Liebe Malchower, liebe Gäste,
üblicherweise beginnt unser geschätzter Präsident, Herr Rickert Reeps, die heutigen Reden. Er ist jedoch verhindert, aber bat mich, Sie herzlich von ihm zu grüßen.
Herr Reeps hat im Rahmen der Neujahrsgespräche gemeinsam mit Ihnen im globaleren Bezug das letzte Jahr Revue passieren lassen, wogegen ich mich auf unsere schöne Stadt und das Amt bezogen habe.
Da er heute nicht persönlich teilnehmen kann, habe ich seinen Teil mit übernommen. Sie dürfen sich also heute ausschließlich an mir erfreuen.
Nein, nein, natürlich nicht; wir haben ja nicht nur meine Rede, sondern weitere Höhepunkte, wie die Ehrung der verdienstvollen Ehrenämtler oder die Auszeichnung mit dem Sanierungspreis und natürlich die musikalische Umrahmung durch die Schüler und Lehrer der Kreismusikschule.
Aber ein kurzer Blick in die Welt, die uns außerhalb von Malchow umgibt, sei mir heute erlaubt. Denn auch wenn wir in der einzigen offiziellen Inselstadt Deutschlands leben, leben wir doch nicht auf einem anderen Stern und werden mit voller Härte von den aktuellen Entwicklungen getroffen.
Es sind wilde Zeiten! Es sind schwierige Zeiten, in denen wir leben. Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft stehen vor großen Herausforderungen, wenn nicht sogar vor einer wirklichen Zerreißprobe. Kriege, Profitgier in Rüstungs- und Energiewirtschaft, Kriegstreiberei und das Aufbauen und Beschwören von alten und neuen Feindbildern, um aberwitzige politische Entscheidungen zu rechtfertigen.
Bundesregierungen, die seit Jahren nicht mehr in der Lage sind, richtige und kluge Entscheidungen zu treffen, die für Wachstum und Wohlstand in Deutschland sorgen, sondern von einer Peinlichkeit in die nächste taumeln und dabei das Verständnis und die Notwendigkeit für einschneidende Maßnahmen beschwören und den Verzehr von Wohlstand und Sicherheit als deren Preis.
Statt sich kritisch und selbstkritisch mit den eigenen politischen Fehlentscheidungen auseinanderzusetzen und dafür die Verantwortung zu übernehmen, verlieren sie mit einem unbelehrbaren „Weiterso“ immer mehr den Kontakt und die Unterstützung des Volkes.
Und, wenn der Schmerz bei den Wählern zu groß wird und alles andere nicht mehr hilft, wird eben ein finanzielles Pflaster geklebt, damit, um mit Heinrich Heine zu sprechen, damit das Volk, beruhigt werden kann, wenn es greint, der große Lümmel.
Vortrefflich hat er schon vor fast 200 Jahren in „Deutschland. Ein Wintermärchen“ satirisch verfasst, was damals wie heute immer zu funktionieren scheint. Schade nur, dass wir nicht lernen wollen und immer wieder auf die gleichen Methoden und Herren hereinfallen.
Erlauben Sie mir, aus seinem Werk zu zitieren:
Ein kleines Harfenmädchen sang.
Sie sang mit wahrem Gefühle
Und falscher Stimme, doch ward ich sehr
Gerühret von ihrem Spiele.
Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.
Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.
Kein neues Phänomen also, sondern ein scheinbar zyklischer Prozess.
Was bleibt, ist die Hoffnung auf eine friedliche und erfolgreiche Veränderung in der politischen Landschaft und in der Gesellschaft.
Und was ist das Sinnbild von Hoffnung und Glaube in schwierigen Zeiten? Ein Gebet! Aus diesem Grunde möchte ich heute ein besonderes Gebet sprechen.
