Es war ein Abend, der zeigte, was möglich ist, wenn eine Stadt wirklich zusammenkommt. Knapp 40 Menschen fanden sich am Montag, den 15.06.2026 in den Räumen der Deutschen Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement (DSEE) ein — Vertreterinnen und Vertreter aus Diakonie, Gedenkvereinen, Sportvereinen und Kulturinitiativen, aus der Stadtverwaltung, aus allen Fraktionen der Stadtvertretung, aus Seniorenrat und MitMachZentrale Mecklenburgische Seenplatte, aus Sparkasse, Raiffeisenbank und dem LEEA, dazu Fachleute der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern und der DSEE. Sie alle folgten der Einladung zum zweiten Strategieworkshop „Leitlinien für eine engagementfreundliche Stadt", organisiert durch die Steuerungsgruppe des Netzwerks EiNZ – Engagiert in Neustrelitz.
Den Einstieg gestaltete der Moderator Paul Fischer von der DSEE mit Fragen an Bürgermeister Andreas Grund, Stadtpräsident Max Odebrecht sowie die EiNZ-Steuerungsgruppenmitglieder Ronny Möller und Christina Marschall, um einen Rückblick, einen Ausblick und auch die Wichtigkeit von Engagement aufzuzeigen — ein lebendiger Auftakt, der den Abend von Beginn an auf Augenhöhe brachte und deutlich machte: Hier sprechen Menschen, die wirklich etwas bewegen wollen.
Bereits im Oktober 2025 hatte der erste Strategieworkshop mit über 40 Teilnehmenden gezeigt, wie groß der Gestaltungswille in der Stadt ist. Sechs Handlungsfelder wurden damals erarbeitet: von Koordination und Struktur über Sichtbarkeit und Wertschätzung bis hin zu Bürokratieabbau, Nachwuchsgewinnung, Vernetzung und dem Bild einer engagementfreundlichen Stadtgesellschaft. Gestern ging es einen entscheidenden Schritt weiter: Aus diesen Handlungsfeldern sollten gemeinsam erste Leitlinien werden.
Die EiNZ-Steuerungsgruppe hatte den organisatorischen Rahmen geschaffen — Einladung, Räumlichkeiten, Protokoll — und sich inhaltlich bewusst zurückgehalten. „Wir wollten, dass die Ideen und Impulse wirklich aus der Mitte kommen, aus allen Bereichen der Gesellschaft, ohne inhaltliche Vorgabe von uns", beschreibt die Steuerungsgruppe ihre Haltung. Dieser Ansatz ging auf: In lebhaften Gesprächsrunden formulierten die Teilnehmenden erste Leitlinien, entdeckten Überschneidungen, priorisierten gemeinsam und erkannten, wie vieles ineinandergreift. Nach einem stärkenden Abendessen — bereitgestellt vom LEEA-Catering — konnte an der Zusammenführung weitergearbeitet werden.
Das Ergebnis des Abends ist bewusst als Anfang zu verstehen: erste Leitlinien, die inhaltlich noch weiterbearbeitet werden müssen, um einen tragfähigen Rahmen für ein engagementfreundliches Neustrelitz zu liefern. Aber es ist ein Anfang, den alle gemeinsam gemacht haben — und das spürte man im Raum.
Was den gestrigen Abend besonders macht: Alle vier gesellschaftlichen Bereiche waren nicht nur vertreten, sondern aktiv beteiligt. Und alle vier haben sich bereit erklärt, die Arbeit fortzusetzen. Bereits Anfang Juli trifft sich die neu gegründete Arbeitsgruppe zum ersten Mal. Mitglieder der Stadtverwaltung werden regelmäßig teilnehmen und ihre Kolleginnen und Kollegen über den jeweiligen Stand informieren. Vereine, Sparkasse und Raiffeisenbank bringen sich aktiv ein. Mehrere Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter haben sich der Gruppe angeschlossen. MitMachZentrale, Ehrenamtsstiftung MV und DSEE werden die Treffen — vor Ort oder hybrid — mit fachlicher Unterstützung begleiten.
Der Prozess, der sich hier entfaltet, ist mehr als ein Workshop. Er ist ein Signal: Neustrelitz versteht Engagement nicht als Selbstverständlichkeit, die man voraussetzen kann, sondern als gesellschaftliche Leistung, die verlässliche Strukturen, echte Wertschätzung und einen gemeinsam getragenen Rahmen braucht. Dass Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Unternehmen, Verwaltung und Politik diesen Weg gemeinsam gehen, ist keine Kleinigkeit — und in dieser Form keine Selbstverständlichkeit.
Wer den Prozess verfolgen oder sich einbringen möchte, kann sich an die EiNZ-Steuerungsgruppe wenden: engagiert@neustrelitz.de