Sehr geehrter Herr Stadtpräsident,
sehr geehrte Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter,
sehr geehrte Mitglieder des Jugendbeirates Röbel,
sehr geehrte Röbelerinnen und Röbeler,
sehr geehrte Medienvertreter und Gäste,
derzeit bestimmt die Fußball-Weltmeisterschaft die Schlagzeilen und überall wird über Taktik, Teamgeist und die Frage gesprochen, wie man als Team gemeinsam erfolgreich sein kann. Und wenn ich auf die vergangenen Wochen in unserer Stadt schaue, dann stelle ich fest, auch wir in Röbel können im übertragenen Sinne auf hohem Niveau mitspielen. Wir haben Ideen, wir haben Ziele, wir haben Herausforderungen – und vor allem haben wir viele Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
Deshalb möchte ich meinen heutigen Bericht unter das Motto stellen: „Wir bleiben am Ball.“
Und diesen sprichwörtlichen Ball nehmen wir zunächst dort auf, wo Bürgerinnen und Bürger selbst das Spiel mitgestalten:
Unser Bürgerrat ist erfolgreich gestartet und das mit einer Beteiligung, die uns alle freuen kann. Insgesamt haben wir 260 Bürgerinnen und Bürger ausgelost und angeschrieben. Üblicherweise melden sich bei solchen Verfahren etwa zehn Prozent der Angeschriebenen zurück. In Röbel waren es rund zwanzig Prozent. Von diesen haben 33 Personen ihre Teilnahme zugesagt. Viele weitere haben sich sehr positiv zum Projekt geäußert, mussten jedoch aus persönlichen Gründen absagen.
Dieses Ergebnis zeigt deutlich, dass sich die Menschen in unserer Stadt einbringen wollen und Verantwortung übernehmen. Die ersten beiden Sitzungen haben bereits stattgefunden und schon jetzt sind erste Ideen und Ansätze entstanden. Die offiziellen Handlungsempfehlungen für eine lebenswerte Innenstadt werden uns dann in der Stadtvertretersitzung am 15. September hier im Haus des Gastes vorgestellt und übergeben.
Doch unabhängig von den zukünftigen Ergebnissen zeigt sich bereits heute ein weiterer Erfolg - der Bürgerrat bringt Menschen zusammen. Neue Kontakte entstehen, neue Perspektiven treffen aufeinander und vielleicht entwickeln sich aus der einen oder anderen Begegnung sogar neue Projektideen für unsere Stadt. Das ist lebendige Gemeinschaft.
Vom Mitgestalten unserer Innenstadt kommen wir nun zu einer wichtigen Zukunftsinvestition für unsere Infrastruktur. Heute werden Sie, liebe Mitglieder der Stadtvertretung, über den Beschluss zur Teilnahme am Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Schwimmbäder beraten. Ehrlicherweise muss dieser Beschluss nachgeholt werden, da die Einreichungsfrist für die Projektskizze bereits am vergangenen Freitag endete.
Unter dem Strich sprechen wir über ein Investitionsvolumen von rund vier Millionen Euro, das wir mit einer Förderquote von 45 Prozent realisieren möchten.
Neben der Modernisierung der Umkleide- und Sanitärbereiche liegt der Schwerpunkt vor allem auf der energetischen Sanierung unserer Therme. Die Erneuerung des Daches, die Fassadensanierung und der Austausch der Heizungsanlage sind Investitionen, die nicht nur den Betrieb sichern, sondern auch die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Einrichtung langfristig verbessern werden.
Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die in kurzer Zeit an der Projektskizze mitgearbeitet haben, insbesondere dem Ingenieurbüro Fischer sowie Martin Schatull.
Nun heißt es „Daumen drücken“. Die Bewerbung ist abgegeben, der Ball liegt nun im Feld des Bundes.
Ein weiteres Zukunftsthema, zu dem wir heute den Anstoß geben wollen, ist unsere medizinische Versorgung. Mit dem heutigen Beschluss soll der Grundstein für die Prüfung eines kommunalen Medizinischen Versorgungszentrums - kurz MVZ - gelegt werden.