Es gibt widersprüchliche Altersangaben, aber es stammt wahrscheinlich aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, so um1847/48. Interessanter Weise also etwa aus der Zeit, in der Heine sein von mir zitiertes Wintermärchen verfasste. Zu finden ist das Gebet an der Lambertikirche in Münster und wurde im Jahr 1996 sogar schon im deutschen Bundestag zitiert. Da es so ganz meinem Humor entspricht, möchte ich es Ihnen nun ebenfalls vortragen:
Herr, setze dem Überfluss Grenzen und lasse die Grenzen überflüssig werden.
Lasse die Leute kein falsches Geld machen, aber auch das Geld keine falschen Leute.
Nimm den Ehefrauen ihr letztes Wort und erinnere die Männer an ihr erstes.
Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamten, Geschäfts- und Arbeitsleute, die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.
Gib den Regierenden ein besseres Deutsch und den Deutschen eine bessere Regierung.
Herr, sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen – aber nicht sofort.
Damit möchte ich meine gesamtgesellschaftliche Reflektion beenden und zum Gegenstand meiner eigentlichen, traditionellen Rückschau gelangen.
Ich stehe hier stellvertretend für die Verwaltung, die Stadtvertretung, für alle Ehrenamtlichen, für unsere Gewerbetreibenden, unsere Handwerker und Händler, für alle Unterstützer und für alle Malchowerinnen und Malchower, denen unsere Heimatstadt wichtig ist. Wir alle gemeinsam sind jeden Tag an der Gestaltung und Entwicklung unserer einmaligen Inselstadt beteiligt. Ich werde Ihnen daher nun, in einer hoffentlich kurzweiligen Veranstaltung, darüber berichten,
Was wir geschafft haben
Was wir vor haben
Was wir gelernt haben
Was wir gefeiert haben
und
Wem wir zu danken und zugedenken haben.
Lassen Sie uns mit dem beginnen, was wir gemeinsam geschafft haben
Schauen wir dazu zurück, was ich Ihnen für 2025 angekündigt hatte und sehen, wie es steht.
Die Planung der Bachstraße wird beschlossen, die Ausführung beauftragt und begonnen.
Wie steht es hier?
Zunächst haben wir die Beethovenstraße beendet und dann mit der Bachstraße begonnen. Die Planung ist erledigt und beschlossen, die Beauftragung erfolgt in diesem Jahr, genau wie die Umsetzung.
Parallel wird die Planung Platz der Freiheit bis Biestorfer Weg auf den Weg gebracht, um dort noch 2026 weiterzumachen.
Also, erledigt denke ich, aber der Abschluss wird nicht vor 2027 erfolgen.
Die Gestaltung des Rosengartens gegenüber vom Rathaus wird gefördert und wir setzen die Ideen und Wünsche, die wir gemeinsam mit den Bewohnern erarbeitet haben und die dort realisierbar sind, um.
Das haben wir erledigt, bis auf die Lampen, die aufgrund von Lieferengpässen erst im Frühjahr montiert werden.
In der Planung der Bahnhofstraße gelingt es, so viele Parkplätze wie möglich anzulegen, den Radverkehr zu befördern und die Öffentlichkeit von der Planung zu überzeugen. Dann wollten wir diese in 2026 ausschreiben.
Hier gelang es bisher nur unwesentlich die Anzahl der Parkplätze in der Bahnhofstraße zu erhöhen, aber wir haben Ideen für weitere Parkplätze entwickelt und der Politik vorgestellt. So hoffe ich, wir können die Planung in diesem Jahr beschließen und der Öffentlichkeit präsentieren.
Also noch offen.
Das Schulkonzept der Fleesenseeschule wird erstellt und vorgestellt, weitere Schritte werden für 2026 und folgende Jahre eingeleitet.
Teil 1 haben wir erledigt. Aufgrund der angespannten finanziellen Situation ist es aber erst mittelfristig möglich, die Fleesenseeschule zu erweitern. Ebenso verhält es sich bei der Goetheschule. Der Fördermittelantrag für die Goetheschule sollte im Frühjahr beim Landkreis eingereicht und dort für 2026/27 in die Planung aufgenommen werden. Angemeldet haben wir das Vorhaben und auch Zustimmung zur Planung erhalten. Aber geschafft haben wir es noch nicht, da wir erst in der letzten Sitzung der Stadtvertretung im Dezember den erforderlichen B-Plan beschließen konnten. Hier arbeiten wir im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten natürlich weiter.
