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Süderholzer Blatt
Ausgabe 425/2026
Poesie und Dichtung
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Das große Durcheinander

Den Monatsanfang feiern die Meisten mit einem Fest

Mit Randale feiert mancherorts ein kleiner Rest

Man feiert auch die Arbeit –

Ohne diese – mit einem ganzen Tag lang freier Zeit

Die Einen wollen mahnen für den Frieden

Die Anderen mit tollen Waffen siegen

Während die Einen die Friedenstaube tragen

Träumen die Anderen von Militärparaden

Nicht überall tatsächlich wörtlich

Dafür aber vielerörtlich

Ist’s der einz’ge Monat, der mit einem Baum beginnt

(Der Maibaum ist gemeint)

Und wenn man sich die Zeit für nimmt

Tanzt man drumrum und in den Mai hinein

Lässt auch mal fünfe gerade sein

Manch’ Unsinn wird auch noch gemacht

Es ist schließlich Walpurgisnacht

Die Hexen fliegen auf den Brocken

Im Wald die Bärlauchdüfte und gift’ge Glöckchen locken

Schmetterlinge schmettern lautlos Frühlingslieder

Hummeln nebst Verwandten brummen oder summen lieber

Die Mütter haben ihren eig’nen Tag

Und für den, der’s glauben mag

Der Friedensfürst gen Himmel fuhr

Ansonsten ziehen Väter in Gruppen durch die Flur

Dann sind da noch die eis’gen Heiligen

Gleich fünfe tun sich dran beteiligen

Die Nummer fünf heißt kalte Sophie

Und ist im Team das Frauenquotenalibi

 

 

Ja, ja der Monat Mai ist traditionsbeladen

Grad’ wie ein alter Möbelwagen

Bei all’ dem Durcheinander

All’ dem Plunder

Ist’s schließlich auch kein Wunder

Dass er sich darob nur noch wundert

Dennoch hofft er stets auf die Vernunft

In ein’gen Tagen oder vielleicht in hundert

Andreas Diecke