Der Duft von gebrannten Mandeln lag in der kalten Abendluft, als Hagen und Sophie vor dem prächtigen Weihnachtsbaum auf dem Hagenower Lindenplatz standen. Warme Lichter ließen die Dunkelheit funkeln und spiegelten sich in ihren Augen. „Ist er nicht der schönste?“, flüsterte Sophie und rückte ihren Schal zurecht. Hagen nickte, legte aber die Stirn in ernste Falten. „Der allerschönste – haben wir unseren Stadtwerken mit zu verdanken“, murmelte er. „So schön, dass man ihn uns jetzt schon nachmacht. Stell dir vor, ich hab’s gehört: Der Landtag hat unseren Baum geklaut! Derselbe steht jetzt angeblich auch vor dem Schweriner Schloss.“
Sophie lachte auf. „Geklaut? Hagen, was redest du denn da?“ „Doch!“, beharrte er mit gespieltem Ernst. „Das ist eine Verschwörung, um uns unseren Titel als schönste Weihnachtsstadt streitig zu machen.“ Sophie grinste verschwörerisch und kniff ein Auge zu. „Na, wenn das so ist, dann müssen wir eben nachlegen.“ Sie lehnte sich zu ihm und flüsterte: „Wir klonen ihn einfach. Stellen eine exakte Kopie direkt auf den Rathausplatz. Dann haben wir zwei Prachtexemplare und in Schwerin reibt man sich verwundert die Augen. Dann hätten wir die Nase wieder vorn!“
Hagens Miene hellte sich sofort auf. „Genial! Das ist der Hagenower Geist!“ Er lachte. „Zwei Weihnachtsbäume! Warum ist da vorher noch niemand draufgekommen?“
Und wer weiß? Manche Ideen, die an einem kalten Dezemberabend geboren werden, brauchen einfach einen Moment, um zu wachsen. Vielleicht ja bis 2026.