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Greifswalder Stadtblatt
Ausgabe 12/2018
Amtlicher Teil
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Ehrung Weltbehindertentag - 2018

Claudia Lohse-Jarchow setzt sich für ein Umdenken der Gesellschaft ein, Foto: Pressestelle

Miteinander leben“ - Greifswald ehrte Engagement für Barrierefreiheit

Anlässlich des Weltbehindertentages am 3. Dezember werden in Greifswald traditionell Bürgerinnen und Bürger geehrt, die sich in besonderer Weise für Menschen mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen einsetzen. In diesem Jahr würdigten die AG „Barrierefreie Stadt“ und die Stadtverwaltung das Engagement von Claudia Lohse-Jarchow und Susan Hohmann.
Claudia Lohse-Jarchow ist selbst auf einen Elektrorollstuhl und ständige Assistenz angewiesen. Seit ihrer Geburt lebt sie mit einer fortschreitenden Muskelerkrankung. Sie arbeitet aktiv in der Ortsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Muskelerkrankte und in der Wieker Kirchgemeinde mit. Darüber hinaus berät sie die AG „Barrierefreie Stadt“ zu Themen wie Verbesserung der Mobilität, des Nahverkehrs und der eigenen Selbstständigkeit. Claudia Lohse-Jarchow ist Künstlerin und arbeitet vorrangig mit ihrem Mann an gemeinsamen Foto-Interview-Projekten. Die Ergebnisse dieser seelsorgerlich orientierten Arbeiten präsentiert das Paar zusammen mit ihrem Verein ZeitAnschauen e. V. in Ausstellungen.
In einer bewegenden Festrede forderte Claudia Lohse-Jarchow ein Umdenken der Gesellschaft. Viele Menschen würden Einschränkung erfahren, weil sie sich beispielsweise ein Bein brechen oder eine Brille benötigen. „Vielleicht sollten wir irgendwann nicht mehr von Menschen mit und ohne Behinderung sprechen, sondern von Menschen mit Bedürfnissen und Fähigkeiten.“
Außerdem wurde die Inhaberin des Geschäftes NAUTISTORE, Susan Hohmann, geehrt. Zwei Treppenstufen muss man überwinden, um in ihren Stoffladen in der Knopfstraße zu kommen. Damit RollstuhlfahrerInnen trotzdem ihr Angebot betrachten können, hat sie eine mobile Rollstuhlrampe angeschafft.
Am 3. Dezember übergab das Behindertenforum drei weitere Kofferrampen an Geschäfte in der Innenstadt: an die Parfümerie Douglas, Martins Bio und Juwelier Richter. Letzterer teilt sich die Rampe mit dem Friseursalon Miss Sophie. Finanziert wurden die mobilen Rampen aus dem Budget der Ortsteilvertretung Innenstadt.