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Krakower Seen-Kurier
Ausgabe 5/2026
Amt Krakow am See
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Grünes Licht für die Demokratie: Alle Projektanträge bewilligt

Am 9. April 2026 kam das Bündnis der „Partnerschaft für Demokratie der Ämter Krakow am See und Mecklenburgische Schweiz“ zusammen, um über die Zukunft der lokalen Projektarbeit zu entscheiden.

Insgesamt 10 Projektanträge wurden eingereicht und intensiv beraten.

Eine Neuerung im aktuellen Förderjahr ist der Vorbehalt des Bundes auf eine eigene inhaltliche Prüfung. Alle Projektideen wurden daher im Nachgang zur Sitzung an die Bundesebene übermittelt. Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass die Prüfung durchweg positiv ausfiel: Alle eingereichten Vorhaben wurden als richtlinienkonform eingestuft und seitens des Bundes befürwortet. Die Zuwendungsbescheide befinden sich mittlerweile auf dem Weg zu den Projektträgern, sodass die Umsetzung der vielfältigen Ideen nun beginnen kann.

Um Ihnen einen Einblick in die engagierte Arbeit vor Ort zu geben, möchten wir Ihnen alle Projekte im Detail vorstellen. Den Auftakt machen wir in dieser Ausgabe mit den ersten fünf Vorhaben. In der kommenden Ausgabe folgen dann die weiteren fünf Projekte. Machen Sie sich selbst ein Bild von der Vielfalt und dem Engagement in unserer Region!

1. Projektträger: Freundschaftsverein Tczew-Witten e.V.

Titel: verNETzT SEIN

Das Projekt „verNETzT SEIN“ sensibilisiert Kinder und Jugendliche für ein respektvolles, demokratisches Miteinander sowohl im analogen wie auch digitalen Raum. Durch eine Theatertour werden Kinder und Jugendliche direkt in ihrem täglichen Lernumfeld angesprochen. Im Gepäck zwei altersgerechte Stücke. „CYBR“ handelt vom Erwachsenwerden in einer Welt, in der ein Klick alles verändern kann. Und das Stück „Ein bärenstarkes Fest“ bringt Kindern und Jugendlichen das Thema Vorurteile und wie man sie überwindet näher.

Mit diesem niedrigschwelligen Ansatz werden kulturelle und politische Bildung direkt an die Zielgruppe herangetragen. CYBR wird pädagogisch vorbereitet an 3 weiterführenden Schulen (Krakow am See, Lalendorf und Jördenstorf) gezeigt und mit einem moderierten Gespräch nachbereitet. Gleichzeitig steht Schüler*innen und Lehrer*innen die digitale Plattform „WEITERmachen mit theaterspiel“ zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema zur Verfügung.

Auch das Stück „Ein bärenstarkes Fest“ wird in den Schulalltag der Ev. Johannes-Schule Langhagen eingebunden und entsprechend vor- und nachbereitet. Es bezieht durch den generationsübergreifenden Inhalt auch das soziale Umfeld der Kinder mit ein. Insgesamt sollen mit dem Projekt „verNETzT SEIN“ ca. 320 Kinder und Jugendliche sowie 25 pädagogische Fachkräfte erreicht werden. Die Durchführung im schulischen Rahmen stellt sicher, dass alle Schülerinnen und Schüler - unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund oder Wohnort - Zugang zum Projekt erhalten. Gleichzeitig bleibt der Charakter eines offenen Erfahrungsraums erhalten, da keine Bewertung erfolgt und die Inhalte nicht an curriculare Leistungsanforderungen gebunden sind.

„verNETzT sein“ ist Teil eines mobilen Kinder- und Jugendtheateransatzes von theaterspiel, das kulturelle Bildung gezielt in Regionen bringt, in denen entsprechende Angebote nur begrenzt verfügbar sind. So entsteht ein geschützter Raum, in dem demokratisches Miteinander praktisch erlebt, reflektiert und erprobt werden kann. Gerade im ländlichen Raum ist dies eine wichtige Voraussetzung für kulturelle und demokratische Teilhabe.

