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Der Usedomer Norden
Ausgabe 11/2024
Schul- und Kindergartennachrichten
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Heinrich-Heine-Schule Karlshagen - Erasmus+

Lasst uns Brücken bauen

Vom 25. September bis zum 1. Oktober 2024 trafen sich zum vierten Mal Jugendliche aus Polen, Belgien, Deutschland und den Niederlanden im Rahmen von Erasmus+ diesmal in Noordwijk in den Niederlanden. Es wurden wieder neue Freundschaften geknüpft und voneinander gelernt, wie vielfältig Europa sein kann. Ein abwechslungsreiches Programm stand auf der Tagesordnung. Aus unserer Schule waren Felix, Vico, Rohan, Emma und Emmi Teilnehmer des Erasmus+ Projektes „Menschenrechte schützen – Verantwortung übernehmen“. Sie erlebten fünf sehr ereignisreiche, aber auch arbeitsreiche Tage.

Unser erster Tag begann mit einer Art „Speed-Dating“, bei dem wir ins Gespräch kamen und uns kennenlernten. Im Anschluss stand ein Team-Building-Workshop auf dem Programm, bei dem wir eine kreative Aufgabe lösen mussten: Mit Holzstäbchen, Klebestreifen und Knete bauten wir in kleinen Teams eine stabile Brücke. Jedes Team bestand jeweils aus einem Belgier, Niederländer, Polen und einem Deutschen. Dabei entstanden sehr schöne Bauwerke. Brücken sind schließlich ein Symbol für so viele Dinge. Am Nachmittag ging es ins Englandfahrermuseum in Noordwijk. Das Museum erinnert an die mutigen Fischer und Seeleute, die während des Zweiten Weltkriegs heimlich von der niederländischen Küste nach England segelten, um dem Widerstand zu helfen. Das war eine sehr interessante Führung und Audio-Tour.

Nach einem gemeinsamen Abendessen konnten wir den Tag entspannt ausklingen lassen und uns schon auf die nächsten Aktivitäten freuen.

Felix Radtke

Am zweiten Tag fuhren wir zum ICC (International Criminal Court) nach Den Haag, um uns dort eine Gerichtsverhandlung und die Aufgaben bzw. Funktionen dieses Gerichts anzusehen. Nur eine kleine Erhöhung und Glaswand trennte uns vom eigentlichen Gerichtssaal. Der Angeklagte aus dem Sudan wird verdächtigt, in 31 Fällen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Um das ICC besser verstehen zu können, erhielten wir noch nähere Informationen dazu. Unsere nächste Station war das „Oranje Hotel“, das Gefängnis von Scheveningen, in dem Angehörige des niederländischen Widerstandes während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg inhaftiert waren. Viele Menschen starben dort auf qualvolle Art. In Zeitzeugeninterviews mit Überlebenden konnte man ihnen ansehen, dass das Ganze sehr schlimm gewesen sein muss. Ich werde das sicher nicht so schnell vergessen.

Es war ein sehr interessanter Tag und ich habe sehr viel Neues gelernt. Ich werde wohl noch ein wenig länger über all das nachdenken. Es war sehr beeindruckend.

Emmi Gierke

Am dritten Tag arbeiteten wir am Vormittag im Hostel in Gruppen. Unsere erste Aufgabe lautete: Stelle dir vor, du steigst in ein Flüchtlingsboot und du kannst nur einen kleinen Rucksack mitnehmen. Ihr könnt maximal 7 Dinge mitnehmen. Einigt euch in der Gruppe welche. Zeichnet anschließend diese Gegenstände in Originalgröße in einen fiktiven Rucksack mit den Maßen 45x30 cm. Wir hatten eine Reihe von Vorschlägen in unserer Gruppe. Aber es war nicht so einfach, sich zu einigen. Wir haben es aber trotzdem geschafft.

Nach einer gemeinsamen Auswertung bekamen wir die zweite Aufgabe. Wir sollten in der Gruppe darüber sprechen, was uns im „Oranjehotel“ am meisten berührt hat. Das waren sehr interessante und anregende Gespräche. Am Nachmittag fuhren wir nach Den Haag zum „Friedenspalast“ und informierten uns im Besucherzentrum über die Geschichte der Friedensbewegung und die im Friedenspalast ansässigen Institutionen. Danach durften wir die Stadt selbständig erkunden. Das war ein toller Tag.

Rohan Ronnger

Am vierten Tag fuhren wir nach Amsterdam. Dort erwartete uns eine unvergessliche Grachtentour. Ursprünglich vor Jahrhunderten als Transportwege geplant, prägen diese Wasserstraßen heute die einzigartige Kulisse der Stadt. Wir konnten so einen sehr wunderschönen Blick auf die Stadt Amsterdam werfen. Am Nachmittag konnten dann noch wir unsere Freizeit genießen, dabei mussten wir eines ganz besonders beachten: Fahrräder haben Vorfahrt, denn Amsterdam gilt als die Fahrradhauptstadt der Welt. Den Tag beschlossen wir mit leckeren Pfannkuchen, Air Hockey und Billiard.

Vico Bölter

Am letzten Tag besuchten wir das „Anne Frank Haus“. Nach einer kurzen Einführung über das Leben von Anne Frank und die Entstehung ihres Tagebuchs erkundeten wir das Haus mit einem Audioguide. Die Führung war sehr eindrucksvoll, da wir hautnah miterleben konnten, unter welchen schwierigen Bedingungen die Familie Frank und andere während des Zweiten Weltkriegs im Versteck lebten.

Am Nachmittag, nahmen wir an einer Team-Building-Stunde teil. In Gruppen besprachen wir,was uns an den vergangenen Tagen besonders gut gefallen hat und welche Erlebnisse uns nachhaltig beeindruckt haben. Ein besonderes Highlight war eine spontane Tanzeinlage, bei der alle mitgemacht haben. Insgesamt war es ein sehr ereignisreicher Tag. Der Besuch im „ Anne Frank Haus“ hat uns allen viel Zeit zum Nachdenken gegeben, und die Team-Building-Aktivität mit der Tanzeinlage war eine gelungene Abwechslung, die viel Spaß gemacht hat.

Emma Keppler

Am 1.10.2024 ging es dann früh um 6 Uhr wieder in Richtung Insel. Abschließend kann man sagen, dass das „Erasmus+“- Projekt zum Thema „Menschenrechte“ in Den Haag/Nordwijk/Amsterdam nicht nur verschiedene Menschen zusammenbrachte, sondern auch bleibende Eindrücke hinterlässt. Es wurden neue Freundschaften geschlossen, zusammen gelernt und diskutiert und sogar wieder enthusiastisch getanzt. Eine beeindruckende Erfahrung für alle Beteiligten! Ein besonderer Dank gilt allen Organisatoren, vor allem Frau Becherer, Frau Hacker aus Den Haag und Frau Sethmann aus dem HTM Peenemünde und unseren Lehrerinnen Frau Juretzko und Frau Jungbluth, die mit uns gefahren sind.

Die Schülerinnen und Schüler der Regionalen Schule
mit Grundschule „Heinrich Heine“ aus Karlshagen