Kleine und Große am Vormittag auf dem Buttel-Platz.
Neustrelitz hat für alle einen Platz - Unter diesem hier aus den vergangenen Jahren schon bekannten Motto stand in Neustrelitz der Deutsche Diversity-Tag am 23. Mai. Dieser bundesweite Aktionstag hat das Anliegen, sich für Vielfalt in der Gesellschaft einzusetzen und darauf aufmerksam zu machen, wo und wie sich im Zusammenleben Diskriminierung, Menschenfeindlichkeit und Hass häufig ausdrücken.
Die Partnerschaft für Demokratie und das Bündnis #unteilbar Solidarisches Neustrelitz hatten zu Veranstaltungen auf dem Friedrich-Wilhelm-Buttel-Platz eingeladen. Am Vormittag stellten sich dort rund 150 Kinder und Erwachsene zu einem großen Herz für Vielfalt auf. Gemeinsam sangen sie das Lied „Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn“, das Pastorin Cornelia Seidel und Kantor Lukas Storch musikalisch begleiteten. Mit dabei waren die Kita Spielzeit, die AWO-Kita Abenteuerland, die Kindertagesstätte St. Elisabeth und die Evangelische Schule. Das Kunsthaus bot nachmittags einen Workshop an, bei dem eine große Collage zum Thema entstand. Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Kunsthauskursen sowie Kinder und Jugendliche des JC „Arche Noah“ drückten darin in Bildern aus, was sie unter Vielfalt verstehen und welche Gedanken ihnen wichtig sind. Am späten Nachmittag hatten die Organisatoren zu einem Picknick der Vielfalt eingeladen, an dem unter anderem auch eine Konfirmandengruppe der Kirchengemeinde Strelitzer Land und der Slawendorf-Verein teilnahmen. Alle Anwesenden trugen zum Picknick etwas Leckeres bei.
Der Diversity-Tag wurde vor zehn Jahren von der Initiative Charta der Vielfalt ins Leben gerufen. „Wir sind überzeugt: Gelebte Vielfalt und Wertschätzung dieser Vielfalt haben eine positive Auswirkung auf unsere Organisation und auf die Gesellschaft in Deutschland“, heißt es in der Charta der Vielfalt. Die Charta der Vielfalt ist eine Selbstverpflichtung von Unternehmen und Organisationen, mit dem Ziel Chancengleichheit für die Arbeitnehmer und ein von Vorurteilen freies Arbeitsumfeld herzustellen. Sie wurde bisher von mehr als 4500 Organisationen und Unternehmen unterzeichnet. Zusammen mit der Stadt Neustrelitz bekennen sich die hiesigen Firmen und Einrichtungen Stadtwerke Neustrelitz, die Neustrelitzer Wohnungsgesellschaft neuwo, das Kulturzentrum Alte Kachelofenfabrik, das Hotel Schlossgarten, das Kunsthaus, der Bildungsträger ISBW, die AWO-Vielfalt MSE gGmbH, das Landeszentrum für erneuerbare Energien (Leea) und das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz mit den Unterschriften ihrer Vertreter zu den Zielen Vielfalt, Chancengleichheit und Wertschätzung.
Der 23. Mai ist auch der Jahrestag des deutschen Grundgesetzes. Es wurde vor 73 Jahren durch den Parlamentarischen Rat verkündet. Das Grundgesetzt schützt die Würde und Freiheit jeder und jedes Einzelnen. Pastor Christoph Feldkamp erinnerte daran, dass der Satz "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" von einer Frau, nämlich der SPD-Politikerin Elisabeth Selbert, eingebracht wurde. Sie war damals eine von nur vier Frauen im Parlamentarischen Rat, dem außerdem 61 Männer angehörten.
Dass niemand wegen Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder der sexuellen Identität benachteiligt werden darf, ist seit 2006 auch im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgeschrieben. — (SE)
Weitere Informationen: www.charta-der-vielfalt.de; www.bpb.de