2. Projektträger: DRK Kreisverband Güstrow e.V.

Titel: Kinderrechte kreativ erleben

Kinderrechte sind in aller Munde - doch das Theaterprojekt „Barfuß über Wiesen“ bringt die Inhalte der UN-Kinderrechtskonvention auf kreative und kindgerechte Weise direkt zu den Jüngsten. Durch die Verbindung aus Musik, Schauspiel und interaktiven Elementen erleben Kinder ihre Rechte nicht nur als abstrakte Idee, sondern als greifbare und lebendige Erfahrung. Zentrale Themen wie das Recht auf Gesundheit, Schutz, Fürsorge sowie Spiel und Freizeit werden dabei spielerisch vermittelt und gemeinsam mit den Kindern erkundet.

Im Oktober 2026 sind drei Aufführungen (Krakow am See, Lalendorf und Groß Wokern) für 8 Kitas sowie die ersten und zweiten Klassen der Grundschule Groß Wokern geplant. In der vertrauten Umgebung von Kita und Schule eröffnet das Stück einen geschützten Raum, in dem Kinder erste Theatererfahrungen sammeln und sich aktiv mit ihren Rechten auseinandersetzen können. Pädagogische Fachkräfte können das Thema flexibel in Projektwochen oder Projekttage integrieren und vor- und nachbereitet werden. So wird das Erlebte nachhaltig im Bewusstsein der Kinder verankert und ein wichtiger Beitrag zur frühen Demokratiebildung geleistet.

An diesem Projekt werden ca. 170 Kinder aus dem gesamten Amtsbereich teilnehmen. Der Transport wird entsprechend organisiert, damit jede Kita im Amtsbereich eine Teilnahme ermöglicht wird.

3. Projektträger: Feuerwehrverein der Gemeinde Kuchelmiß e.V.

Titel: Farben, die bleiben - junge Stimmen werden kreativ

Das Projekt an der Bushaltestelle im Kuchelmißer Ortsteil Serrahn setzt ein klares Zeichen. Der zentral gelegene und täglich von Kindern und Jugendlichen genutzte Ort ist durch Vandalismus und rechtsextreme Schmierereien geprägt. Unter Anleitung eines erfahrenen Graffitikünstlers gestalten Kinder und Jugendliche die Bushaltestelle neu. Dabei setzen sie sich aktiv mit Rechtsextremismus, Geschichte, Verantwortung und dem respektvollen Umgang mit öffentlichem Raum auseinander und schaffen ein sichtbares Gegenbild, das den Ort nachhaltig aufwertet und als gemeinschaftlich geschützten Raum erlebbar macht.

Der Graffiti-Workshop bedient dabei präventive Elemente wie u.a. Kriminalprävention (Respekt vor Eigentum, legale vs. illegale Graffiti), begleitet die pädagogische Auseinandersetzung mit Schmierereien, fördert die Jugendbeteiligung durch die Einbindung in Gestaltungsvorlagen und Entwürfe und schult künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten. Die Abstimmung über die letztendliche Gestaltung erfolgt mit demokratischen Mitteln, so dass Aushandlungsprozesse unter den Teilnehmenden angestoßen und begleitet werden. Der örtliche Jugendclub wird aktiv in das Projekt einbezogen und dient als zentraler Ort für kreative Vorbereitung, Austausch und Projektorganisation.

Ergänzt wird das Projekt durch regelmäßige Kochabende im Jugendclub Kuchelmiß. Hier entdecken junge Menschen Speisen aus verschiedenen Kulturen und erleben Vielfalt im Alltag. Der Jugendclub fungiert dabei als zentraler Ort für Integration und Gemeinschaftsgefühl. Das Projekt verbindet künstlerische Gestaltung mit sozialem Lernen und macht das Engagement von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im öffentlichen Raum sichtbar.