Erste Gespräche mit meinem Amtskollegen in Perleberg, der zum 1. Januar dieses Jahres erfolgreich ein kommunales MVZ eröffnet hat, sowie Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung haben gezeigt, dass dieses Modell große Chancen bieten kann.
Wir erleben bundesweit, dass sich immer weniger junge Ärztinnen und Ärzte selbstständig niederlassen möchten. Das finanzielle Risiko erscheint vielen zu hoch, die Bürokratie zu belastend und die Rahmenbedingungen zunehmend schwieriger.
Mit unserem MVZ könnten wir Medizinerinnen und Medizinern diese Hürden abnehmen und selbst als Betreiber einer Gesundheitseinrichtung auftreten. Wichtig ist mir dabei ausdrücklich zu betonen, dass ein kommunales MVZ keine Konkurrenz zu bestehenden Arztpraxen, Apotheken oder anderen medizinischen Einrichtungen sein soll. Ganz im Gegenteil. Wir wollen bestehende Strukturen sichern und ergänzen. Deshalb haben wir uns am 17. Juni auch mit den Röbeler Ärztinnen und Ärzten ausgetauscht. Wie so viele Projekte wird auch dieses am Ende maßgeblich von Fördermöglichkeiten abhängen. Aber wir werden alles daransetzen, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum langfristig zu sichern.
Neben Gesundheit und Infrastruktur wollen wir in diesem Jahr auch unserer Wirtschaft ein neues Angebot machen.
Mit der Röbel Card bringen wir eine moderne Gutscheinkarte auf den Weg, die mehrere Ziele miteinander verbindet. Sie wird als attraktives Marketinginstrument für unsere Stadt dienen, den örtlichen Handel stärken und gleichzeitig unseren Unternehmen die Möglichkeit bieten, sie als Mitarbeiterkarte oder Sachbezugskarte einzusetzen. Das Geld bleibt vor Ort, die Kaufkraft wird gestärkt und gleichzeitig schaffen wir ein modernes Instrument für Kundenbindung und Mitarbeitergewinnung. Die Einführung planen wir zum „Röwelschen Wiehnachtsmarkt“ in diesem Jahr. Unternehmerinnen und Unternehmer, die Interesse haben, können sich bereits jetzt gerne im Haus des Gastes oder direkt bei mir melden.
Damit unsere Stadt attraktiv bleibt, müssen wir aber nicht nur neue Ideen entwickeln, sondern auch bestehende Infrastruktur erhalten.
Vorbereitet wird derzeit die Deckenerneuerung der Seebadstraße im Bereich vom Hafen bis zum Abzweig Marienfelder Weg. Da es sich hierbei um die einzige Zufahrt aus der Stadt zum Wohngebiet Marienfelde handelt und die Arbeiten nur unter Vollsperrung möglich sind, haben wir uns für eine Durchführung als Nachtbaustelle entschieden. Zur Vorbereitung wurden bereits Bohrkerne untersucht sowie Regen- und Schmutzwasserkanäle befahren.
Auch im Abschnitt zwischen dem Kreisverkehr Hafen und der Müritzterrasse ist eine Deckenerneuerung vorgesehen.
Beide Maßnahmen waren ursprünglich einmal für die 33. Kalenderwoche geplant. In der Abwägung, vor allem mit dem Blick auf das touristische Geschehen in unserer Stadt, haben wir uns nun aber dazu entschlossen, die Baumaßnahmen im September durchzuführen.
