„Akt & Landschaft“ von Klaus Ender (AFIAP) (* 02.04.1939 † 18.03.2021) vom 24. August 2025 bis 2. Mai 2026 im Natur-Museum Goldberg
Vernissage: am 23. August 2025 um 17:00 Uhr
Vor 50 Jahren initiierte Klaus Ender die erste Aktausstellung der damaligen DDR. Zehn Jahre hatte er sich dafür eingesetzt. Ein erster Versuch 1965 in Sassnitz auf Rügen war gescheitert. Doch der Ästhet gab nicht auf. Durch zahlreiche Veröffentlichungen in „Das Magazin“ und anderen Zeitschriften hatte er sich einen Namen gemacht. Mit seiner sensiblen Auffassung wurde er ein Wegbereiter. Seine dezente Darstellung des weiblichen Körpers überzeugte. Er konnte den Fotografiker Gerd Rattei als Partner gewinnen. Beide eröffneten am 16. September 1975 auf der Freundschaftsinsel in Potsdam diese Ausstellung. Sie sollte Geschichte schreiben. Das Genre wurde als Kunstrichtung anerkannt. Aufgrund des riesigen Erfolges in Potsdam zog „Akt & Landschaft“ als Wanderausstellung durch weitere Städte und konnte über 100.000 Besucher verzeichnen. Das machten sich die Kulturfunktionäre zu Nutze und erhoben die Ausstellung 1979 zur Triale, an der sich alle DDR-Fotografen beteiligen konnten.
1962 war der Saisonbäcker in Thiessow auf Rügen gestrandet, im Gepäck seine Kamera. Die Faszination für die Fotografie hatte er längst entdeckt und sie sollte ihn zeitlebens begleiten. Im Jahr 1963 entstanden die ersten Aktaufnahmen. Der Autodidakt erhielt 1966 auf Grund seiner fotografischen Leistung die Zulassung für freischaffende journalistische Tätigkeit. 1979 zeichnete ihn der Weltverbandes für Kunstfotografie (FIAP) mit dem internationalen Ehrentitel ARTISTE FIAP (AFIAP) aus. Das Ministerium für Unterricht und Kunst in Wien stufte ihn 1982 als „Bildender Künstler der Fotografie“ ein.
Die Ausreise nach Österreich 1981 bezahlte der Initiator der ersten Aktausstellung teuer. Ein Abtrünniger wurde in der DDR aus allen Archiven getilgt. So überging man die Ausstellung von 1975 und erklärte die von 1979 zur ersten – eine Geschichtsverfälschung noch bis weit nach der Wende. Doch der Name Klaus Ender ließ sich aus der Geschichte der Aktfotografie nicht löschen.
1996 kehrte der Naturliebhaber zurück auf die Insel Rügen – zurück zu der Insel, die ihn einst bewogen hatte, Fotograf zu werden. Seitdem widmete er sich wieder verstärkt der Aktfotografie und präsentierte seit 2006 seine „Akt & Landschaft“ regelmäßig. Um viele Aufnahmen ergänzt, zeigt die legendäre Exposition inzwischen fast sechs Jahrzehnte künstlerischer Aktfotografie. Der Ästhetik fühlte er sich immer verbunden und beugte sich keinem Zeitgeist. Bis hin zu seinem letzten Modell, das er auf Fuerteventura fotografierte, stand die natürliche Sinnlichkeit im Fokus. Die Unbefangenheit, die seine Bilder ausstrahlen, üben einen besonderen Reiz auf den Betrachter aus und machen sie unverwechselbar. Er verstand es meisterhaft, die Modelle von ihrer schönsten Seite zu präsentieren, ihre Körpersprache in ein Gleichgewicht zu bringen und ihnen ihre Persönlichkeit zu bewahren. Oft verband Ender die Schönheit der Landschaft mit der des weiblichen Körpers, und wies so darauf hin, wie verletzlich Mensch und Natur sind. Die Harmonie zwischen beiden war ihm ein besonderes Anliegen.
Bis zum Schluss war die Fotografie seine Passion. Seine bewegenden Bilder zeugen von großem Respekt vor der Natur. Seit 2002 widmete er sich als Dichter und Aphoristiker der deutschen Sprache und bewies auch in diesem Genre eine besondere Sensibilität im Umgang mit Themen wie Trauer und Abschied, aber auch Liebe, Glück oder innerem Frieden. Im eigenen Art Photo Verlag erschienen und erscheinen Aktbücher, Gedicht- und Aphorismus-Bildbände, Kunstkarten, Kalender u. v. m.
Klaus Ender wünschte sich, dass die ästhetische Aktfotografie auch in Zukunft ihren Platz findet. Seine Ausstellung trägt diesen Gedanken weiter. Über die gesamte Dauer sind seine Bücher und andere Publikationen erhältlich, darunter auch der Kalender „Akt & Landschaft“ für 2025 – eine Jubiläumsausgabe, die ausschließlich Fotografien der ersten Schau von 1975 enthält, sowie der „Ganz persönliche Jahresbegleiter“.
Während der Ausstellungsdauer ist der Dokumentarfilm „Klaus Ender – Wenn Bilder eine Seele haben…“ (Heimat-Bild-Verlag) mehrfach zu sehen. Er zeigt auf beeindruckende Weise den ungewöhnlichen Weg des außergewöhnlichen Künstlers vom Amateur zu einem der renommiertesten deutschen Aktfotografen.