Mit Blumen und Gebinden gedachten Bürgerinnen und Bürger von Neustrelitz, unter ihnen Bürgermeister Andreas Grund (rechts unten) und Stadtpräsident Ernst-August (links unten) von der Wense, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus.
Am 8. Mai versammelten sich am Mahnmal in der Marienstraße die Einwohner von Neustrelitz, um an die Befreiung vom Nationalsozialismus zu erinnern. Etwa 20 Bürgerinnen und Bürger waren anwesend. Die Versammlung umfasste eine Ansprache von Bürgermeister Andreas Grund, die Vorlesung der Rede von Richard von Weizsäcker durch Felix Erdmann und die feierliche Kranzniederlegung als Gedenkzeichen. Stadtpräsident von der Wense betonte die Bedeutung solcher Zeichen für die Erinnerungskultur. „Diese Zeichen müssen gesetzt werden“, fügte Waltraut Bauer als ehemalige Fraktionsvorsitzende der Linkspartei hinzu.
Richard von Weizsäcker, ehemaliger deutscher Bundespräsident, hielt am 8. Mai 1985 eine Rede anlässlich des 40. Jahrestags der Beendigung des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Seine Worte prägten die deutsche Erinnerungskultur und rücken das Datum des 08. Mai als Tag der Befreiung in den Fokus. In seiner Begrüßung betonte Bürgermeister Grund die Bedeutung des Tages als Symbol für die deutsche Einheit und als Aufbruch in eine freiheitliche Gesellschaft. Er rief dazu auf, die Werte der Freiheit und Demokratie zu verteidigen und sich gegen Angriffe auf die Grundordnung zu wehren. Das Mahnmal in der Marienstraße, dessen Grundstein 1949 gelegt wurde, erinnert mit seiner Form eines überdimensionalen Meilensteins an die Schrecken des Nationalsozialismus und mahnt zur Erinnerung. Die Veranstaltung unterstreicht die fortlaufende Pflege der Erinnerungskultur. Felix Erdmann, der die Rede von Weizsäcker vorlas, betonte die Kraft und Versöhnlichkeit der Worte und deren Bedeutung für die Erinnerungskultur. Bürgermeister Grund lobte die Rede als inspirierend und betonte ihre Relevanz für die Gegenwart.
Zum Abschluss ein Auszug aus der Rede von Richard von Weizsäcker: „Lassen Sie uns miteinander leben, nicht gegeneinander. Ehren wir die Freiheit, arbeiten wir für den Frieden und halten wir uns an das Recht.“ Das Gedenken am Mahnmal in der Marienstraße dient nicht nur der Erinnerung, sondern auch als Mahnung für eine gemeinsame Zukunft in Frieden und Freiheit. — (SE)