Ein ruhiger Tag in den eigenen vier Wänden und einfach von einer stressigen Woche entspannen, für viele wird der Sonntag genau so aussehen. Wir als Jugendgruppe haben uns gefragt, woher kommt dieses Konzept des Sonntages überhaupt und feiern wir ihn alle gleich?
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, ging es für unsere Jugendgruppe zusammen mit unserem Gemeindepädagogen Albrecht Stegen und Pfarrer Stefan Busse schon am frühen morgen vom Stralsunder Hauptbahnhof mit den EJP-Bussen los nach Berlin. Dank eines Parkhauses am Rande Berlins mit einem genauso gutem Angebot wie enge Parkmöglichkeiten, musste sich um den Verbleib der Autos keine Gedanken gemacht werden und es ging weiter mit der S- und U-Bahn ins Stadtzentrum. In Berlin angekommen machten wir uns auf den Weg zur W. Michael Blumenthal Akademie, die 2012 erstmals ihre Türen öffnete und bis heute finden hier Forschung, Bildung und Dialog ihren Platz. Durch viel Glück und Einsatz unserer Betreuer, hatten wir die Gelegenheit an einem der beliebten und gefragten Workshops teilzunehmen und erhielten eine interessante und durchweg informative Führung durch das Jüdische Museum im Ortsteil Kreuzberg. Hierbei widmeten wir uns vorallem dem Neubau im Stil des Dekonstruktivismus von dem Architekten Daniel Libeskind, der durch die zickzackförmige Architektur eine besondere Art erschuf, den Menschen von heute die Geschichte von damals näher zu bringen. Für uns enthielt diese Führung nicht nur traditionelles jüdisches Gebäck und eine Geschichtsstunde über eine Interpretation der Geschichte um Noah, sondern auch eine Ausstellung, die sowohl das Grauen und die bedrückende Stille, als auch die Errungenschaften und Verknüpfungen mit dem Christentum der jüdischen Geschichte zeigte. Nach dem historischen Studium, ließen wir den Tag im ALEXA ausklingen und machten uns dann wieder auf dem Weg nach Hause. Auch wenn das Wetter in manchen Momenten nicht ganz mitspielte und wir durch Regen und Schnee gefahren sind, war der Tag für alle Beteiligten ein schönes Erlebnis und eine Möglichkeit die jüdische Kultur besser kennenzulernen. Wir haben festgestellt, dass Juden und Christen viel gemeinsam haben und auch wenn wir den Sonntag oder Sabbat unterschiedlich feiern, hat er doch eine ähnliche Bedeutung und ist nur einer der vielen Parallelen zwischen den Glaubensrichtungen. Am Ende mitgenommen von diesem Ausflug haben wir alle, dass sich die Geschichte des zweiten Weltkrieges niemals wiederholen darf und dass Juden und Christen friedlich nebeneinander leben können, da wir am Ende alles nur Menschen sind und doch an die gleichen Grundsätze glauben.