Titel Logo
Amtsblatt Sternberger Seenlandschaft
Ausgabe 5/2026
Aktuelles aus den Städten und Gemeinden
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Waschweibs Waschzettel

 

Hoholla, endlich habe ich es geschafft, mir den neuen Kindergarten unserer Stadt anzuschauen. Wow, für so eine kleine Stadt schon ein wahnsinnig großes Projekt. Dieses Riesending war nicht nur finanziell eine Mammutaufgabe. Aber die alte Kita war nach Ihrem Bau Anfang der 70er Jahre längst nicht mehr zeitgemäß. Und so haben sich alle trotz der großen Anstrengungen auf das neue Haus gefreut. Für mich also ein unbedingtes Muss, dort einmal vorbeizuschauen. Ein schön gestalteter Eingangsbereich empfängt mich freundlich. Schuhe aus und auf leisen Waschweibsohlen erste Schritte durch das neue Reich unsere Kleinen gemacht. Still ist es, denn die“ Mäuse“ halten Mittagsschlaf. Still und aufgeräumt. Wenn alle ausgeschlafen haben, ist es hier bestimmt viel lauter und wuseliger. So aber habe ich Gelegenheit, mir das Gebäude in aller Ruhe anzusehen.

Kita Sonnenschein- die großen Fenster machen diesem Namen alle Ehre. Die Räume sind hell und die großen Flure lassen viel Platz zum Spielen. Ich stelle mir einen Kindergarten eher wie eine Villa Kunterbunt vor, trotzdem gefallen mir die klaren Strukturen. Die kräftigen Farben der Fußböden sind nach meinem Geschmack. Das Orange in den sonnigen Fluren gefällt mir besonders. Hier ist viel Platz zum Spielen.

In den Räumen und Bädern komme ich mir ein bisschen vor wie Goliath (natürlich mit friedlichen Absichten). Kleine Stühle und Tische und in den Bädern am Flurende auch kleine Waschbecken und Toiletten. Kindgerecht mit viel Platz. Ohne das Gewusel der Kleinen habe ich hier einen guten Überblick. Und im Bad meine ich das Lachen der Kinder zu hören, während hier mit Wasser geplanscht wird. Einen Kreativbereich und eine Küche, wo auch Kindergartenkinder die Arbeitsfläche erreichen können, gibt es hier ebenfalls. Da können vielseitige Projekte gestartet werden.

Jetzt zur Mittagszeit ist es überall ordentlich aufgeräumt. Aber Kindsein macht hier mit Sicherheit große Freude.

Auf dem Weg in den Außenbereich kann ich mir vorstellen, dass es eng werden kann, wenn hier all die kleinen Wesen auf einmal an- und umgezogen werden müssen.

Der Außenbereich ist natürlich nun kleiner. Aber die Spielgeräte stehen schon und der Rasen zeigt bereits erste grüne Spitzen. Die Kinder können es sicher kaum erwarten, diesen Bereich zu erobern. Ich kann nicht beurteilen, ob für die ganz Kleinen der angrenzende „Berg“ auch integrierbar wäre und ob die Kleinen Ihre vorher größere Fläche vermissen werden. Sie lassen sich dadurch bestimmt nicht vom Spielen abhalten.

Aufgefallen ist mir der schöne große Innenhof. Er hat noch viel Spielraum für Gestaltungsmöglichkeiten. Es sind sicher Waschweibfantasien, wenn ich da einen Barfusspfad vor mir sehe, oder eine Matschstrecke, ein Kneippbecken, oder eine Ecke mit Entspannungsmöglichkeiten und leiser Musik, oder eine runde Sitzgruppe, wo in der Mitte Geschichten vorgelesen werden, oder oder, oder… Eher ein Platz für die ruhigeren Dinge, denn ich kann mir vorstellen, dass Lautes Toben sich zwischen den Wänden verstärkt. Die Erzieherinnen sind sich sicher, dass hier noch tolle Ideen kommen werden und sind gespannt auf das Konzept. Es geht eben nicht alles auf einmal.

Es kommen mir an diesem bewölkten Tag aber auch Gedanken, die in den Hochsommer gehen. Wird es hier ein lause Lüftchen geben, oder ist es bei warmen Temperaturen gar nicht auszuhalten? Der neu gepflanzte Baum darf sich gern beeilen, den Kindern mit einer dichten Blätterkrone Schatten zu spenden. Braucht es noch ein Sonnensegel?

Und im Winter ein großes Vogelhaus? Sicher ein spannender Blick auf unsere Vogelwelt, wenn man die Kälte lieber aus dem Warmen heraus betrachtet.

Aber das sind Waschweibgedanken. Und sicher gibt es für vieles wieder Vorschriften, von denen ich keine Ahnung habe.

Dass ein „Innenhof“ schön sein kann, sieht man z.B. vor unserer Touristinformation. Hier ist ein schöner Ort zum Verweilen nicht nur für Touristen entstanden.

Deshalb wird auch der Hof im Kindergarten bestimmt eine schöne Verwendung finden.

Ich wünsche unseren kleinen Steppken, dass sie sich in Ihrem neuen schönen Haus wohlfühlen und schleiche mich leise davon. Keines der Kinder hat sich in seinem Schlaf stören lassen. Und wenn sie dann ausgeruht sind, erobern sie sich ihre vielen kreativen Möglichkeiten zum Spielen, Lernen und Begreifen aufs Neue. Immer liebevoll betreut von Erziehern und Erzieherinnen, die hier auch ein schönes neues Arbeitsumfeld haben und noch mehr tolle Beschäftigungsideen umsetzen können.

Allen viel Freude und Sonnenschein.

Bis zum nächsten Mal

Eure Radka
Waschweib zu Sternberg