feuerwehr oder Polizei dies nicht ausdrücklich erlaubt. Die Einsatzkräfte sichern das Gelände und prüfen, ob weitere Risiken bestehen – ihre Anweisungen sind unbedingt zu befolgen. Betroffene sollten Schäden sorgfältig dokumentieren. Fotos und schriftliche Aufzeichnungen helfen dabei, Ansprüche gegenüber Versicherungen und Behörden geltend zu machen. Neben den materiellen Verlusten darf die psychische Belastung nicht unterschätzt werden. Hilfsangebote wie Beratungsstellen, psychologische Unterstützung oder Gespräche mit Fachleuten sollten daher frühzeitig genutzt werden. Auch der Austausch mit Familie und Freunden kann helfen, die Folgen besser zu bewältigen. So endet ein Brand nicht mit dem Löschen der Flammen – erst durch umsichtiges Handeln danach wird die Sicherheit wiederhergestellt und der Weg für eine geordnete Rückkehr in den Alltag geebnet.

Mit der europaweiten Notrufnummer 112 und der Notruf-App Nora steht schnelle Hilfe bereit. Doch jeder Einzelne kann durch umsichtiges Verhalten und einfache Vorsorgemaßnahmen dazu beitragen, Brände zu vermeiden und im Ernstfall richtig zu reagieren. Die Feuerwehr Greifswald appelliert deshalb an alle, Verantwortung zu übernehmen – für die eigene Sicherheit und die der Gemeinschaft.