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Malchiner Generalanzeiger
Ausgabe 7/2026
Stadt- und Gemeindeleben
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Wissenschaftliche Untersuchungen im Moor

Im Polder Retzow bei Malchin, nahe der Verbindungsstraße zwischen Basedower Höhe und Wendischhagen, wurde Ende April eine Daueruntersuchungsfläche im Rahmen des bundesweiten Moorbodenmonitorings eingerichtet. Das Monitoring wird vom Thünen-Institut koordiniert und untersucht langfristig die Entwicklung von Moorböden sowie deren Bedeutung für den Klimaschutz.

Auf der rund 50 mal 50 Meter großen Untersuchungsfläche wurden Bodenprofile angelegt, Bohrungen durchgeführt und Messstellen installiert. Unter anderem erfassen automatische Sensoren künftig den Grundwasserstand und Veränderungen der Geländehöhe. Zusätzlich werden regelmäßig Boden, Vegetation und Wasserverhältnisse untersucht. Die Arbeiten erfolgen weitgehend minimalinvasiv, sodass nur geringe Eingriffe auf der Fläche notwendig sind.

Ziel des deutschlandweiten Monitorings ist es, Veränderungen der Moorböden langfristig zu beobachten und Grundlagen für wirksamen Moor- und Klimaschutz zu schaffen, da Moorböden große Mengen Kohlenstoff speichern. Werden sie entwässert, können erhebliche Mengen Kohlendioxid freigesetzt werden.

 

Begleitend findet auf der Fläche auch ein bioakustisches Monitoring über den Verlauf einer Vegetationsperiode statt. Es dient der Erfassung von Tierartenvorkommen und liefert Einblicke in deren Verhaltensweisen, wie Kommunikation, Revierverhalten, Wanderverhalten, Paarungsrufe und das Brutgeschehen.

Die Aufnahmen der „Horchbox“ erfassen die Stimmen und Laute der Vögel, Amphibien, Heuschrecken und Zikaden im Frequenzbereich bis 24 kHz sowie im Ultraschallbereich bis 192 kHz die Fledermausrufe. Durch deren Auswertung profitieren der Naturschutz, die Erforschung von Ökosystemen und die Bewertung der Lebensraumqualität.