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Müritz-Anzeiger
Ausgabe 3/2026
Aus der Stadt und den Gemeinden wird berichtet
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Rede des Bürgermeisters zum Jahresempfang der Stadt Röbel/Müritz am 23.01.2026

Liebe Röbelerinnen und Röbeler, liebe Gäste aus Nah und Fern,

„wer Dag för Dag sien Arbeid deit, un ümmer up`n Posten steiht, un makt dat gaud un deit dat giern, de dörf sick ok mal amüsieren.“

Dieser Satz passt gut zu einem Abend, wie diesem. Denn der Jahresempfang ist gewissermaßen eines dieser „Amüsements“ – ein Innehalten, ein Zusammenkommen, ein gemeinsamer Blick zurück und nach vorn. Und gleichzeitig wissen wir alle, zwischen zwei Jahresempfängen liegt viel mehr, als nur Zeit. Da liegen volle Kalender, lange Tage, vielerlei Entscheidungen und Herausforderungen – kurz: einfach sehr viel Arbeit.

Aber eben nicht nur das. Neben diesen offiziellen Anlässen liegen auch viele schöne, manchmal leise, manchmal fröhliche, oft sehr menschliche Momente. Begegnungen auf Veranstaltungen, Gespräche am Rande, engagierte und leidenschaftliche Diskussionen, gemeinsames Lachen, gemeinsames Ringen um gute Lösungen. Begegnungen mit Menschen, Partnern, Freunden und Bekannten unserer Stadt – mit all jenen, die Röbel nicht nur gestalten, sondern eben auch mit Leben erfüllen.

Genau deshalb möchte ich meinen heutigen Beitrag nicht als klassischen Verwaltungsbericht verstehen. Zahlen, Daten und Fakten haben ihren Platz – aber sie erzählen immer nur eine Seite der Geschichte. Stattdessen möchte ich Sie mitnehmen auf einen kleinen Streifzug durch das Jahr 2025.

Wie heißt es so schön zu unseren Stadtführungen – zu kleinen Geschichten und Geschichtchen aus dem Ackerbürgerstädtchen, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind – quasi von A wie Apfelquitte bis Z wie ziemlich viele kleine Dinge.

Getreu der Mundart „De Röwel`schen sünd anners“ möchte ich gerne bei „F“ beginnen.

Retten, Löschen, Bergen, Schützen – so steht es weithin sichtbar am Gerätehaus unserer Freiwilligen Feuerwehr Röbel/Müritz. Und unsere Kameradinnen und Kameraden erfüllen dieses Leitmotiv nicht einfach nur – sie leben es. Mit voller Überzeugung und großem Einsatz.

85 Einsatzanlässe im vergangenen Jahr – und das nicht nur in unserer Stadt, sondern immer auch zur Unterstützung im gesamten Amtsbereich. Ob Brandeinsatz, technische Hilfeleistung, Wasserrettung, Umweltschutz…

Auch ich durfte – wenn auch „nur“ im Rahmen einer Übung – am eigenen Leib erleben, wie zügig, professionell und koordiniert unsere Wehr arbeitet. Die Rettung aus dem eigenen Büro im Rathaus war eine Erfahrung, die man nicht unbedingt sucht – die bei mir aber nachhaltig Eindruck hinterlassen hat.

Liebe Kameradinnen und Kameraden, ich kann es nicht oft genug sagen: Ich bin stolz auf euch. Vielen Dank für euren unermüdlichen Einsatz und euer Engagement für unsere Stadt!

Das gilt auch für euren Einsatz abseits von Blaulicht und Sirene. Im Rahmen der letztjährigen Hauptversammlung zeigte sich ein ganz besonderer Verdienst. Nicht nur, dass die Röbeler Löschrabauken ihr 10jähriges Jubiläum begangen haben, sondern auch, dass zwei der jungen Gründungmitglieder in den aktiven Dienst übernommen werden konnten. Das nenne ich mal Beständigkeit!

Da mir unser Jugendwart Tobias Hahn - Glückwunsch an dieser Stelle zum heute bestandenen Zugführer-Lehrgang - kürzlich zuflüsterte, dass sich unsere Kinder- und Jugendfeuerwehr jederzeit über neue Gesichter freut, möchte ich an dieser Stelle einen ganz kurzen Blick auf unsere Einwohnerstatistik werfen. Einfach, damit Sie wissen, was in Zukunft – oder vielleicht auch noch heute – zu tun ist.

