Preisträgerin Josefin Ristau zusammen mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig
Der nicht dotierte Preis bzw. ein Guss der Plastik „Verbeugung“ des Bildhauers Uwe Maroske wurde Josefin Ristau am 28. Februar vom Förderverein Landestheater Mecklenburg e.V. auf dem 23. Neustrelitzer Theaterball verliehen. Die Schauspielerin bedankte sich mit bewegenden Worten u.a. bei ihrer Familie und ihrer großen "Theaterfamilie". Zugleich beeindruckte die diesjährige Preisträgerin Publikum und Kollegen mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für Bedeutung und Kraft des Theaters. Als Ort der Begegnung, des Diskurses und des Austauschs. Sie schloss mit den Worten "Bleiben Sie füreinander. Bleiben Sie miteinander. Gegen Hass und Hetze." Und setzte (zusammen mit ihrer Kollegin Susan Ihlenfeld) mit Auszügen aus dem aktuellen Liederabend "If I Can't Dance, It's Not My Revolution" ein denkwürdiges musikalisch-gesangliches Ausrufezeichen.
Ristau wurde in Neubrandenburg geboren, begeisterte sich früh für Tanz und Theater. Nach dem Abitur studierte sie in Hamburg Schauspiel, Tanz und Gesang, in ihrem Abschlussjahr gehörte sie zum Cast der Deutschen Erstaufführung des Musicals "Camp Rock". Von 2013 bis 2016 war sie Ensemblemitglied am Schauspiel des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin. 2015 bekam sie dort insbesondere für ihre Rolle („Schauspielerin“) in „Winter.Reise“ (Regie: Hendrik Müller) den „Conrad-Ekhof-Preis“ der Gesellschaft der Freunde des Mecklenburgischen Staatstheaters. Die Jury würdigte damals neben ihren "hervorragenden schauspielerischen Leistungen“ auch "ihre besonderen gesanglichen Qualitäten“.
Seit der Spielzeit 2016/17 ist Josefin Ristau festes Mitglied des Schauspiels der Theater- und Orchestergesellschaft Neubrandenburg/Neustrelitz, wo sie in kürzester Zeit zu einer wichtigen Stütze des Ensembles wurde. In nunmehr zehn Jahren hat sie einer kaum überschaubaren Vielzahl von Rollen die besondere Liebe des Publikums erworben. Sie beeindruckt laut wie leise, vermag immer wieder zu überraschen und Kritik und Zuschauer mit ihrer ergreifenden Ausdruckskraft zu überzeugen. Aus der Vielzahl ihrer Rollen seien hervorgehoben: die Sally Bowles (Cabaret), Anne Dindon (La Cage aux Folles), Irma La Douce (Irma La Douce), Polly Peachum (Die Dreigroschenoper), Helena (Die schöne Helena), ebenso die Buhlschaft (Jedermann). Gerade wird sie gefeiert als Maria Tura (Sein oder Nichtsein). Gerühmt für ihre unglaubliche Präsenz, berührt sie in Kinderstücken, Komödien, Dramen oder in Liederabenden (Nach 1000 Jahren im Mai, Als ich fortging, aktuell: If I Can’t Dance, It’s Not My Revolution). Josefin Ristau ist eine Schauspielerin von Format und unbedingte Verfechterin des Ensemblegedankens.