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Strelitzer Echo
Ausgabe 4/2026
Redaktionelles
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„Neustrelitz hat enormes Potenzial“ – Mark Kaiser im Gespräch zum Abschied als Citymanager

Mark Kaiser

Nach knapp eineinhalb Jahren als Citymanager der Residenzstadt Neustrelitz wechselte Mark Kaiser zum 1. März 2026 an die Spitze der Geschäftsstelle der TSG Neustrelitz. Im Interview spricht er über Projekte, Erfolge und seine neue Aufgabe.

Herr Kaiser, Sie verlassen die Stadtverwaltung Neustrelitz. Fällt Ihnen der Abschied schwer?

Ja, definitiv. Die Arbeit als Citymanager war sehr vielseitig und ich hatte mit vielen engagierten Menschen in unserer Stadt zu tun. Dabei durfte ich gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen bei der Stadtverwaltung, den Händlerinnen und Händlern und vielen anderen Partnern spannende Projekte auf den Weg bringen, die Neustrelitz nachhaltig stärken. Dafür bin ich sehr dankbar.

Sie haben eine kaufmännische Ausbildung im Versicherungs- und Finanzwesen absolviert und waren zuvor beim Landkreis tätig. Wie hat Sie das auf die Aufgabe als Citymanager vorbereitet?

Die kaufmännische Ausbildung hat mir ein solides Fundament gegeben – insbesondere in Vertragsfragen, Kalkulation und Organisation. Meine Arbeit beim Landkreis hat mir zudem Verwaltungsabläufe nähergebracht. Beides war für das Citymanagement sehr hilfreich, denn hier treffen wirtschaftliche Interessen und kommunale Strukturen im Rahmen der strategischen Stadtentwicklung unmittelbar aufeinander.

Eines Ihrer bekanntesten Projekte ist der Neustrelitzer Erlebnis-Gutschein. Wie ist dieser entstanden?

Den ersten Impuls gab mein Vorgänger Falko Gildhorn. Ich habe das Projekt dann weiter ausgearbeitet und konkret umgesetzt. Dazu gehörten viele Gespräche mit Händlerinnen und Händlern in ganz Neustrelitz, die Ausarbeitung der Verträge und nicht zuletzt die Öffentlichkeitsarbeit. Der Gutschein ist am 1. April 2025 gestartet. In den ersten neun Monaten wurden rund 1.000 Gutscheine im Gesamtwert von etwa 20.000 Euro verkauft. Das zeigt, dass der Gutschein gut angenommen wird und ich bin überzeugt, dass die Nachfrage in den kommenden Jahren weiter steigt.

Auch die Stadtfeste wurden unter Ihrer Beteiligung neu konzipiert. Was war Ihnen dabei wichtig?

Gemeinsam mit anderen Bereichen der Stadtverwaltung – insbesondere natürlich der Abteilung Kultur – haben wir die Ausrichtung der Neustrelitzer Feste neu gedacht. Ziel war es, klare Profile zu schaffen. Deshalb konzentrieren wir uns auf vier zentrale Veranstaltungen in der Residenzstadt: das Strelitzienfest, die Fête de la Musique, die Lange Kunst- und Einkaufsnacht und den Weihnachtlichen Hofzauber. Dabei soll jede Veranstaltung ihren eigenen, unverwechselbaren Charakter haben. Und die Rückmeldungen im Veranstaltungsjahr 2025 waren überwiegend positiv, was uns natürlich sehr gefreut hat.

Welche weiteren Projekte lagen Ihnen besonders am Herzen?

Ein wichtiger Baustein war das Wirtschaftsforum im Landeszentrum für Erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern, das wir mit verschiedenen wirtschaftsrelevanten Institutionen und vielen Besuchern aus Politik und Wirtschaft durchführen konnten. Außerdem durfte ich die Ansiedlung von Baltic Adventures mit ihrer „Lost City“ im Gewerbepark Ost begleiten. Ein weiteres Zukunftsprojekt ist ein Radverleihsystem für Neustrelitz, das sich derzeit noch in der Planungsphase befindet.

Nun wechseln Sie zur TSG Neustrelitz. Was reizt Sie an der neuen Aufgabe?

Die TSG ist ein wichtiger Verein für die Stadt mit großer Tradition. Ich freue mich sehr darauf, die organisatorischen und kaufmännischen Prozesse weiterzuentwickeln und die Geschäftsstelle strategisch auszurichten. Da ich bei der TSG meine halbe Jugend verbracht habe, ist es auch eine Herzenssache, für diesen Verein arbeiten zu dürfen.

Was wünschen Sie der Stadt Neustrelitz für die Zukunft?

Ich denke Neustrelitz hat enormes Potenzial – wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich. Wenn die Verwaltung, die Unternehmen und die Bürgerschaft an einem Strang ziehen, wird sich die Stadt weiterhin positiv entwickeln.

(PS)