Die Erweiterung des Seniorenheimes wird fertig geplant, die notwendige Finanzierung der Maßnahme wird aufgestellt. Der Verkauf der „Alte Weberei“ wird abgeschlossen, der Investor stellt den Antrag auf Änderung des aktuellen B-Planes.
Weberei und Seniorenheim hängen finanziell ganz eng zusammen. Es gelang bisher leider nicht, die wichtigsten Punkte im Kaufvertrag zu fixieren. Dennoch wurde am Projekt „Alte Weberei“ weitergearbeitet und es hat aktuell einen guten Arbeitsstand.
Die Ausschreibung des Discounters auf dem Stämmenberg war erfolgreich, die Politik entscheidet sich im April für einen Bewerber. Der stellt dann sofort den Antrag auf einen vorhabenbezogenen B-Plan für den Standort, dem die Politik zustimmt und beauftragt ein Planungsbüro mit der Realisierung. Und natürlich fangen wir sofort an, die Eidechsen und Schmetterlinge zu zählen, damit wir hier keine Zeit verlieren. Das ist im Wesentlichen eingetreten, wie erhofft. Norma wird auf dem Stämmenberg einen Markt errichten.
Der Anleger an der Rehaklinik wird im April fertig. Aber nicht nur der Anleger, dann haben wir auch eine neue Beleuchtung und einen neuen Gehweg zum Steg fertig. Erledigt!
Der nächste Schritt hin zu einem Kurgebiet wird dann die Umsetzung der Ideen für den Kurwald zwischen Sportplatz, Strandbad und Trostgeld bis hin zur Koppel Richtung Silz sein.
Nachdem die Restarbeiten am Orgelmuseum beendet sind, wird auch die Innensanierung abgeschlossen und das Orgelmuseum kann feierlich seine Räume für die Besucher wieder öffnen und nicht nur die Räume, auch der historisch gestaltete Klostergarten wird ein absoluter Besuchermagnet.
Beinahe erledigt!
Haus und Garten sind fertig und eröffnet. Es fehlen aber noch einige Korrekturen im Innenbereich. Fertig haben wir auch das Nebengebäude von Haus 2. Es drohte einzustürzen und ist nun so gut saniert, dass es als Depot für die Baufunde auf dem Kloster dient.
Die Planungen am Haus 1 werden erfolgreich ausgeschrieben und wir finden sogar Bewerber für die Arbeiten. Dann können wir noch in diesem Jahr beginnen, den ersten Abschnitt des Hauses zu sanieren und das Museum kann 2027 oder 2028 einziehen. Dazu wird das Museumskonzept erfolgreich mit Unterstützung des Planungsverbandes des Landkreises erstellt.
Es war wie erwartet schwer, Auftragnehmer zu finden. Dennoch haben wir den Fördermittelbescheid, die Baugenehmigung und erste Beauftragungen abschließen können.
Das Museumskonzept nimmt gute Gestalt an und erste Ideen wurden dem Kuratorium und der Politik präsentiert. Im April steht das Konzept. Dann wird bis Oktober 2026 das sogenannte Drehbuch erarbeitet, also die eigentliche Ausstellungsgestaltung vorbereitet.
Der B-Plan der Fischaufzuchtanlage MAK wird im September beschlossen und die ersten vorbereitenden Baumaßnahmen können beginnen.
Hier wieherte der Amtsschimmel nicht nur, er bockte. Stellen Sie sich vor, es gibt in Deutschland etwas, was noch nicht normiert ist!
Die Lachsaufzucht ist einmalig in Deutschland und darum weiß im Moment niemand so richtig, wie wir mit dem Abwasser umzugehen haben. Wenn dafür nun eine weitere Studie erstellt wurde, dann kann endlich der B-Plan beschlossen werden und der erste Spatenstich erfolgen. Aber ich kann an dieser Stelle berichten, dass ich schon echten Landlachs gegessen habe. In unserem Nachbarland Polen ging das irgendwie schneller und dort werden in einer kleinen Anlage bereits Landlachse produziert und verkauft.