Nicht nur Straßen bringen Menschen zusammen, sondern auch Orte. Orte wie unser Jugendhaus. Dort laufen die Umbauarbeiten im Erdgeschoss auf Hochtouren. Dank Fördermitteln aus der Weihnachtslotterie des Rotary Clubs und des Lions Clubs Müritz entsteht dort derzeit ein neuer Multifunktionsraum. Besonders bemerkenswert ist dabei das große ehrenamtliche Engagement. Mein besonderer Dank gilt Frank Hoffmann, der mit seinem Fachwissen und seinem unermüdlichen Einsatz maßgeblich zum Gelingen des Projektes beiträgt. Die jungen und junggebliebenen Nutzer des Jugendhauses freuen sich bereits auf die neuen Möglichkeiten. Wer das Jugendhaus nutzen möchte, kann sich jederzeit an unsere Jugendhauskoordinatorin Antje Thiele wenden.
Gut koordiniert verliefen auch die Bauarbeiten an unserer Überdachung im Bürgergarten, die in eine wunderbare Eröffnungsveranstaltung am 1. Mai zur traditionellen Saisoneröffnung mündeten. Nochmals großer Dank an dieser Stelle an alle Unterstützer dieses zukunftsgerichteten Projektes. Wie bei einer Spielanalyse mit ausgewählten Experten ist es auch bei Förderprojekten üblich, im Nachgang einen formellen Sachbericht zu erstellen. Hier einmal ein Auszug aus der Schlussbetrachtung:
„Ziel des Projektes war es, den etablierten Veranstaltungsort mit dem Bau einer passenden Überdachung qualitativ aufzuwerten. Wichtig war hierbei, dass sich das Bauwerk in die bestehende Parkanlage einpasst und der offene Charakter der Parkanlage mit seinen Sichtachsen gewahrt wird. Diese Zielstellung wurde vollends erreicht. Die Konstruktion fügt sich passend ein, erfüllt die funktionalen Ansprüche und verhilft dem Kulturbetrieb zu deutlich verbesserten Bedingungen und viel größerer Planungssicherheit. Bereits zur feierlichen Eröffnung der touristischen Saison am 1. Mai konnten über den Tag hinweg ca. 800 Besucherinnen und Besucher empfangen werden. Im Grundtenor erfährt das Projekt über alle Altersklassen hinweg positiven Zuspruch und breite Akzeptanz. Bereits in diesem Jahr konnten im späten Frühling/Frühsommer mehr Veranstaltungen im Außenbereich angeboten und durchgeführt werden, gerade auch, weil wetterspezifische Faktoren nunmehr weniger Relevanz haben. Für den Herbst sind ebenfalls bereits mehr Angebote geplant, die dazu beitragen, die Veranstaltungssaison zu verlängern, das Kulturprogramm zu erweitern und so insgesamt auch die Wertschöpfung vor Ort zu erhöhen – für Einwohnerinnen und Einwohner sowie touristische Gäste gleichermaßen.“
Ich denke schon, dass wir hier über alle Mannschaftsteile hinweg hohe Spieltagsnoten für uns in Anspruch nehmen können.
Nach dem Besuch des Staatsekretärs für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, Herrn Jochen Schulte, zur feierlichen Eröffnung durften wir einige Tage später Frau Stefanie Drese zum Bürgerdialog mit der Sozialministerin unter unserer Überdachung begrüßen. In den bunten Reigen der Politik reihte sich dann auch der ehemalige Oberbürgermeister von Neubrandenburg, Silvio Witt, ein – aber nicht in seiner jetzigen Tätigkeit als Bürgerbeauftragter des Landes, sondern als überaus begabter Loriot-Vorleser. Allesamt wirklich sehr gelungene Veranstaltungen.
„Sehr gelungen“ ist grundsätzlich auch der richtige Ausdruck, wenn ich auf den vergangenen Sonnabend zurückblicke, als sich wieder eine bunte Kulisse verschiedenster kreativer Badewannen durch unseren Hafen bewegte. 16 Freizeitkapitäne stellen sich mit ihrer Crew der sportlichen Herausforderung und ernteten zurecht großen Applaus und Jubel bei der Zieleinfahrt – für mich wieder ein persönlicher Höhepunkt im Jahresveranstaltungskalender unserer Stadt.