4. Projektträger: Radeln ohne Alter Krakow am See e.V.

Titel: Ins Gespräch kommen - miteinander statt nebeneinander

Gute Nachbarschaft braucht Verständnis - Demokratie auch. Das geplante Nachbarschaftsfest in Krakow am See setzt ein bewusstes Zeichen für Dialog, Zusammenhalt und gelebte Demokratie. In einer Zeit wachsender gesellschaftlicher Spannungen schafft das Projekt einen offenen und respektvollen Raum, in dem Nachbarinnen und Nachbarn miteinander ins Gespräch kommen können - jenseits von Vorurteilen, Zuschreibungen und Polarisierung. Ziel ist es, durch Begegnung, Zuhören und Austausch unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und gegenseitiges Verständnis zu fördern.

Das Fest findet am 11. Juli auf dem Gelände der "Förderverein Fahrgastschifffahrt Krakower See e.V." statt und richtet sich generationsübergreifend an alle Menschen im Ort. Das niedrigschwellige Miteinander in entspannter Atmosphäre mit Musik, Tanz und Grill schafft neben nachbarschaftlichen Gesprächen auch Raum für moderierte Formate und einen runden Tisch, an dem aktuelle Themen - auch im Vorfeld der Wahlen – konstruktiv diskutiert werden können. Die gezielte Ansprache sowie vorbereitete Gesprächsimpulse unterstützen einen wertschätzenden Austausch. Mit seiner offenen und einladenden Struktur möchte das Fest Vertrauen stärken und gesellschaftliche Brücken bauen.

5. Projektträger: Sozialwerk der EFG Malchin-Teterow e.V.

Titel: Jugendforum - Wir mischen mit

Das 2025 gegründete Jugendforum des Amtsbereiches Krakow am See wird 2026 als Ort aktiver Mitbestimmung und Demokratiebildung weiter gestärkt. In enger Zusammenarbeit mit der Partnerschaft für Demokratie, der Jugendsozialarbeit und der Schulsozialarbeit setzen sich Kinder und Jugendliche mit gesellschaftlichen und kommunalpolitischen Themen auseinander und bringen eigene Ideen ein.

Zentral ist die aktive Beteiligung: Die Teilnehmenden planen und gestalten ihre Projekte selbst. Vorgesehen sind drei Workshops zu Demokratiebildung, Mobbing & Mental Health sowie digitalen Kompetenzen, ergänzt durch einen gemeinsamen Weiterbildungsausflug zu politischen oder juristischen Institutionen. Ein öffentlicher Filmabend mit „Im Osten was Neues“ und anschließender Diskussion greift Themen wie Integration und Rassismus auf. Zudem vernetzt sich das Jugendforum regional, u.a. durch Teilnahme an der Jugendkonferenz in Teterow.

Ziel ist es, Jugendliche in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken, sie als Multiplikator*innen zu gewinnen und langfristig für demokratische Beteiligung zu begeistern.

Damit Sie kein Highlight verpassen, halten wir Sie über alle anstehenden öffentlichen Termine und Veranstaltungen der Projekte auf dem Laufenden.

Aktuelle Informationen finden Sie regelmäßig:

  • Auf unserer Homepage unter https://www.pfd-krakow-mecklenburgische-schweiz.de/

  • In den Ausgaben des Amtsblatts

Halten Sie im Mai die Augen offen - Sie werden rund um den 23.05.2026 wieder an den Tag des Grundgesetzes erinnert. Vielleicht entdecken Sie ja auch eines unserer Plakate im Amtsbereich. Kannten Sie den Artikel, der dort vermerkt ist? Und seien Sie herzlich eingeladen zu unserer Spielereihe „Das Miteinander zählt“, der etwas andere Spieleabend mit gesellschaftlicher Relevanz. Next Stopp Lalendorf:

13.05. / 20.05. / 27.05.2026 jeweils von 17 - 19 Uhr

im Gemeindehaus Lalendorf Zum alten Dorf 1

Der Eintritt ist frei.

Wir freuen uns auf ein lebendiges und demokratisches Miteinander!

Ihr Team der Partnerschaft für Demokratie
Sabrina Nehls, David Vogel, Alena Lyons, Antje Krüger und Florian