Rudolf Biederstedt
Fast vier Jahrzehnte, von 1954 bis 1983, leitete Rudolf Biederstedt das Greifswald Stadtarchiv. In den Anfangsjahren „erschuf“ er das Archiv mit wenigen Mitarbeitern durch die sorgfältige und gründliche Ordnung, Erschließung und Erforschung des Archivguts. Eine große Anzahl an Publikationen zeigen Biederstedts nachhaltiges, vielfältiges und tiefes Interesse an der Geschichte Greifswalds und Vorpommerns. Dazu gehörten unter anderem die Greifswalder Grundstückschronik und Untersuchungen zur Verfassungsgeschichte der Stadt und Vorpommerns Einer breiten Öffentlichkeit ist er vor allen durch seine Bücher zu Sehenswürdigkeiten Greifswalds und der angrenzenden Küstenregion und seine plattdeutschen Kurzgeschichten bekannt. Rudolf Biederstedt starb am 14. März 1996.
Durch ein umfangreiches Erbe väterlicherseits konnte sich Johanna Odebrecht, geboren 1794 in Greifswald, der Armenversorgung in der Stadt widmen. Dazu gründete sie 1828 in Greifswald eine Armenschule in der Wollweberstraße. Nicht nur gehörte ihr das Haus, sie kam auch für alle laufenden Kosten auf. Allerdings standen ihre rabiaten Erziehungsmethoden schon zu Lebzeiten in der Kritik. Johanna Odebrecht starb 1856 in Schlesien. Sie stiftete ihr Vermögen für die Armenschule und ein Rettungshaus. Die Armenschule wurde 1886 aufgelöst. Mit der Errichtung des Rettungshauses in der Gützkower Landstraße wurde 1902 begonnen – der Grundstein für die heutige Johanna-Odebrecht-Stiftung.