Wenn wir von Höhepunkten sprechen und zeitgleich auf den Kalender gucken, sind wir in knapp vier Wochen schon bei unserem Seefest. Anfang Juli treffen wir uns in bewährter Form wieder mit unseren Partnern, Unterstützern und Ordnungshütern zur letzten Abstimmungsrunde, auch ein Termin mit Neptun und Gefolge ist bereits vereinbart. Der Blick auf das Programm erfüllt und erweckt wieder die Erwartungen auf drei bunte Tage voller Musik, Leckereien und vor allem vielen tollen Begegnungen mit Freunden, Familie und Gästen.
Und nicht zu vergessen, am Seefestsonntag rollt ja um 21.00 Uhr auch noch der Ball im WM-Finale…
Auch in der Verwaltung bleiben wir sozusagen offensiv am Ball.
Zum 1. Juli führen wir im Bereich Bürgerservice die Online-Terminvergabe ein. Dadurch können Bürgerinnen und Bürger Termine künftig bequem von zu Hause aus buchen und Wartezeiten besser vermeiden. Gleichzeitig bleibt der persönliche Zugang selbstverständlich erhalten. Auch künftig wird es möglich sein, ohne Termin vorbeizukommen oder telefonisch einen Termin zu vereinbaren. Die Einführung erfolgt schrittweise und mit dem nötigen Augenmaß.
Darüber hinaus konnten wir unsere Verwaltung in den letzten Wochen personell verstärken. Die neuen Stellen in den Bereichen Vergabe, Brandschutz sowie Energie- und Sanierungsmanagement helfen uns dabei, den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.
Diese notwendigen Verstärkungen basieren auf der Stellenbedarfsermittlung des vergangenen Jahres und wurden bereits im Haushalt und im dazugehörigen Stellenplan berücksichtigt.
Zum Abschluss möchte ich noch auf diejenigen eingehen, die immer dann bereitstehen, wenn andere Hilfe benötigen. Unsere Freiwillige Feuerwehr verzeichnete in diesem Jahr bislang 29 Einsätze. Darunter waren nicht nur Brände und technische Hilfeleistungen, sondern auch besondere Einsätze, wie die Rettung einer Eule in Priborn oder das Zurücksetzen eines Falkenbabys ins Nest. Diese Beispiele zeigen, mit wie viel Herzblut und Engagement unsere Kameradinnen und Kameraden ihren Dienst leisten. Darauf können wir als Stadt sehr stolz sein. Mein herzlicher Dank gilt allen Mitgliedern unserer Feuerwehr für ihren unermüdlichen Einsatz.
Meine Damen und Herren, mein heutiger Bericht hat einmal mehr gezeigt, wie viele Projekte, Ideen und Herausforderungen wir gleichzeitig bewegen.
Vom Bürgerrat über die medizinische Versorgung, von der Therme über das Jugendhaus bis hin zur Digitalisierung der Verwaltung – all diese Vorhaben lassen sich nicht alleine verwirklichen. Dafür braucht es eine starke Mannschaft. Ein Team aus Ehrenamtlichen, Mitarbeitern der Verwaltung, Unternehmern, Vereinen, Feuerwehrkameraden, Stadtvertretern und engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Und wenn wir schon bei der Fußball-Weltmeisterschaft sind: beim ersten Spiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao erzielten Havertz, Musiala und Co. sieben Tore.
Wenn wir als Stadt in diesem Jahr ebenfalls noch sieben Treffer landen können – sei es in Form erfolgreicher Projekte, Förderzusagen oder guter Entscheidungen für Röbel – können wir gemeinsam in ähnlicher Weise jubeln. Im Zweifelsfall auch gern in der Verlängerung… Ein paar aufgeschnappte Fußballweisheiten hätte ich zwar noch, bleibe aber im Kern dabei, dass es nur erfolgreich funktionieren kann, wenn man als Mannschaft zusammenarbeitet und gemeinsame Ziele verfolgt.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.