Manchmal kommen Aktionen unterschiedlicher Akteure ganz gut zusammen. Sie passen und potenzieren sich in ihrer Wirkung. Hier ein Bericht davon:
Das in unseren Breiten gut bekannte Unternehmen Becker-Strelitz Reisen GmbH führt nicht nur Inland-Busfahrten, z.B. „ins Blaue“, sondern mittlerweile auch Touren zu Reisezielen in ganz Europa durch.
Ein Zielpunkt für Fahrten in die nähere Umgebung ist u.a. die Konzertkirche in Neubrandenburg. Und hier kommt die Ortsgruppe der Volkssolidarität Griebenow ins Spiel, die regelmäßig auch Ausflüge organisiert, wozu Fahrten zu den regelmäßig stattfindenden Neujahrskonzerten gehören. Diesmal waren auch Gäste unter den Mitfahrenden. Und nicht nur sie hatten, wie von Busfahrer und Fahrt-Begleiterin gewünscht, Spaß an diesem Konzertnachmittag, sondern ein lange nachhallendes musikalisches Erlebnis.
Schon an der Eingangspforte der Konzertkirche wurden alle freundlich begrüßt durch den Chef von Becker-Strelitz Reisen, Herrn Robert Leu, was auch den weniger Kundigen signalisierte, dass bevorstehendes Konzert in Kooperation mit dem Reiseunternehmen organisiert worden war.
Im Eingangsbereich der Kirche gab es noch vor Konzertbeginn Kaffee, Kuchen oder Herzhaftes für den leiblichen Genuss. Alles war bestens vorbereitet.
Das vierte von den in diesem Jahr zum 16. Mal stattfindenden Neujahrskonzerten der Neubrandenburger Philharmonie unter dem Titel „An der schönen blauen Donau“ wurde dann auch durch Herrn Leu vom Podium aus eröffnet.
„Klassische Meisterwerke und festliche Stimmung“ versprach das Programm mit Johann Strauss und dessen Musik aus dem „Zigeunerbaron“, des weiteren mit Werken von Peter Tschaikowski und Aram Chatschaturjan sowie von Franz von Suppe´. „Wienerisches, heiter Beschwingtes“ und „feurig Virtuoses“ sollte erklingen, gemischt mit „melancholischen Zwischentönen“ von Gabriel Faure` und Camille Saint-Säens.
Als besonderen Gast begrüßte das Publikum den Solocellisten an der Deutschen Oper Berlin, Arthur Hornig, dessen einfühlsames Spiel die Zuhörer sehr beeindruckte.
Die Philharmoniker musizierten unter der Stabsführung von Kenichiro Kojima, einem gebürtigen Tokioter, der seit 2024/25 erster Kapellmeister und Studienleiter an der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/ Neustrelitz ist. Selbiger führte auch durch das Programm.
Mit keinem Wort im Programmblatt vermerkt war, was nach der Pause im 2.Konzertteil folgte: Von der Johanneskirche war deren Kantor und Chorleiter herübergekommen. Mit einem kräftigen, knappen „Moin“ stellte er sich vor als Organist, der ein Stück von Louis Vierne an der großen Orgel spielen wolle. Herr Tobias Brommann, so sein Name, stellte kurz die Orgel vor, deren Bau der Unternehmer Günther Weber zu seinem 70. Geburtstag mit zwei Millionen Euro gefördert hatte. 2017 war sie eingeweiht worden. Und nun ertönte sie innerhalb dieses Neujahrskonzertes mit den „Glocken von Westminster“!
Was für eine tolle Überraschung!
Die Begeisterung erfuhr eine weitere Steigerung, als zum Programmschluss das wohl bekannteste Stück von Johann Strauss erklang, nämlich jenes, was dem Programm seinen Titel gegeben hatte. „Zum Weinen schön“ spielte das Neubrandenburger Orchester „An der schönen blauen Donau“.
Das ist keinesfalls ironisch gemeint! Mancher mochte angesichts des herrlichen Melodien-Flusses gedacht haben: Man muss nicht nach Wien bis an die Donau reisen, um so etwas Schönes zu hören!
Aber damit waren die Musiker nicht entlassen. Sie spielten noch zwei, drei Zugaben, die sich das Publikum stehend er-klatschte, darunter den berühmten Radetzky-Marsch, eben das, was ein „reiferes Publikum“ von einem Neujahrskonzert „mit viel Spaß“ erwarten mochte. So gerieten selbst die Zugaben noch zu einem stimmungsvollen Höhepunkt dieses Konzertnachmittags.
Nach so einem gelungenen Ausflug sollte nicht vergessen werden, dass dafür einige „Vorarbeit“ zu leisten war. Erwähnt werden muss hier Frau Karin Quaas, die das Organisatorische verantwortet hatte, aber krankheitshalber selbst leider nicht mitfahren konnte. Sie wurde durch Frau Hanna Woryna vertreten, welche allen eine aufmerksame „Bus-Begleiterin“ war.
Ein Dankeschön gilt beiden!