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Strelitzer Echo
Ausgabe 3/2026
Redaktionelles
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Schlossbergkonferenz diskutiert weitere Entwicklung des Neustrelitzer Schlossbergs

v.l.n.r.: Ernst-August von der Wense (Justiziar Residenzstadt Neustrelitz), Viggo von der Wense (Solist zu Beginn der Konferenz), Torsten Fritz (Baudezernent Landkreis Mecklenburgische Seenplatte), Nico Ruhmer (Dezernent Stadtentwicklung und Bau Residenzstadt Neustrelitz), Max Odebrecht (Stadtpräsident Residenzstadt Neustrelitz), Dorothea Klein-Onnen (Geschäftsführerin Kulturquartier), Dr. Florian Ostrop (Geschäftsführer Stiftung Mecklenburg), Henry Tesch (Stellv. Vorsitzender Stiftung Mecklenburg), dahinter Holger Wilfarth (Initiator Demokratiegeschichte Mecklenburg-Strelitz), Helmuth Freiherr von Maltzahn (Vorsitzender Stiftung Mecklenburg)

Im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz fand am 29. Januar 2026 die 9. Schlossbergkonferenz statt. Rund 90 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich über den aktuellen Stand der Überlegungen zur Entwicklung des Neustrelitzer Schlossbergs zu informieren. Im Fokus standen der Wiederaufbau des Schlossturms sowie eine alternative Gestaltungsvariante.

Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von der Stiftung Mecklenburg. Vertreter der Stiftung und der Residenzstadt Neustrelitz betonten die Bedeutung eines transparenten Prozesses und einer breiten öffentlichen Diskussion. Stadtpräsident Max Odebrecht verwies auf die finanzielle Situation der Kommune und den Beschluss der Stadtvertretung, neben dem Turmprojekt auch eine alternative Lösung prüfen zu lassen. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass diese Prüfung keine grundsätzliche Entscheidung gegen den Turmwiederaufbau darstellt.

In Fachbeiträgen von Jürgen Haase (Residenzschlossverein Neustrelitz), Holger Wilfarth (Initiator Demokratiegeschichte Mecklenburg-Strelitz), Nico Ruhmer (Dezernent für Stadtentwicklung und Bau Residenzstadt Neustrelitz) sowie Wilhelm von Boddien als langjähriger Begleiter der Schlossbergkonferenz wurden unterschiedliche Perspektiven vorgestellt. Dabei wurden denkmalpflegerische, wirtschaftliche und touristische Aspekte ebenso wie die Historie von Beschlüssen zum Schlossturm und nicht zuletzt die Einbindung einer geplanten Demokratieausstellung beleuchtet.

Nico Ruhmer erläuterte die Hintergründe für die Prüfung einer alternativen Entwicklungsvariante. Anlass dafür sind insbesondere die mittlerweile deutlich gestiegenen Kosten für den Schlossturm, die sich auf Grundlage der aktuellen Entwurfsplanung auf rund 12,8 Mio. Euro belaufen. Trotz in Aussicht gestellter Fördermittel von über 6 Mio. Euro verbleibt ein erheblicher Eigenanteil bei der Stadt – hinzu kommen langfristige Betriebs- und Unterhaltungskosten. Vor diesem Hintergrund hatte die Stadtvertretung Neustrelitz beschlossen, ergänzend ein alternatives Gesamtkonzept für den Schlossberg prüfen zu lassen.

Baudezernent Ruhmer stellte eine Projektstudie vor, die den historischen Grundriss des ehemaligen Barockschlosses aufgreift und in Form einer offenen Fassaden- und Grundmauerstruktur neu interpretiert. Vorgesehen ist in diesem Zusammenhang eine schrittweise Entwicklung des Areals mit bodennahen, durchlässigen Bauelementen, Aufenthaltsflächen sowie Möglichkeiten für Veranstaltungen. Eine Ausstellung zur Demokratiegeschichte Mecklenburg-Strelitz kann in dieses Konzept integriert werden. Der Schlossberg soll laut Projektstudie als öffentlich zugänglicher Ort für Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste gestaltet werden, wobei die Fläche des geplanten Schlossturms perspektivisch entwickelbar bleibt. Für diese Variante wird derzeit von einer Grobkostenschätzung in Höhe von etwa 4,7 Mio. Euro ausgegangen. Die Projektstudie wurde ebenfalls bei Fördermittelgebern eingereicht, um die Förderfähigkeit prüfen zu lassen. Parallel laufen Abstimmungen mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern, unter anderem zur Möglichkeit der Kellerberäumung und zur Grundstücksfrage.

Die an die Fachbeiträge anknüpfende Diskussion wurde von Ernst-August von der Wense, Justitiar der Stadtverwaltung Neustrelitz und ehemaliger Stadtpräsident, moderiert. Wilhelm von Boddien regte eine temporäre Errichtung von Containern mit Informationsangeboten auf dem Schlossberg an, um dort Planungsstände zu präsentieren und Feedback aus der Bevölkerung und von Touristen zu sammeln. In der offenen Aussprache wurden daraufhin die vorgestellten Varianten erörtert. Dabei wurde auch auf die weiterhin ungeklärte Situation des Schlosskellers hingewiesen und die Notwendigkeit betont, hierzu Gespräche mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern fortzuführen. Mit einem Ausblick auf die weiteren Schritte im Beteiligungs- und Entscheidungsprozess endete die 9. Schlossbergkonferenz.

(SE)