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Loitzer Bote
Ausgabe 8/2026
Nichtamtlicher Teil
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Es fehlt noch etwas

 Wir sind in einer Zeit angekommen, die durch Kriege, Handelsbeschränkungen und Drohungen von einem möglichen Angriff durch Russland gekennzeichnet ist. Als Ergebnis dieser Situation wird weltweit viel Geld für die Aufrüstung ausgegeben. Und Deutschland macht keine Ausnahme. Hunderte Milliarden Euro sind dafür in den nächsten Jahren eingeplant, um „kriegstüchtig“ zu werden. Als Kriegskind hatte ich nicht geglaubt und mir auch nicht gewünscht, dieses Wort noch einmal hören zu müssen. Als Folge dieser Aufrüstung und der „Bedrohungslage“ soll jetzt auch für den Zivilschutz mehr getan werden. Angedacht ist auch der Bau von Luftschutzräumen für die Bevölkerung. Diese gab es in unserer Stadt zum Ende des 2. Weltkrieges schon einmal, z.B. auf dem Postplatz. Eine ausgehobene Grube wurde mit Schalenbrettern vom Dübelwerk abgedeckt und mit Sand aufgefüllt. Ältere Schüler und polnische Arbeiter, (die Ostarbeiter) errichteten auf dem ehemaligen Friedhof bei der Lutherkirche einen weiteren „Bunker“; war aber nur ein überdachter Graben.

Die dabei freigelegten Sargbeschläge und Gebeine lagen über einen längeren Zeitraum auf der Kirchenmauer. Ein weiter Schutzraum befand sich in der Langenstraße 51, im ehemaligen Eiskeller.

 

 

 

 

Ein Zeitzeugenbericht aus dieser Zeit schildert die Situation im Bunker: Dieser Eiskeller wurde dann in den Kriegsjahren zum Luftschutzbunker umfunktioniert. Der Fußboden war feucht und mit Rundhölzer ausgelegt, die Wände waren nass und es war sehr kalt. Als Beleuchtung waren nur eine bis zwei Stalllaternen vorhanden. An den Seiten und in der Mitte des Raumes waren Bänke aufgestellt. Es kann sich keiner vorstellen, wie einem zu Mute war, wenn man als Kind nachts bei Fliegeralarm aus dem warmen Bett musste und dann in einem dunklen, feuchten kalten Keller sitzen musste bis Entwarnung kam. Das dauerte manchmal. Je länger es bis zur Entwarnung dauerte, desto schlechter wurde die Stimmung.

Wir waren an die 30 Personen, denn jede Familie hatte ihren Schutzraum. E. Wahl

Ich würde mir wünschen, dass wir alle nicht noch einmal in diese Situation kommen. In der Zeit des „Kalten Krieges“ hat ein Teil der damaligen Generation der DDR Forderungen gestellt wie „Schwerter zu Pflugscharen“ oder „Frieden schaffen mit weniger Waffen“.

Ich denke, dass diese Wünsche heute noch aktueller sind denn je.

H. Triphahn