Je nachdem, wen man fragt – und ich verlasse mich hier ganz auf unser gut geführtes Melderegister – leben aktuell 5.147 Menschen in unserer beschaulichen Ackerbürgerstadt. Das sind immerhin knapp 3,5 Prozent mehr, als im Vorjahr. Und trotzdem, liebe Röbelerinnen und Röbeler, kein Grund zur uneingeschränkten Freude, denn dieser Zuwachs speist sich weniger aus Geburten, als vielmehr aus Zuzug. Mit gerade einmal 18 neuen Erdenbürgern im vergangenen Jahr werden wir… nun ja… die demografische Kurve nicht allein herumreißen.

Gerade vor dem Hintergrund der Pläne des bayerischen Ministerpräsidenten, Markus Söder, zur Fusion der norddeutschen Bundesländer sollten wir vielleicht doch noch einmal… naja Sie wissen schon… Zweisamkeit und so…

Wobei - ein Gutes hätte so ein Bündnis aber: es würde uns immerhin noch enger als bisher mit unserer Partnerstadt Wardenburg in Niedersachsen zusammenschweißen.

Lieber Christoph, ich freue mich sehr, dass du gemeinsam mit dem Partnerschaftskomitee wieder den Weg auf dich genommen hast, um mit uns ins neue Jahr zu starten.

Man muss aber nicht zwingend nach Wardenburg reisen oder einen Titel tragen, um besonderen Persönlichkeiten zu begegnen. Oft sitzen sie ganz nah, mitten unter uns, mit einer Geschichte, die mehr erzählt, als jedes Buch.

So auch im Frühjahr 2025 als ich bei Kaffee und Kuchen eine gute Stunde mit den Grand Mesdames der Neustadt verbringen durfte. Aber auf Anfang:

Als Bürgermeister werden einem ja viele Wünsche angetragen. Manche sind groß, manche komplex – und manche sind so wunderbar bodenständig, dass man sie sofort umsetzen kann und ins Herz schließt. „Ein Tischlein deck Dich an der Stadtmauer Ecke Achter de Muer / Mühltentor wäre schön“, vernahm ich an einem einladenden Geburtstagstisch.

Endlich mal ein Projekt ganz ohne große Konzeption, Ideenskizze, Fördermittelantrag oder Beschlussvorlage – es reichte ein Anruf beim städtischen Bauhof. Keine vier Wochen später fand ich mich in einem skeptischen, fünfköpfigen Team der Bauaufsicht wieder. Nicht etwa vom Landkreis, sondern unter der Leitung der 91-jährigen Ur-Röbelerin Waltraud Mahncke.

Am Ende aber fiel das Urteil eindeutig aus:

Das Tischchen wurde für gut befunden. Der Kuchen ebenfalls.

Und ich als Bürgermeister – nun ja – darf gerne wiederkommen, sofern ich denn wieder Kaffee und Kuchen mitbringe.

Und damit sind wir bei „E“, einer ganz besonderen Erkenntnis:

Bauen heißt nicht nur Beton und Bauzeitenpläne.

Bauen heißt vor allem, Räume für Menschen zu schaffen.

Manchmal genügt eben ein Anruf beim Bauhof und eine gemeinsame Tasse Kaffee, eher häufig braucht es aber deutlich mehr Zeit, Geduld und vor allem mehr vom lieben Geld.

Viel von alledem steckt in unserem Begegnungs- und Grundschulzentrum Werner Schinko oder kurz Werner Schinko Haus. Nach knapp vier Jahren Bauzeit konnten wir dieses Haus Anfang 2025 endlich vollständig für die Nutzung freigeben. Ein Haus, das heute weit mehr ist, als nur ein Schulgebäude.

Über 8 Millionen Euro haben wir hier investiert. Und ja: Diese Zeit und dieses Geld haben uns gefordert. Aber es ist gut angelegt. Denn dieses Haus ist ein Ort der Begegnung, des Lernens und des Miteinanders – heute und für viele kommende Jahre.

Wie für viele von uns, wird die Schulstraße 20 weiter ein Ort sein, der die eigene Biografie mitprägt – Schinkokatze inklusive, die dank Carola Fischer von der Hauptfassade aus grüßt und das Andenken an unseren Ehrenbürger auch abseits des Namens wahrt und befördert.

Selbstredend endet unsere Arbeit nicht bei Begegnungsorten und großen Häusern. Genauso wichtig ist es, unsere bestehende Infrastruktur zu erhalten – und zugleich gezielt in Neues zu investieren. Auch das gehört zur Daseinsvorsorge und Zukunftsfähigkeit einer lebendigen Stadt.

