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Malchiner Generalanzeiger
Ausgabe 2/2026
Stadt- und Gemeindeleben
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35 Jahre „Gasthaus am Wall“ in Neukalen

Der Begriff „Kult“ hat sich im heutigen Sprachgebrauch von seinem ursprünglich religiösen Ursprung gelöst und steht inzwischen vielfach für gelebte Traditionen, Rituale und besondere Identifikation. Für Textverfasser eröffnet das neue Spielräume – und für Neukalen liefert der Carneval seit Jahrzehnten beste Beispiele.

In einer Woche wird sich die Neukalener Carnevalsgemeinde wieder zu dieser Zeit versammeln. Dass der mittlerweile 68-jährige Neukalener Carneval längst Kultstatus besitzt, steht außer Frage. Jahr für Jahr beweisen es die Aktiven und Gäste aufs Neue.

Wer feiern will, muss auch gut essen. Dafür sorgen auch in dieser Saison die zahlreichen gastronomischen Einrichtungen der Stadt, die für das leibliche Wohl der Gäste aus Neukalen und Umgebung bereitstehen. Ein besonderer Blick geht dabei zurück in die Saison 1990/91, die zugleich den Beginn einer Erfolgsgeschichte markiert: Am 25. Januar 1991 eröffneten Regina und Hartmut Rohde ihr Gasthaus am Wall in der Wallstraße. Seit nunmehr genau 35 Jahren ist das „Gasthaus am Wall“ fester Bestandteil des gesellschaftlichen und närrischen Lebens der Stadt. Die Wirtsleute selbst, ebenso wie viele ihrer Speisen und Getränke, haben in dieser Zeit Kultstatus erlangt. Wo der Gast sich zu Hause fühlt, war und ist auch der Carneval zu Hause. Zu diesem Jubiläum gehen herzliche Glückwünsche, verbunden mit dem Wunsch nach Gesundheit und weiterhin viel Freude an ihrer Arbeit.

Dass diese Wertschätzung nicht nur Worte sind, zeigte sich bereits vor zwei Jahren: Am Carnevalssonntag wurde Regina und Hartmut Rohde sogar ein eigenes Lied gewidmet. Verantwortlich dafür war die Carnevalstruppe „Die Spaßmacher“, angeführt von zwei weiteren festen Größen des Neukalener Carnevals: Petschek, für viele „Mister Neukalener Carneval“, und Niesi. Seit über zehn Jahren sorgen sie während der Gruppenparade auf dem Marktplatz mit ihren musikalischen Beiträgen für Stimmung und Wiedererkennungswert.

Ein weiterer Blick zurück in die Saison 1990/91 erinnert an das damalige Prinzenpaar Marina und Detlef Wolff. Es war der erste Carneval nach der Wende, oft als „kapitalistischer Carneval“ bezeichnet, und er stand unter dem Eindruck des Golfkrieges. Erstmals – und zum Glück einmalig – fand kein Umzug statt. Gefeiert werden durfte jedoch in geschlossenen Räumen: Die Kneipen waren geöffnet, die Abendveranstaltungen fanden in der „Guten Quelle“ statt.

Die Familie Wolff ist bis heute ein fester Bestandteil des Neukalener Carnevals und darüber hinaus des gesellschaftlichen Lebens der Peenestadt. Das zeigte sich zuletzt in besonders würdevoller Weise bei der respekt- und ehrenvollen Begleitung auf dem letzten Weg von Monika. Die große Anteilnahme machte deutlich, welchen Stellenwert die Familie in Neukalen genießt.

Der Neukalener Carneval lebt von solchen Geschichten, Menschen und Orten – und genau darin liegt sein Kultstatus.