Die nördliche Erweiterung des Gewerbegebiets und die Entwicklung des Wohngebiets „Blütengarten“ sollen nach den jeweiligen Satzungsbeschlüssen mit den Erschließungsarbeiten begonnen werden, so dass im Anschluss die Grundstücke ausgeschrieben werden können.
Es schmerzt mich, hier verkünden zu müssen, dass wir das leider nicht geschafft haben. Wir nehmen es aber fest für dieses Jahr in Angriff.
Die Sanierung der Straßen und Gehwege sowie die Entwicklung von Wohn- und Gewerbeflächen bilden nach wie vor die Schwerpunkte der baulichen Stadtentwicklung. Unsere heutigen Gäste aus den Nachbarstädten können sicher bestätigen, dass die Herausforderungen auch anderswo bestehen.
Darüber hinaus geht es für uns auch darum, die Kultur, das gemeinschaftliche Miteinander, das Füreinander von Jung und Alt, das, was so oft auf der Strecke bleibt, zu unterstützen und zu fördern. Auch das hatten wir uns für 2025 auf die Fahnen geschrieben.
Speziell betraf es das Klosterareal mit dem Museumskonzept, den Jugendbegegnungsplatz, die Schul- und Horterweiterungen und, ein spezielles Malchower Problem, die Inselberuhigung.
Wie sieht es im Einzelnen mit diesen Vorhaben aus 2025 aus?
Der Jugendbegegnungsplatz ist feierlich eröffnet worden und erfreut sich bei den Jugendlichen großer Beliebtheit. Ann Kollhoff als Vorsitzende des KiJuPa wird auch noch einige Worte an uns richten. Einstimmige Meinung aller beteiligten Jugendlichen, Deutschland hat zu viel Bürokratie und es dauert immer zu lange, gute Ideen und Projekte umzusetzen. Dennoch waren wir erfolgreich und ich danke allen Mitgliedern des KiJuPa, die bis zum Ende beharrlich an ihrer Idee gearbeitet haben.
Zum Museumskonzept für das Kloster habe ich bereits kurz ausgeführt.
Die Schul- und Horterweiterungen, als Folge der Änderung des Schulgesetzes, hängen stark von unseren finanziellen Mitteln für die Schulerweiterungen ab. Da immer mehr insbesondere soziale Kosten durch das Land und den Landkreis auf uns abgewälzt werden, ohne dass wir uns dagegen wehren können oder uns wenigstens die nötigen finanziell Mittel zugewiesen werden, fällt es der Verwaltung immer schwerer, das notwendige Geld für die Entwicklung bereitzustellen. Dennoch wollen und werden wir unsere Pflichtaufgaben und nicht nur diese auch in Zukunft bestmöglich erfüllen. Dazu gehört auch die bauliche Erweiterung unserer Schulen.
Die Horterweiterung dagegen hängt insbesondere von der Abstimmung der Hortbetreiber AWO und TWSD ab. Hier haben beide Träger zur künftigen Bedarfszahl ein gemeinsames Gespräch angekündigt.
Unseren Anteil mit dem erforderlichen Baurecht haben wir im Dezember erfüllt.
Abschließend zeigen wir Ihnen auch gern unsere jüngsten Errungenschaften, um die Bürgerfreundlichkeit in unserer Stadt zu erhöhen.
An der Tourist-Info gibt es nun eine interaktive Tafel, um alles Wissenswerte über Malchow zu erfahren.
Und wir in der Verwaltung haben unser Terminsystem umgestellt. Künftig können Sie für die erforderlichen Besuche Termine buchen – online, aber auch vor Ort. So haben wir nun Möglichkeiten geschaffen, Ihre Wartezeiten zu verringern und nicht mehr endlos in Warteschleifen zu hängen. Ab Mitte Januar gehen wir online.
Die Fortsetzung der Rede lesen Sie in der Ausgabe 3/2026, die am 28.02.2026 erscheint.