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Amtsblatt Sternberger Seenlandschaft
Ausgabe 7/2026
Aktuelles aus den Städten und Gemeinden
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​​​​​​​Waschweibs Waschzettel

 

Sommerzeit ist Badezeit

Ho Holla, der Sommer hat uns stellenweise ganz schön eingeheizt. Und er scheint mit seiner Kraft noch lange nicht am Ende. Während unsere jüngeren Sternberger mit Hurra in die Ferien starten, ein Teil der Sternberger irgendwo auf der Welt seinen Urlaub genießt, gibt es noch den anderen Teil, der weiterhin zur Arbeit muss. Das ist bei diesen hohen Temperaturen nur in klimatisierten Räumen erträglich. Und wer Glück hat, dem stellt der Arbeitgeber reichlich Mineralwasser zum Trinken bereit. Wer draußen arbeitet, findet hoffentlich ein schattiges Plätzchen, oder darf seine Arbeitszeiten in die frühen, etwas kühleren, Morgenstunden verlegen. Wasser scheint an diesen Tagen überhaupt die Lösung. Zum einen für die Pflanzen, wenn es ab und an zur Abkühlung vom „Himmel fällt“, zum anderen aber als Badespaß und gelungene Abkühlung in den reichlich vorhandenen Seen unserer schönen Region. Die nutzen nicht nur unsere Urlaubsgäste, sondern auch die Sternberger genießen einen Sprung ins kühle Nass. Bunt sieht es an unserer Badestelle aus. Vom knallroten Bikini bis zur Badeshort mit großen Blümchen- da ist so ziemlich jeder Geschmack vertreten. Vorbei sind die Zeiten, als es noch üblich war, sich „zünftig“ gekleidet am Strand zu bewegen. Besonders die Damen gingen damals höchstens mit den Füßen ins Wasser. Die weiten Kleider nur leicht gerafft, stets darauf bedacht, die Knie bedeckt zu halten und nur ja nicht zu viel Bein zu zeigen. Streng waren die Moralvorstellungen im 19 Jh. Die Badekleider waren noch aus Wolle oder Flanell und wurden mit Strumpfhosen kombiniert, um den Körper der Frauen zu bedecken. Auch die Badebekleidung der Herren aus der damaligen Zeit wirkt eher verwunderlich, als zum Baden sinnvoll. Dabei gingen die Männer zu Beginn des 19. Jh. in separaten abgetrennten Bereichen nackt baden oder behielten ihre Unterwäsche an. Der konservative Mann trug einen Zweiteiler, der aus einem längeren Oberteil und einer knöchellangen Hose bestand.

Alte Filme oder Bilder zeigen uns, dass es im späteren 19. Jh. den meist gestreiften einteiligen Badeanzug für Männer gab. Dieser war noch weit entfernt von den möglichen schrillen Farben der Badehosen der heutigen Zeit. Man pflegte sich recht prüde in der Öffentlichkeit zu zeigen. So war es ein Skandal, als zu Beginn des 20. Jh. die australische Schwimmerin Anette Kellermann in einem engen einteiligen Anzug auftrat, welcher gar die Arme und Beine freiließ. Da sich dieser Badeanzug deutlich besser zum Schwimmen eignete, war sein Siegeszug aber nicht mehr aufzuhalten. Bis zur nächsten großen skandalösen Empörung, für die ein Franzose nach dem zweiten Weltkrieg sorgte. Während es schon in der Antike zweiteilige Bekleidung für Sportler gab, gilt doch Louis Réard als der Erfinder des Bikinis. Viel zu freizügig und anstößig, so dass professionelle Models dieses Kleidungsstück auf keinen Fall vorführen wollten und das Tragen in der Öffentlichkeit in vielen Ländern verboten wurde. Wer hätte gedacht, dass unter anderem ein Bondfilm (007 jagt Dr. No) dafür sorgte, dass der Bikini an Akzeptanz gewann. Heute ist er neben dem Badeanzug von den Stränden Europas nicht mehr wegzudenken. Beide wurden mit den Jahren immer knapper und farbenfroher, immer vielfältiger und leichter. Die heutigen Stoffe trocken beim Sonnenbaden schnell am Körper und lassen sich auch in der kleinsten Tasche verstauen. Vielleicht schaut ihr euch beim nächsten Badevergnügen einmal um, wie unterschiedlich unsere modernen Bademoden sind. Vergesst dabei nicht, ins kühle Nass zu springen und das Schwimmen in vollen Zügen zu genießen. Apropos Schwimmen. Regeln wie- nicht überhitzt oder mit vollem Magen ins Wasser gehen, sein schwimmerisches Können nicht überschätzen, nicht in unbekannte Gewässer springen- tragen zu einem ungetrübten Badespaß bei. Besonders die ungeübten Schwimmer sollten sich nicht überschätzen. An bewachten Badestränden sorgen Rettungsschwimmer für zusätzliche Sicherheit. Hier baden auch Nichtschwimmer unter zusätzlicher Aufsicht. Und vielleicht ist dieser Sommer eine gute Gelegenheit, einen Schwimmkurs zu besuchen.

Was immer Ihr in den Ferien, in der Freizeit und im Urlaub mit Wasser anstellt. Ich wünsche Euch eine tolle Sommerzeit und viel Vergnügen.

Bis zum nächsten Waschzettel

Eure Radka
Waschweib zu Sternberg