Und dabei sprechen wir durchaus auch von großen Aufgaben und großen Summen. Exemplarisch möchte ich hier nur einige Projekte nennen: die Errichtung der Überdachung in unserem Bürgergarten, die Sanierung der Warener Chaussee, die Entwicklung des Wohnbaustandortes Jörgenbarg, die fortlaufende Digitalisierung unserer beiden Schulstandorte sowie die sukzessive Sanierung unseres Schulcampus und unserer MüritzTherme.

In all diese Maßnahmen investieren wir jährlich mehrere hunderttausende Euro. Große Investitionen, die jedoch ein klares Ziel haben: nämlich große, langwierige und vor allem sehr teure Schadensfälle gar nicht erst entstehen zu lassen. Regelmäßige Pflege ist am Ende immer günstiger als spektakuläre Notoperationen.

Apropos groß:

Unser Stadtpräsident hat es in seiner Begrüßung bereits erwähnt – Röbel ist bekanntlich die kleinste Stadt an der Müritz. Auch beim Jahresempfang der Stadt Waren in der vorletzten Woche wurden wir als Gäste „aus der kleinsten Müritzstadt“ begrüßt.

Lieber Norbert, lieber Toralf manchmal kommt es eben nicht auf die Größe an – sondern darauf, was man daraus macht.

Nehmen wir das Thema Brücken. Und davon habt ihr in Waren ja bekanntlich die eine oder andere… sagen wir… herausfordernde Konstruktion.

Ich kann dagegen mit Fug und Recht behaupten, dass wir mit der Wiedereröffnung unserer Weißen Brücke am 26. September 2024 unser umfangreiches, beinahe visionäres, Sanierungsprogramm der Röbeler Brückenbauwerke erfolgreich abgeschlossen haben!

Kurz gesagt: Wir sind vielleicht die kleinste Stadt an der Müritz –

aber unsere Brücken tragen. Und das in vielerlei Hinsicht.

Besonders deutlich wird das, wenn wir auf das Fundament schauen, das unsere Stadt trägt, wie kaum etwas anderes: unser Ehrenamt. Oft geht es im Alltag ein wenig unter. Man nimmt es als selbstverständlich wahr – bis jemand von außen den Blick darauf lenkt und fragt: „Wie macht ihr das eigentlich?“

So geschehen am 1. August, als uns der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Alois Rainer, gemeinsam mit unserem Landwirtschaftsminister Till Backhaus im Jugendhaus besuchte.

Über 60 engagierte Akteurinnen und Akteure präsentierten sich an diesem Tag dem hohen Besuch aus Schwerin und Berlin. Der Jugendbeirat, der Sozialverband, die Warener Tafel, der ELLI-Verein, der Arbeitslosenverband, das CJD, die Akademie für nachhaltige Entwicklung, das Kinderatelier, die ukrainische Bastelgruppe – sie alle zeigten eindrucksvoll, wie bunt, vielfältig und lebendig das Angebot rund um unser Jugendhaus und darüber hinaus ist.

Auf der gemeinsamen Lastenrad-Tour durch Röbel nahm mich der Bundesminister kurz bei Seite und stellte mir eine Frage, die mir wieder deutlich machte, wie sehr unsere Herzen für Röbel schlagen:

„Wie kann es sein, dass in einer Stadt mit gerade einmal 5.000 Einwohnern so viel Ehrenamt zusammenkommt?“

Meine Antwort war relativ einfach:

Weil Ehrenamt bei uns keine Aufgabe am Rand ist, sondern Teil unserer Identität. Weil wir Menschen haben, die Verantwortung übernehmen, nicht weil sie müssen, sondern weil sie es wollen. Und weil wir in Röbel über 30 Vereine haben, in denen sich Menschen mit Zeit, Ideen und Leidenschaft für ihre Stadt und ihre Mitmenschen einsetzen. Darauf bin ich stolz. Sehr stolz sogar. Vielen Dank liebe Ehrenamtler, liebe Vereinsmitglieder und Unterstützer! Euer Engagement ist das unsichtbare Band, das unsere Stadt zusammenhält – und wahrscheinlich die wichtigste Brücke, an der wir jeden Tag gemeinsam bauen.

Und auch aus einer ganz anderen Perspektive zeigt sich manchmal, dass Brückenbauen weit über Stadt-, Kreis- und sogar Landesgrenzen hinausgeht, dass gerade auch unangenehme, schwer verständliche und schmerzhafte Themen Menschen enger zusammenrücken lassen, als man es je erwartet hätte.

