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Malchiner Generalanzeiger
Ausgabe 5/2026
Stadt- und Gemeindeleben
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Neuigkeiten aus dem Moor

„Kommt mit: Unsere Landschaften bewohnen, nutzen, gestalten zwischen 1850 und 2050"

Das Wasserwerk der Zukunft e.V. möchte mit dieser neuen Veranstaltungsreihe einen ‚frischen Blick‘ auf und einen angeregten Austausch über nachhaltige Entwicklung in unserer Region anbieten

Auftakt: „Moore - Welche Denkmuster brauchen wir in der Wiedervernässung?"

23. April 16:00-19:00 im Wasserwerk der Zukunft, Turnplatz 12, Malchin

mit: Augustin Berghöfer und Jonah Bisom, Helmholtz Zentrum für Umweltforschung - UFZ. Heike Müller, Bauernverband Malchin, Sophie Hirschelmann, Greifswald Moor Centrum – GMC.

Den Moorflächen in der Region stehen wieder große Veränderungen bevor. Über zwei Jahrhunderte wurden sie entwässert, jetzt sollen sie in 2-3 Jahrzehnten wiedervernässt werden. Wie das genau gehen soll, ist noch unklar. Aber die allermeisten Moore können mittelfristig von einer Quelle zu einer Senke von Treibhausgasen werden.

Diese Aufgabe ist ähnlich groß und teuer wie der Kohle-Ausstieg. Solange nasse Moore kaum wirtschaftliche Perspektiven bieten, werden sich Landwirte nicht darauf einlassen können. Im Vergleich zu anderen Klima-Zielen scheint sie aber machbar: Es wird leichter sein 1,2 Millionen ha Moore in Deutschland wieder zu vernässen, als zum Beispiel rund 15 Millionen Häuser energetisch zu dämmen.

Je nach Perspektive und Denkmuster erscheint die Lage anders. Und je nach Debatte sind die ‚Lösungs-Räume‘ größer oder kleiner. Wir können die Rahmenbedingungen nicht ändern, aber wir können ausloten, wie wir am besten damit umgehen. Das wollen wir für die Moore in der Region rausfinden.

Konkret geht es um diese Fragen:

  • Wie sehr hängt die Wiedervernässung von unserer Einstellung dazu ab?
  • Wie denken und reden wir in der Region darüber bzw. miteinander?

Wir stellen die Ergebnisse einer deutschlandweiten Recherche vor, und wollen diese Fragen mit Ihnen diskutieren.

Moorfilmabend

Am 5.März feierte der Film „Wir sind das Moor" von Uta Berghöfer und Florian Seeber im Malchiner Kino Premiere. Er nahm das Publikum mit auf eine Reise in die Moore der Region. In bewegenden Bildern wurden zehn Jahre Moortheater lebendig. Nach vier ausverkauften Aufführungen in Malchin gibt es in Kürze weitere Möglichkeiten, den Film zu sehen:

Do 16.4. um 18.00 Uhr im Kleinen Lord in Basedow, Tickets an der Rezeption des Farmer Hotels Basedow oder unter 039957-16300

Mi 29.4. um 19.00 Uhr im Engelschen Hof, Kleine Stavenstraße 10, 17207 Röbel/Müritz

Herzlich Willkommen!

 

 

Unser Moorprojekt: „Optimierung der hydrologischen Verhältnisse in der Biergraben- Niederung bei Malchin " startete am 17.03.2026 mit der baulichen Umsetzung.

In der ca. 300 Hektar großen Biergraben-Niederung bei Malchin werden zunächst etwa 59 Hektar der entwässerten Moorwiese zwischen den Orten Basedow und Viezenhof hydrologisch verbessert. Auf dieser Fläche soll der Wasserstand dauerhaft auf mindestens 10 cm unter Geländeoberkante angehoben werden.

Kern der Umsetzung ist die Verbesserung des Wasserhaushalts durch unterschiedliche, minimal in die Fläche eingreifende, Maßnahmen am Entwässerungssystem innerhalb der Moorwiese und den trockenen Hangbereichen. Durch Rückbau der Rohrdurchlässe bzw. Rohrleitungen, sowie Drainagen und durch den Bau von 25 Grabenplomben (einfache technische Ausführung) aus örtlichem Boden mit seitlicher Auslenkung des Abflusses in die Seitengräben des Biergrabens soll ein weitgehend ausgeglichener Wasserstand im Jahresverlauf entstehen.

Dieser angestrebte Wasserrückhalt bietet einen Puffer in den Trockenperioden und Grundwasserschutz, sowie eine Kühlung des lokalen Klimas bei Hitzewellen. Des Weiteren stoppt er die Mineralisierung des Torfs, reduziert die Emission von Treibhausgasen und ermöglicht bei leichtem Überstau wieder ein Moorwachstum. Die Biomasse der Feuchtwiesen-Mahd soll energetisch und stofflich weiterverwertet werden.

Die baulichen Maßnahmen wurden von dem Planungsbüro Stephan Reimann, Wasser & Moor aus Schorfheide geplant und werden von unserer ortsansässigen Baufirma Koch umgesetzt. Die Finanzierung erfolgt durch das Kompetenzzentrum Ökowertpapiere im Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt.

Die derzeitige bauliche Umsetzung wird voraussichtlich Mitte April beendet sein und im Anschluss öffentlich vorgestellt. Interessierte können schon jetzt bei einem Spaziergang entlang der Straße nach Viezenhof einen Blick auf die Projektfläche werfen.