Seit Tagen dümpelt auf einer Sandbank
am Ostseestrand ein junger Wal.
Sein Leib ragt aus der See wie ein Fleischtank.
Doch wird dieser Ort ihm eher zur Qual!
Zuhause wäre er ja im Atlantik.
Dieser Liegeplatz ist einfach zu flach!
Und hier fehlt es an Fisch und Romantik ….
Für die Freiheit ist er inzwischen zu schwach. -
Er hat sich verirrt, ist nun gefangen
in den Stricken der Zivilisation.
Wie kann er wieder ins Freie gelangen?
Ja, der gute Mensch rettet ihn schon!
Er kommt mit Booten, Schaufeln, dem Bagger,
gräbt unter dem Tier fort den lästigen Sand.
Er legt sich ins Zeug, er schlägt sich wacker!
Der Wal, der bleibt aber lieber auf Land …
Medien und Volk warten, dass sich was wendet.
Jeder will, dass die Aktion gelingt!
Indes das Tier trotz allem verendet …
weil Feuerwehreinsatz hier einfach nichts bringt.
Viel zu umfänglich ist schon das Verderben:
Klimawandel, trocken, heiß -
die Sommer. Und das Artensterben -
längst begann es – und dies´ Sterben ist leis´
Anfang April 2026