Vor gut einem Jahr, Mediclin war seinerzeit schon sehr fleißig beim Investieren ihrer 20 Millionen Euro in unserem Stadtgarten, hätte ich mir nicht vorstellen können, mich intensiv mit einer Krankenhausschließung befassen zu müssen.

Umso größer war der Schock, als mich Mitte 2025 ein Hilferuf meines Amtskollegen Dr. Philipp Wacker aus Wittstock erreichte.

Was folgte, war kein Alleingang – sondern ein echtes Beispiel kommunaler und freundschaftlicher Solidarität, bis hin zum gemeinsamen Weg ins Bundesgesundheitsministerium. Dort machten wir deutlich, dass eine Krankenhausschließung eben nicht nur eine Frage von Aktenlagen, Auslastung und Wirtschaftlichkeit ist, sondern massive Auswirkungen auf Regionen, Menschen und Lebensrealitäten hat.

Und dennoch, trotz aller Bemühungen und Anstrengungen, stand die finale Entscheidung zur Schließung der Klinik fest.

Eine bittere Pille für Wittstock, für die Region – und für alle, die sich mit voller Überzeugung eingebracht haben. Gerade deshalb verdient dieser Einsatz Anerkennung.

Lieber Philipp, lieber Ralf-Thomas, euer unermüdliches Engagement, euer klarer Kurs und euer Durchhaltevermögen haben in dieser Zeit Maßstäbe gesetzt. Ihr habt euch nicht nur für Wittstock stark gemacht, sondern auch für unsere Bürgerinnen und Bürger, weit über die Bundeslandgrenze hinaus. Vielen Dank dafür!

Und manchmal zeigt sich genau nach solch schweren Themen, dass das Bürgermeister-Tun auch ganz andere Formen annehmen kann. Leichtere. Erdverbundene. Mal auch mit Spaten statt Aktenordnern.

Denn Bürgermeister Wacker ließ es sich nicht nehmen, mich zur sogenannten Baumpflanzchallenge herauszufordern.

Selbstverständlich habe ich diese Herausforderung nicht lange vor mir hergeschoben. Flugs wurde ein prächtiger Baum organisiert – und nein, kein x-beliebiger, keine B-Ware sondern eine Apfelquitte, eine Konstantinopler Apfelquitte, um ganz genau zu sein. Sie ziert nun unseren Rosenwinkel - standfest, robust und mit Perspektive.

Und an dieser Stelle habe ich beim Schreiben meiner heutigen Rede dann kurz innehalten müssen. Denn man sagt ja bekanntlich: Ein Mann soll drei Dinge tun im Leben: ein Haus bauen, ein Kind zeugen und einen Baum pflanzen. Ja liebe Röbeler, man darf auch mal mit den kleineren, aber sehr nachhaltigen Dingen anfangen. Der Baum steht jedenfalls schonmal.

Nun von „A“ wie Apfelquitte zu „Z“ wie Zahlen, Zuweisungen und zu wenig Geld in den Kassen.

Wenn wir auf unseren Haushaltsentwurf 2026 schauen, dann wird ein tiefer Griff in die Tasche notwendig. Um es konkret zu sagen, müssen wir rund 4,4 Millionen Euro einsetzen, um den Haushaltsausgleich zu erreichen. Das klingt im ersten Moment nach schlechter Haushaltsführung – ist es aber bei weitem nicht. Es ist vielmehr ein Spiegelbild der finanziellen Lage vieler Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern und bundesweit.

Allein die Verringerung der Schlüsselzuweisungen sowie die Mehrbelastungen durch Amts- und Kreisumlage summieren sich bei uns auf rund 1,5 Millionen Euro.

Hinzu kommt, dass viele Haushaltsposten für uns kaum oder gar nicht beeinflussbar sind. Pflichtaufgaben wie Feuerwehr, Schule, Straßenunterhaltung – oder Vorgaben von Bund, Land und Kreis lassen uns nur wenig finanziellen Spielraum.

Kurz gesagt: in den kommenden Jahren wird Ideenreichtum für neue Einnahmequellen gefragt sein.

Eine Idee hierzu kam mir Mitte des Jahres.

Da erreichte mich nämlich ein Brief. Ein ganz unscheinbarer, dünner Umschlag, zugestellt über den Nordkurier. Nichts Besonderes – auf den ersten Blick zumindest. Der würzig-süßliche Geruch allerdings machte mich dann doch sehr stutzig. Im Umschlag: Haschkaugummis, Gras und andere duftende Substanzen.

