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Neustädter Anzeiger
Ausgabe 3/2026
Vereine und Verbände
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Meckelbörger Tabak

Fortsetzung aus Ausgabe Februar 2026

As ick ens bi ´n Babutsch bün, dor würden ja nich blots de Hoor snäden, nee, dat wier ja ok ´ne Ort Klönbaue. Dor würden de nie Tieden dörchnahmen. Na, ick harr noch ´n bäten fien Siedenpapier bi Swiegermudder in ´t Vertko fun´n un stick mi ja nu ´ne Zigarett an. Hm, wat smökst du denn för ´ne Sort? Is dat ´ne Amerikan´sche? Hm, de rückt öwer gaut. Wat harr ick makt as Virginia Spitzblatt Spezialist? Ick harr up dat ein Blatt vun denn Tabak ´n lütten Drübben Eau de Cologne, Kölnisch Wader, gäben un denn de ganze Kist tau ´n Sweiten gaut afdicht. As hei utsweit harr, harr ick de düerste amerikanisch Zigarett.

Einen gauden Dags keem denn de ierste Zigarettensort up ´n Markt, de dunntaumals in de Ostzon herstellt würd, dat weer de Sorte 1. Wenn de Buern miehr Tabak aflieferten, as sei in ´t Soll harrn, denn Kreegen sei disse Sorte 1 as Taubrot sotauseggen. Herr, du mein Gott, weer dat ´n Tüügs, de stünken ja düller as de Sülbstgebugte. De keem mit mienen Virginia Spitzblatt Methode Kölnisch Wader nich mit. Mien Marke „Eigenbau“ weer in ´t Dörp bekannt.

As wi nu in ´t Zigarettenmaken versiert weern, smeeten wi uns up ´n nie Flach, dat Zigarrenmaken. Wi harr´n bannich Glück, denn up Nahwerschaft von Swiegerollen wahnte ein Hambörger, de in n Krieg utbombt worden weer. Hei harr sick in früher Tieden mit Zigarrendreiden näbenbi ´n bäten lütt Geld makt. Na, wi güngen bi em inne Zigarrendreiherschaul, Anfängerklasse. Wi harrn uns ünner sine Anleitung okde Zigarrenplatten ut Holt makt, wo de gerullte Dinger rinkeemen un denn dor ehr Form kreegen. As brune „Wust“ keemen seirin, as „Havanna“ halten wi sei ´rut. Na, männigmal weern ´t ok „Brasil“, bannich swartet Tüügs.

Ob un´s Lehrtied tau kort wäst is orrer ob dat an uns´ unegalen, appeldwatschen Poten lägen hett. As wi de ierst Platt uteneinnehmen, ha, ha, seegen uns´ Zigarrn gaut ut. Un ok de Form weer gaut. Wi sticken uns ein an, mütt ja utprobiert warden. Wi hebben an ehr sagen, oewer wi kreegen s´ nich in de Gängn. Makt ehr man ierst ´n bäten „luftich“, säd de Hambörger. Swiegermudder halte ein vun ehr langen Knüttnadels, un de würd de Längn nah dörch de Zigarr purrt. De Minsch liehrt nich ut. Öewer dat Zigarrendreihden güng lichter un fixer. Un oewer mien „Kölnschen“ güng nix.

Ja, so is dat, in leege Tieden ward de Minsch erfinderisch. So weer dat ok üm 1780, as in Amerika de Frieheitskrieg toete. Dunn erläwte Meckelborg ne „Blüteteit des Tabakanbaus“, denn ut Amerika keem nich miehr so väl Tabak röwer wegwn den´Krieg. De Priese för Tabak steegen bannich an. Dunn smeten sick de meckelbörger Buern up den´ Tabakanbu, un sei hebben sogor Tabak na Hamborg „utführt“ un dorbi gaudes Geld makt. An de Grenz na ´dat Brandenborg´sche röwer sall sick so ´n richtigen Grenzverkehr entwickelt hebben, Swarthannel.

In ´t 16. Johrhunnert keem de Tabak von Amerika na Europa. Hunnert Johr later bugten all Holland, Frankriek un Dütschland Tabak an. Ut de Uckermark keem de Tabak na Meckelborg, na Srelitz und Swerin. De iersten Gesetzen oewer Anbu un Verarbeitung von Meckelbörger Tabak stammen von Herzog Gustav Adolf von Meckelborg-Güstrow ut de Johren 1689 un 1692. Nu würden de Flächen vergröttert, allens wull Tabak planten un Geld verdeinen. Oewer hei müsste ja ok tau ´n Drögen uptreckt un uphängt warden, luftich, dormit hei nich spakich warden deer. Dunn geef de Herzog sogor dat Order, de Kirchenböhns künnten dorför brukt warden. Bald geef dat Tabakfabriken (Tabakspinneri) un Innungen för de Tabakspinner. 1781 würd in Hagenow ´ne grött´re Tabakfabrik inricht´. Oewer as ´t in Amerika ruhiger würd, nehm de Import von Tabak un Zigarren wedder tau un de Eigenanbu af. Mit Kurn un Veihwark wier dunn in Meckelborg doch miehr tau verdeinen as mit denTabak.

Entnommen: „Graunen Drüppen“ von Hans Joachim Bötefür durch Hans Turner