Zukunftsweisende Wertschöpfungsketten aus nassen Mooren – das ist das Ziel des Forschungsprojekts „MOOReturn“. Rund um Malchin erforscht das Projektteam neuartige Verfahren, um Biomasse aus nassen Mooren sinnvoll aufzubereiten, zu verarbeiten und zu vermarkten. Gleichzeitig wollen die Forschenden genau erfassen, wie viel Treibhausgase durch diese nasse Moornutzung eingespart werden.
Um das herauszufinden, haben Wissenschaftler und Techniker der Universitäten Greifswald und Rostock jetzt den ersten Messturm auf den Rempliner Wiesen bzw. im Polder Retzow vor Malchin errichtet. In vier Metern Höhe messen hochpräzise Sensoren die Windrichtung sowie die Konzentration von Kohlendioxid und Methan in der Luft. Mithilfe der sogenannten Eddy-Kovarianz-Methode lässt sich damit exakt bestimmen, wie viele Treibhausgase das Moor speichert oder freisetzt. Diese Methode ist auch der Namensgeber für den Messturm: Eddy-Turm.
Ergänzt wird die Station durch meteorologische Messungen wie Bodentemperatur, Bodenfeuchte, Sonneneinstrahlung und Luftfeuchtigkeit. Diese Parameter sind entscheidend, um das Emissionsverhalten (das Freisetzen der Treibhausgase) des Moores genau zu verstehen. Der Aufbau und Betrieb der Messeinrichtung erfolgt dabei in enger Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ort.