Titel Logo
Neverin INFO
Ausgabe 5/2026
Aktuelles aus den Gemeinden
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Buchlesung mit dem Autor Volker Keßling am 16.04.2026 im Gemeindezentrum Wulkenzin

 

Am 16.04.2026 hat der Verein „Gemeinsam Leben in Neuendorf“ den Autor Volker Keßling zur Lesung seines Buches „Opa, erzähl mal ...“ eingeladen.

Bevor der Autor aus seinem Buch las, stellte er sich kurz vor. Er ist 1939 geboren und war das zwölfte Kind seiner Familie. Herr Keßling war viele Jahre als Sonderschullehrer und Erzieher bei geistig schwerbehinderten Kindern tätig und engagierte sich als Begründer von Tagesstätten und Heimen für Jugendliche. In seinem Buch von 1980 „Tagebuch eines Erziehers“ hat er seine Arbeit mit diesen Kindern geschildert und damit ein Tabu in der damaligen DDR gebrochen.

Bis heute sind zwölf Bücher von ihm erschienen.

Das Buch „Opa, erzähl mal“ wurde 2024 veröffentlicht und widmet sich dem schwierigen Thema Krieg. Er versucht, seiner Enkelin Marlene ihre Fragen zu diesem Thema kindgerecht und ehrlich zu beantworten und was es bedeutet, im Krieg als Kind aufzuwachsen und die traurigen Geschehnisse in dieser Zeit zu verarbeiten und auszuhalten.

Dem Autor war es wichtig, seiner Enkelin das Thema Krieg verständlich und altersgerecht zu erklären und nicht totzuschweigen. Er findet gemeinsam mit Marlene anhand von konkreten Beispielen einen Weg, zwischen Friedensworten und Kriegsworten zu unterscheiden.

In der anschließenden regen Diskussion wurde deutlich, dass die Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit heute eine neue Aktualität erlangt haben. Etliche Gäste schilderten, dass ihre Eltern wenig über die Nazi-Zeit und den Zweiten Weltkrieg aus den unterschiedlichsten Gründen - wie Scham, Schuldgefühle und Unwissenheit - sprachen. Vor diesem Hintergrund sieht der Autor gerade in der heutigen Zeit die Verantwortung der Erwachsenen, die Kinder für das Thema Krieg zu sensibilisieren, Ängste einzuordnen, Halt zu geben und Werte wie Frieden und Demokratie zu vermitteln.

Wir bedanken uns bei Herrn Keßling für seine interessante Lesung und seine Denkanstöße zu diesem sensiblen Thema.

Ein großes Dankeschön an Ingelore für die Organisation dieser Veranstaltung.

Heidrun Negnal