Vor 70 Jahren, am 20. Mai 1956, starb der Architekt G. W. Bastel. In Greifswald war er für rund vier Jahrzehnte einer der wichtigen Vertreter seines Faches. Seit 1904 bei der Stadt fest angestellt, wurde Bastel im Herbst 1919 zum Leiter der Hochbauamtes und damit Stadtbaumeister ernannt. Sein Dienstverhältnis mit der Kommune endete erst im April 1946. Nach Bastels Plänen und in seiner Regie entstanden ab 1910 und besonders während der 1920er und 1930er Jahre etliche Gebäude und Bauensembles. Bastels Hauptaufgabe war es, auf möglichst effiziente Weise ein Maximum an Wohnraum zu schaffen. Dies war alles andere als leicht aufgrund der wirtschaftlichen Misere nach dem 1. Weltkrieg und den Folgen der Weltwirtschaftskrise seit Ende 1929. Kompetent und pragmatisch orientiert, plante und realisierte Bastel größere Wohnquartiere bzw. -höfe und ganze Siedlungen. Sie bilden komplexe urbane Strukturen in den historischen Vorstädten und an der städtischen Peripherie. Dazu gehören etwa die Einzel- und Reihenhäuser in der Gebrüder-Witte-Str. und eine Gruppe von Wohnblöcken an der Franz-Mehring-Str. Die Gesamtplanung der Vorstadt- und Obstbausiedlung lag ebenso in Bastels Verantwortung. Für ihre Zeit typische und beispielhafte Architekturen, die heute unter Denkmalschutz stehen, schuf Bastel mit dem Wohnhof an der Wolgaster Str. 91 - 102, einem Gebäude-Ensemble am St. Georgsfeld sowie mit der Ernst-Moritz-Arndt-Schule. Auch hatte Bastel das Stadion an der Wolgaster Str. konzipiert und ihm seine stringente städtebauliche Komponente verliehen.