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Neustädter Anzeiger
Ausgabe 6/2026
Senioren
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Überraschungsfahrt im Mai 2026

Bad Doberan

Seebrücke Kühlungsborn

Münster Bad Doberan

Kreuzaltar um 1360

Hochaltar um 1300

Herzog Albrecht III. und seine Frau Richardis

Chorgestühl

Bäderbahn Molli

Was für ein Tag…

im wahrsten Sinne des Wortes! Die Seniorensportgruppe war wie jedes Jahr am Montag (11.05.2026) nach Muttertag auf Überraschungsfahrt. Was wir bisher noch nie erlebten und immer damit prahlen konnten, dass wir gutes Wetter hatten – dieses Jahr belehrte uns Petrus eines Besseren und ließ ganztags den Himmel Freudentränen weinen. Der Bus sammelte uns an allen Haltestellen ein und fuhr drauf los. Wie immer musste das Ziel erraten werden, was diesmal schleppend voranging. Babette gab uns einige Hinweise, aber die richtige Antwort ließ auf sich warten. Ob das wohl mit dem Wetter zusammenhing??? Schlussendlich brachten Bad Doberaner Münster und eine Fahrt mit dem „Molli“ nach Kühlungsborn durch Babetts Schützenhilfe Licht ins Dunkel. In Bad Doberan angekommen, versüßte uns Babette zunächst mit Kaffee und Kuchen, den sie vorher besorgt hatte - Kaffee gab es im Bus, den Vormittag. Anschließend besichtigten wir das Doberaner Münster. Dort erwarteten uns im Bauwerk der Backsteingotik eine Dame und ein Herr. Nachdem wir in 2 Gruppen aufgeteilt wurden, erfuhren wir jede Menge über mittelalterliche Baukunst und Geschichtliches. Der Innenraum des Münsters ist eine der am vollständigsten erhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen Europas aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Als erster Kirchenbau in Deutschland hat das Doberaner Münster den Titel "Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst" im April 2026 erhalten. Gewürdigt wird mit diesem Preis die frühe anspruchsvolle technische Ingenieurleistung, wie zum Beispiel ein komplexes Dachtragewerk oder mittelalterliche Zimmermannstechniken. Diese Zimmermannskunst ist sehr gut im Chorgestühl der Mönche (hölzerne, oft reich verzierte Sitzreihen an den Längsseiten in einer Kirche mit einem sogenannten Klappsitz) zu sehen. Wenn ein Mönch aufstand und nicht achtgab, konnte die hochgeklappte Sitzfläche nach unten fallen und einen lauten Knall verursachen, der die Andacht störte. Den unachtsamen Mönch ermahnte man daraufhin, die Klappe festzuhalten – also leise zu sein. Aus dieser Aufforderung, entwickelte sich die heutige umgangssprachliche Bedeutung, mit der jemand unmissverständlich aufgefordert wird, den Mund zu halten

Noch ganz benommen von den Eindrücken des Münsters brachte uns der Bus zur Bäderbahn „Molli“. Auf gings mit der schnaufenden „Alten Dame“ auf einer seltenen Spurweite von 900 mm durch Bad Doberan. Die historische Dampfschmalspurbahn fährt durch die enge Bäderstraße, ganz dicht an Häusern vorbei und weiter entlang der Ostseeküste bis nach Kühlungsborn. Insgesamt legt sie eine Strecke von 15,4 km zurück.

In Kühlungsborn hatten wir 1 ½ Stunden Freizeit und stolperten direkt vom „Molli“ geradewegs in nahe gelegene Gaststätten, nur einige Mutige gingen auf die Seebrücke oder weiter in den Ort, um sich in Geschäften „aufzuwärmen“.

Alles in allem war es doch wieder ein gelungener, schöner Tag - auch bei Regen! Denn bei Sonne kann jeder!!! Wer sagte das noch? Uns Sportlerinnen kann so schnell nichts erschüttern, ha, ha!

Vielen Dank an die Organisatorin Babette und ihre guten Ideen sowie an Becker-Strelitz-Reisen mit Busfahrer Frank, der uns gut gelaunt nach Hause chauffierte.

Veronika Baumgarten