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Strelitzer Echo
Ausgabe 17/2023
Redaktionelles
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Grußwort des Bürgermeisters

Foto Jung

Liebe Neustrelitzerinnen und Neustrelitzer,

der Monat Dezember ist eine Zeit, in der Menschen näher zusammenrücken. Adventsfeiern im Kollegenkreis, Essen mit Freunden, Treffen mit Nachbarn, Familienbesuche - die Advents- und Weihnachtszeit hat ihre ganz eigenen Rituale, in denen sich unser Grundbedürfnis nach Gemeinschaft und Sicherheit ausdrückt. Ein altes Wort für diese Art der friedlichen Verbundenheit lautet Eintracht. Schon in mittelalterlichen Städten war sie den Menschen so wichtig, dass sie „Concordia“, den lateinischen Begriff dafür, an vielen öffentlichen Gebäuden anbrachten. An dieser Sehnsucht hat sich bis heute eigentlich nichts geändert, denn bei allen in unserer Demokratie vorhandenen Meinungsverschiedenheiten, sollte das Wohl aller, der Einheimischen wie der Zugereisten, oberste Priorität haben. Gerade in der augenblicklich so ungewiss scheinenden, nach wie vor von Krisen geschüttelten Zeit. Denn wir alle sind - persönlich wie in der Politik - vor besondere Herausforderungen gestellt, die wir annehmen müssen und nur gemeinschaftlich meistern können.

Krisenhafte Zeiten mahnen uns auch in der Stadtpolitik einmal mehr, unsere finanzielle Leistungsfähigkeit so zu erhalten, dass weiterhin wichtige Zukunftsinvestitionen möglich sind. Zugleich sind wir gefordert, investive Projekte sehr gut abzuwägen und zu überlegen, welche Prioritäten gesetzt werden müssen, um Liquidität zu sichern, denn eine Neuverschulung würde die nächste Generation enorm belasten. Eine nachhaltige Stadt- und Finanzpolitik ist nach wie vor die größte gemeinschaftliche Herausforderung in dieser im Juni 2024 zu Ende gehenden Wahlperiode der Stadtvertretung.

Im Jahr 2023 haben wir eine Reihe dringend notwendiger Weichen für sehr wichtige Investitionen gestellt, unter anderem für die verbesserte Kinder- und Hortbetreuung in Kiefernheide und Strelitz-Alt, den Umbau der IGS „Walter Karbe“ zu einer Inklusionsschule und die Sanierung der Strelitzhalle nach dem Hochwasserschaden. Hohe Anforderungen werden wir auch beim geplanten Neubau unserer beiden Feuerwehrgerätehäuser zu erfüllen haben.

Beim Klimaschutz und bei der Umstellung auf erneuerbare Energien müssen wir in Alt- und Neustrelitz unsere Wärmeplanung neu aufstellen. Dazu soll das Fernwärmenetz von rund 30 auf 140 km Länge massiv ausgebaut werden. Dies müssen wir mit den Kanal- und Straßenbauvorhaben gut synchronisieren.

Neustrelitz ist eine Stadt mit viel Lebensqualität. Dass wir uns in den vergangenen 30 Jahren so gut entwickeln konnten, ist auch der umfangreich geförderten Innenstadtsanierung zu verdanken. Das Sanierungsgebiet Innenstadt befindet sich auf der letzten Etappe, der „Schlussstein“ soll 2028 gesetzt sein. Parallel bereiten wir jetzt ein neues Sanierungsgebiet in Strelitz-Alt vor. Nach der sehr guten Beteiligung vieler Bürgerinnen und Bürger, die in den vergangenen Wochen und Monaten ihre Erwartungen und Meinungen geäußert haben, bin ich sicher, dass wir es schaffen werden, die Entwicklung in unserem Mutter-Stadtteil auf eine neue, gute Grundlage zu stellen.

Erfreulich ist es zu sehen, dass auch die wesentlichen Vorhaben des Landes Mecklenburg-Vorpommern weiterlaufen und neue vorbereitet werden. Neben der Orangerie und dem Marstall ist die Sanierung des Carolinenpalais´ als künftigem Sitz der Bundesstiftung Ehrenamt zu nennen. Diese Anstrengungen des Landes begrüße ich sehr, denn sie sind wichtig für Neustrelitz.

Lassen Sie uns auch in diesen krisenbehafteten Zeiten nicht vergessen: Gedeihliche Erfolge für alle in unserer Stadt sind nur mit allen möglich. Gedeihliche Erfolge benötigen unsere demokratische und besonnene Zusammenarbeit. Ich danke Ihnen allen sehr herzlich für Ihre auch im Jahr 2023 so vielfältigen und engagierten Beiträge in Verwaltungen und Vereinen, in Politik und Institutionen, in der Nachbarschaftshilfe, im Gesundheitswesen und in der Pflege, in den Begegnungszentren und Kultureinrichtungen, in Schulen und Kindertageseinrichtungen.

Lassen Sie uns auch 2024 in gleicher friedlicher Verbundenheit leben und arbeiten. So, wie es Menschen schon immer taten und durch eine Haltung der Eintracht gerade auch in rauen Zeiten Hoffnung auf eine bessere Zukunft schufen. Das gehört für mich zur Weihnachtsbotschaft.

Ich wünsche Ihnen zum bevorstehenden Fest und am Jahreswechsel alles erdenklich Gute. Genießen Sie diese besondere Zeit und gehen Sie mit Zuversicht in das neue Jahr.

Ihr Andreas Grund
Bürgermeister