Tja liebe Röbeler, laut Cannabis-Konsumgesetz des Bundes ist für solche Fälle seit letztem Jahr das örtliche Ordnungsamt zuständig, also unsere Verwaltung.

Während ich nun diesen Brief samt Inhalt begutachtete, kam mir der Gedanke, ob man hier vielleicht eine kreative Verdienstmöglichkeit ausmachen könnte, um den kommunalen Haushalt zu stützen. Ganz nach dem Motto: „Haste Haschisch in ’ne Tasche – haste Kohle in ’ne Kasse.“

Lieber Patrick, du merkst, ein gewisser Erfindungsgeist ist uns gegeben. Doch Spaß bei Seite, ein wichtiges Signal in Richtung Bund und Land ist, dass die finanzielle Grundausstattung der Städte und Gemeinden zunehmend schlechter wird und das gut gemeint, nicht immer unbedingt gut gemacht ist.

Wenn man wissen will, wie unkomplizierte Unterstützung funktioniert, dann hilft oftmals ein Blick in die freie Wirtschaft. Dort wird oft nicht lange gefragt, wie etwas geht, wer zuständig ist oder ob es eine Förderrichtlinie dafür gibt – dort wird einfach mal gemacht.

Und genau das zeichnet viele unserer 365 Unternehmen in Röbel aus: Pragmatismus, Verantwortung und der Wille, etwas für die Gemeinschaft zu tun.

So hat beispielsweise Philipp Mencwel im vergangenen Jahr kurzerhand dafür gesorgt, dass unser Kreisverkehr am Hafen nicht nur ein frischeres Grün erhalten hat, sondern mit einer markanten Stadtsilhouette aus Cortenstahl auch ein echtes Zeichen gesetzt wurde. Keine lange Debatte – sondern ein sichtbarer Beitrag, der Röbel schöner macht und bei Einheimischen wie Gästen gleichermaßen Freude auslöst.

Genauso unkompliziert war das Engagement von Andreas und Friedhelm Bub, die gemeinsam mit den TSV-90-Oldies im letzten Jahr wieder viele Augen zum Strahlen gebracht haben – besonders bei unseren Kindern und Jugendlichen. Der Erlös des Spedition-Bub-Cups in Höhe von 2.500 Euro ging direkt in die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit in unserer Stadt. Ohne großes Aufheben. Aber mit großer Wirkung.

Diese Beispiele stehen stellvertretend für viele Gewerbetreibende in Röbel, die nicht fragen, ob sie helfen können, sondern wo. Unsere Unternehmen leisten weit mehr, als nur wirtschaftliche Stabilität. Viele von ihnen übernehmen Verantwortung für das Gemeinwesen, für das Stadtbild, für den Sport, für Kinder und Jugendliche, für Kultur und das Ehrenamt.

Meine Damen und Herren, unsere Unternehmen sind weit mehr als Betriebe. Sie sind verlässliche Partner, Unterstützer und Möglichmacher und dafür sage ich wieder ganz klar: Vielen Dank!

Mein besonderer Dank gilt heute auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Verwaltung. Sie sorgen dafür, dass diese Stadt funktioniert, dass Entscheidungen vorbereitet, Anliegen bearbeitet und Projekte umgesetzt werden.

Ein ganz herzlicher Dank geht ebenso an unseren Bauhof und an unsere Hausmeister, die heute wieder ganz praktisch gezeigt haben, was Engagement bedeutet – mit Maßband, Schlagschnur und viel Augenmaß, damit hier heute alles passt.

Danke auch an die Stadtpolitik, für das konstruktive Miteinander, für die offenen Diskussionen, für unterschiedliche Sichtweisen, aber auch immer wieder für den gemeinsamen Blick auf das, was für Röbel gut ist.

Auch ganz unabhängig der Kommunalpolitik ist mir eins ganz besonders wichtig - lassen Sie uns das miteinander Klönen nicht verlernen und ganz nach dem Motto:

„Kumm rin un schnack di ut. Gah rut un hol dien Schnut.“

weiter im Gespräch bleiben, aufeinander zugehen und gemeinsam anpacken. Denn unsere Stadt am kleinen Meer liegt uns allen am Herzen!

Wir sind vielleicht die kleinste, aber Zusammen ganz sicher auch die bunteste Müritzstadt. Eine Stadt, die von Vielfalt, Engagement und Zusammenhalt – aber vor allem von dem kleinen, aber so wichtigen Wort „wir“ lebt.

Herzlichen Dank.

Matthias Radtke
Bürgermeister Röbel/Müritz