Wenn ein Buch entsteht, sieht man am Ende nur die gedruckten Seiten. Man sieht nicht die Ordner voller Notizen, die vergeblichen Wege, die kleinen Erfolge – und die Menschen, die all das getragen haben.
Die Geschichte unseres Dorfes, die in den kommenden Tagen in die Druckerei geht, ist genauso ein Werk: geboren aus Geduld, Leidenschaft und dem festen Willen, die Geschichte Neddemin nicht verloren gehen zu lassen.
Als wir vor Jahren begannen, waren wir sechs Mitglieder in der Arbeitsgruppe. Vier von uns haben das Projekt bis zum Schluss begleitet – und das neben Beruf, Familie und all den Verpflichtungen, die das Leben mit sich bringt. Oft trafen wir uns spät am Abend, manchmal am Wochenende, aber immer mit dem Gefühl, dass wir etwas Wertvolles bewahren.
Die Suche nach Dokumenten war eine Reise durch die Zeit – und manchmal auch eine Reise quer durchs Land. Wir durchstöberten regionale Archive, fuhren ins Landesarchiv und ins Kirchenarchiv nach Schwerin. Viele Spuren verliefen im Sand, manche Dokumente waren unvollständig, andere schwer zu entziffern. Doch dann gab es diese Momente, in denen plötzlich ein vergilbtes Blatt Papier auftauchte, das ein fehlendes Puzzleteil enthielt. Solche Augenblicke machten jede Mühe wett.
Diese Arbeit hat Jahre gedauert. Jahre voller Fragen, Entdeckungen, Rückschläge und kleiner Triumphe. Und sie hat uns gezeigt, wie reich die Geschichte unseres Dorfes ist – und wie wichtig es ist, sie festzuhalten.
Unterstützt wurden wir dabei von der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern mit Sitz in Güstrow, die unser Vorhaben mit einem finanziellen Bonus würdigte. Diese Anerkennung hat uns bestärkt und gezeigt, dass unser Engagement gesehen wird.
Nun steht das Ergebnis all dieser Mühen kurz vor seiner Vollendung. Das Buch „Geschichte und Geschichten aus Neddemin“ wird bald erscheinen und kann über die Neddeminer Dorfgemeinschaft e. V. erworben werden.
Es ist mehr als eine Geschichte. Es ist ein Stück Heimat – und ein Geschenk an alle, die Neddemin lieben.