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Öffentlicher Anzeiger der Stadt Dargun
Ausgabe 5/2026
Die Darguner Schule informiert
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„Ich fühle eine Armee in meiner Faust – Tod oder Freiheit!“

… diese pathetisch formulierten Gedanken beschreiben wohl gut das Gefühl, welches dem ein oder anderen Schüler gekommen sein muss, als am 24.02.2026 endlich der Zug am Bahnhof in Demmin einfuhr.

Aber der Reihe nach: Über die Wintermonate hatten die 9. Klassen unserer Regionalen Schule das Drama „Die Räuber“ von Friedrich Schiller im Deutschunterricht behandelt. Natürlich war die altertümliche Sprache keine leichte Kost, aber irgendwie fanden die meisten Schüler dann doch in die Handlung. Nach der Erstellung eines Lernvideos und vielen Stunden geduldiger Lektüre sollte nun der Besuch einer Räuber-Aufführung die Beschäftigung mit Schillers Werk vollenden.

Am 24.02.2026 war es dann soweit. Die 9./10. Klassen fanden sich am Dienstagmorgen am Demminer Bahnhof ein, um zum Theater nach Stralsund zu fahren. In eisiger Kälte wartend, sorgte die Meldung, dass der Zug ersatzlos ausfällt, nicht gerade für Begeisterung. Waren die ganze Organisation und die gekauften Tickets nun umsonst gewesen? Glücklicherweise nicht. Da auch andere Schulklassen nicht pünktlich nach Stralsund fahren konnten, erklärten sich die Schauspieler bereit, mit der Aufführung noch etwas zu warten. So bestiegen die Darguner Schüler nach einer Stunde Wartezeit endlich den nächsten Zug. Wirklich aufwärmen durften sie sich aber erst nach der Ankunft, als es hieß, einen sportlichen Lauf zum Theater hinzulegen. Dort angekommen, ging die Aufführung auch gleich los…

Nach reichlich zwei Stunden fiel der Vorhang und ließ viele der jugendlichen Zuschauer etwas ratlos zurück. Die Inszenierung orientierte sich zwar an der Handlung, die Schiller vorgesehen und die man im Unterricht gelesen hatte, aber es wurden doch wichtige Abschnitte zusammengekürzt. Außerdem sorgten die etwas skurrilen Kostüme und die Übertragung des Stoffs in moderne Zeiten für Verwirrung. Die Regieanweisungen, denen die Schauspieler folgten, passten nach Ansicht der Schüler einfach nicht zu dem Stück, sondern sollten offenbar eher für Provokation sorgen.

Trotzdem bleibt die Ausfahrt nach Stralsund eine wertvolle Erfahrung, da die 9. und 10. Klässler sich nun selbst eine Meinung zu modernen Theateraufführungen bilden können. Schließlich sollte man nur mitreden, wenn man weiß, wovon man spricht. Eine Horizonterweiterung war es allemal!

Herr Schade