Nach einem Jahr intensiver Projektarbeit zur Kinderarmutsprävention „Mehr Chancen für Kinder im ländlichen Raum", gefördert durch das Deutsche Kinderhilfswerk e.V., den Kultur- und Sportring e.V., der Inselstadt Malchow und der Deutschen Postcodelotterie, zeigt sich in Malchow eine positive Entwicklung auf dem Weg zu einer kinderfreundlichen Kommune. Dieser Fortschritt wäre ohne die Offenheit, Unterstützung und das große Interesse der Menschen vor Ort nicht möglich gewesen - dafür gilt ein besonderer Dank.
Ein zentrales Anliegen der projektverantwortlichen Sozialarbeiterin Katharina Hiller ist die Sensibilisierung für das Thema Kinderarmut. Schätzungen zufolge leben in der Gemeinde Malchow knapp 1500 Minderjährige, etwa 200 bis 300 sind von Armut betroffen. Gleichzeitig fehlt es bislang - abgesehen von Kita, Schule, Hort, Sportvereinen - an festen Ansprechpersonen für junge Menschen. Hier konnte das Projekt erste Lücken schließen: Durch die gute Vernetzung, unter anderem über das Büro in der Begegnungsstätte des Miteinander in Malchow e.V. in der Stauffenbergstraße, sowie der Informationsveranstaltungen mit großem Zuspruch, wurde eine verlässliche Vermittlungsstelle für soziale und familiäre Bedarfe etabliert. Besonders deutlich wurde dabei der Wunsch nach mehr Austausch und Vernetzung, um bestehende „Verinselungen" aufzubrechen.
Konkrete Angebote wie ein neues Bibliotheksformat der Vorlesezeit für Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren tragen dazu bei, Familien frühzeitig zu erreichen. Gleichzeitig wird die Kommune stärker im Landkreis sichtbar - unter anderem durch die Kooperation mit Ämtern und Trägern der Kinder- und Jugendhilfe. Die Beteiligung an der Gesundheitswoche vom 27. April bis 8. Mai 2026 ist ebenso ein weiterer Erfolg sowie der Gewinn des Trägers ISBW gGmbH für ein offenes Familienangebot.
Eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit bilden der Sozialbericht und eine durchgeführte Online-Umfrage zur Lebenssituation von Minderjährigen. Von 36 Teilnehmenden gaben 81 % an, regelmäßig Kontakt zu armutsbetroffenen Familien zu haben - besonders häufig mit Kindern im Alter von 7 bis 14 Jahren. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Es gibt viel Bedarf, zu wenig Unterstützungsangebote und verlässliche erwachsene Bezugspersonen. Zudem finden die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen bislang zu wenig Beachtung. Es fehlen Orte für betreute Freizeitangebote außerhalb der Schule, ebenso wird ein Jugendklub oder mobile Kinder- und Jugendarbeit gefordert, der einen geschützten und professionell begleiteten Raum bietet. Weitere wichtige Themen sind Mobilität, Diskriminierung und Ausgrenzung, psychische Gesundheit sowie Mediennutzung. Diese benötigen mehr Aufmerksamkeit und Gehör durch Erwachsene. Insgesamt besteht der Wunsch, Malchow in seiner Attraktivität für Kinder und Jugendliche deutlich zu stärken, ihnen eine Perspektive zu ermöglichen. Dabei spielen Aufmerksamkeit, Anerkennung und echte Beteiligung von Minderjährigen in Gesellschaft, Politik, Elternhaus und sozialen Einrichtungen eine entscheidende Rolle.
Auch der Blick in die Zukunft ist vielversprechend: Geplant sind unter anderem ein interaktiver, digitaler Wegweiser für Familien, ein Kindertag in der Eishalle Malchow mit Kreativwettbewerb sowie ein Filmangebot im Rahmen der Suchtprävention. Zudem besteht Hoffnung auf den Aufbau einer Erziehungsberatung vor Ort, die Entwicklung einer funktionierenden Komm-Struktur vor Ort sowie die Idee eines „Runden Tisches für Soziales", um Akteure dauerhaft zu vernetzen.
Die Verlängerung des Projekts bis Dezember 2027 bietet die Chance, diese wichtigen Ansätze weiter auszubauen und nachhaltig zu verankern. Malchow ist auf einem guten Weg - hin zu einer Kommune, in der alle Kinder die gleichen Chancen auf ein gesundes und gutes Aufwachsen haben.
Fragen und Anregungen gerne per E-Mail unter katharina.hiller@kultur-malchow.de