Dieses spontane Fazit eines Schülers zeigt wohl besser als jede Statistik, was das Projekt „Petri Heil – Angeln zwischen Natur & Technik“ erreichen möchte: junge Menschen für Natur, Fischerei und den verantwortungsvollen Umgang mit heimischen Gewässern zu begeistern. Dank der Unterstützung des Landesanglerverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V. sowie des Angelvereins „Petri Heil“ Nossentiner Hütte e.V. konnte das dreitägige Projekt auch in diesem Jahr am Schulcampus Röbel/Müritz stattfinden.
Unter der Leitung von Frau Annika Lau und Herr Hagen Pianka, Vereinsmitglied des Angelvereins „Petri Heil“ Nossentiner Hütte e.V., erwartete die Schülerinnen und Schüler ein abwechslungsreiches Programm, das Naturwissenschaften, Fischerei und praktisches Handeln miteinander verband.
Bereits der erste Projekttag stand ganz im Zeichen der Grundlagen des Angelns. In Form einer abwechslungsreichen Fischerei-Rallye bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler Aufgaben, die sich an den zentralen Themengebieten der Fischereischeinprüfung des Landes Mecklenburg-Vorpommern orientierten. In der allgemeinen Fischkunde bestimmten sie heimische Fischarten, während sie sich in der spezifischen Fischkunde mit dem äußeren und inneren Aufbau der Fische sowie den Funktionen der einzelnen Flossen und Organe auseinandersetzten. Im Bereich Gerätekunde haben sie verschiedene Köder, Fanggeräte, Zubehör und deren Einsatzmöglichkeiten kennengelernt und in der Rechtskunde die wichtigsten Grundlagen des Landesfischereigesetzes Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet.
Doch Theorie allein genügt beim Angeln nicht: Im praktischen Teil des Tages bauten die Schülerinnen und Schüler eigene Montagen und übten verschiedene, für die Fischerei unverzichtbare Knoten. So konnten sie das zuvor erworbene Wissen unmittelbar anwenden und wichtige Grundlagen für den Praxistag am Gewässer schaffen. Der so gestaltete Teamwettbewerb konnte dank der finanziellen Unterstützung des Landesanglerverbandes M-V und des Angelvereins „Petri Heil“ Nossentiner Hütte e.V. mit einer Siegerehrung und hochwertigen Sachpreisen gekrönt werden.
Am zweiten Projekttag ging es an den Stadthafen von Röbel/Müritz. Nach dem gemeinsamen Aufbau der Angelausrüstung erklärte Herr Hagen Pianka den Schülerinnen und Schülern Schritt für Schritt das Binden und Vorbereiten einer Grundmontage und den fachgerechten Einsatz verschiedener Köder. Anschließend wurde die Angel durch Herrn Pianka ausgelegt – immer in der Hoffnung auf den ersten Biss. Während die Köder im Wasser Fische anlocken sollten, widmete sich die Gruppe der Untersuchung des Gewässers. Unter Anleitung und Aufsicht der Fachlehrkraft für Chemie, Hagen Pianka, sowie der Fachlehrkraft für Biologie, Annika Lau, entnahmen die Schülerinnen und Schüler Wasser- und Sedimentproben. Diese wurden hinsichtlich ihrer Temperatur, ihres pH-Wertes sowie auf die Anwesenheit von Nitraten, Aminen und Schwermetall-Ionen untersucht. Gemeinsam wurden die Ergebnisse ausgewertet und deren Bedeutung für die Gewässerökologie, die Wasserqualität und den zu erwartenden Fischbestand diskutiert. Auch aktuelle Fragestellungen, wie der Einsatz von Blei- oder Tungstengewichten im Angelsport, wurden aufgegriffen. Allerdings verliefen die Untersuchungen nicht immer ganz nach Plan. Immer wieder hallte ein aufgeregter Ruf über den Platz: „Herr Pianka … Biss!“ Sofort wurden Pipetten und Teststreifen beiseitegelegt und die Aufmerksamkeit galt der Angel. An mehreren maßigen Barschen konnte anschließend eindrucksvoll gezeigt werden, wie ein Fisch waidgerecht gelandet, vermessen, auf das Mindestmaß kontrolliert und fachgerecht versorgt wird. Auch das Ausnehmen und Filetieren direkt am Gewässer vermittelte den Schülerinnen und Schülern einen authentischen Einblick in den verantwortungsvollen Umgang mit dem selbst gefangenen Fisch.
Am dritten Projekttag stand die Fischbiologie im Mittelpunkt. Dank der Unterstützung der Müritzfischer aus Waren/Müritz konnten ausreichend Rotaugen und Rotfedern für praktische Übungen bereitgestellt werden. Nach einer gemeinsamen Demonstration sezierten die Schülerinnen und Schüler die Fische selbst und wiederholten dabei den Aufbau und die Funktionen der wichtigsten Organe. Den Höhepunkt des Tages bildete ein gemeinsames Mittagessen, bei dem heimische Fischprodukte im Mittelpunkt standen. Geräucherter Aal, Heilbutt und Lachsforelle mit Kartoffel- oder Krautsalat boten vielen Schülerinnen und Schülern neue Geschmackserlebnisse.
In der abschließenden Reflexion wurde deutlich, dass das Projekt erneut sein Ziel erreicht hatte: Es vermittelt nicht nur Kenntnisse über Fischerei, Gewässerökologie und Artenschutz, sondern schafft Verständnis für nachhaltiges Handeln und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Ein besonderer Dank gilt dem Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern e.V., dem Angelverein „Petri Heil“ Nossentiner Hütte e.V. sowie den Müritzfischern für ihre tatkräftige und finanzielle Unterstützung. Wir (Frau Annika Lau und Herr Hagen Pianka) bedanken uns ferner bei allen Schülerinnen und Schülern für die rege Teilnahme und euren Wissenseifer und wünschen auch von hier aus Petri Heil!